Müller Nicole

Nicole Müller wurde am 4. September 1962 in Basel geboren. Aufgewachsen ist sie im solothurnischen Witterswil. Nach der Matura unternahm sie ausgedehnte Reisen nach Südamerika. 1982 begann Müller eine Lehre als Portefeuillerin, die sie aber abbrach. Sie studierte Romanistik und Slawistik in Zürich und Bochum. Daneben arbeitete Müller am Fliessband und als Taxifahrerin. Von 1986 bis 1991 lebte sie teils in Zürich, teils in Paris, wo sie ein Auskommen als Hilfslehrerin an einem Pariser Gymnasium fand. Zudem arbeitete sie als Werbetexterin und Übersetzerin. In dieser Zeit recherchierte sie für ihre Biographie über Annemarie Schwarzenbach. Seit 1992 lebt Nicole Müller wieder in Zürich.

Links
www.denkenundschreiben.ch

Werke:
  • Denn das ist das Schreckliche an der Liebe. Zürich: Nagel & Kimche, 1992
  • Mehr am 15.September. Eine Verrücktheit in vier Akten. Zürich: Nagel & Kimche, 1995
  • Der untröstliche Engel. Das ruhelose Leben der Annemarie Schwarzenbach (mit Dominique Grante). München: Knesebeck, 1995
  • (Original: L`ange inconsolable. Une biographie d`Annemarie Schwarzenbach. St.Niklaus: Lieu commun, 1989)
  • Einfach gut. Zürich: Werd-Verlag, 1997
  • Kaufen! Ein Warenhausroman. Zürich: Nagel&Kimche, 2004
  • Marlon und Eve. Books on Demand 2014

Auszeichnungen:
  • Förderpreis des Migros-Genossenschaftsbundes (1988)
  • Werkjahresbeitrag des Solothurnischen Kuratoriums für Kulturförderung (1991)
  • Werkbeiträge von Stadt und Kanton Zürich (1992)
  • Gaststipendium Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf bei Berlin (1995)
  • Jahresstipendium der Lydia Eymann-Stiftung (1996)
  • Vilenica-Preis, Slowenien (1997)
  • Kulturpreis des Kantons Solothurn (1998)
  • Zürcher Journalistenpreis (2000)
  • Werkbeitrag der Pro Helvetia (2004)

Textausschnitt aus "Denn das ist das Schreckliche an der Liebe" [S. 16]


31.
„Du bist so jung“, sagte sie. „Du hast so viele Möglichkeiten.“

32.
Ich drehte das Glas in der Hand. Sie sass neben mir in einem der tiefen Küchensessel. Die Spannung war unerträglich. Ich wusste, dass das nur in Romanen vorkam. Dennoch warf ich das Glas an die Wand.

33.
Sie nahm mich in den Arm. Ich weinte und streichelte schüchtern ihre Schulter. Vielleicht war es auch nur der Träger ihres BH`s. Keinesfalls wollte ich von der Situation profitieren. Plötzlich fuhr sie wütend auf. „Ist das alles?“ Aufgeregt ging sie in meinem Arbeitszimmer auf und ab. „Du bist wie diese Dichter, die glühende Liebesverse schreiben, und wenn es darauf ankommt, ist nichts los.“

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