Meyer E. Y.

E. Y. Meyer (offiziell: Peter Meyer) wurde am 11. Oktober 1946 in Liestal im Kanton Baselland geboren. Er studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Bern. Nach seiner universitären Ausbildung machte er das Primarlehrerpatent und war danach bis 1974 in einer kleinen Landschule tätig. Seitdem ist er freier Schriftsteller und lebt in Bern.

Links
www.eymeyer.ch
ansichten.srf.ch/autoren/ey-meyer/
www.bernerzeitung.ch/kultur/buecher/EY-Meyer-liest-der-Welt-die-Leviten/story/31886843
www.zeit.de/2011/23/CH-Schriftsteller-Meyer

Werke:
  • Ein Reisender in Sachen Umsturz. Erzählungen. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1972
  • In Trubschachen. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1973
  • Eine entfernte Ähnlichkeit. Erzählungen. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1975
  • Die Rückfahrt. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1977
  • Die Hälfte der Erfahrung. Essays und Reden. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1980
  • Sundaymorning. Aus dem Berndeutschen ins Schwäbische übertragen von Wolfgang Kunz. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1981
  • Plädoyer. Für die Erhaltung der Vielfalt der Natur beziehungsweise für deren Verteidigung gegen die ihr drohende Vernichtung durch die Einfalt des Menschen. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1982
  • Das System des Doktor Maillard oder die Welt der Maschinen. Zürich: Ammann, 1994
  • Wintergeschichten. Erzählungen. Zürich: Ammann, 1995
  • Venezianisches Zwischenspiel. Eine Novelle. Zürich, Ammann, 1997
  • Der Trubschachen Komplex. Ein Roman und eine Erzählung. Zürich: Ammann, 1998
  • Der Ritt. Ein Gotthelf-Roman. Wien: Folio-Verlag, 2004
  • Gotthelfs Ritt. Basel: Lenos, 2011
  • Wandlung. Bern: Stämpfli, 2012
  • Apotheose. Roman zur Jahrtausendwende. Zürich: Stämpfli, 2015

Auszeichnungen:
  • Literaturpreis des Kantons Baselland (1976)
  • Gerhart-Hauptmann-Preis (1983)
  • Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (1984)
  • Welti-Preis für das Drama (1985)
  • Buchpreis des Kantons Bern (2005)

Textausschnitt aus "Das System des Doktor Maillard" [S. 94]

Zwischen Linda und der zierlichen Madame Kurz thronend, hatte Edgar Ribeau, während er der Musik und dem merkwürdigen Gesang zuhörte, nun einerseits das Gefühl, sich in einem Museum zu befinden, und andererseits, sowohl Zuschauer wie gleichzeitig Akteur in einem ganz und gar ungewöhnlichen Theaterraum zu sein, in dem ein zwar hochinteressant und spannend anmutendes, aber ihm völlig unbekanntes und, wenigstens vorläufig, noch gänzlich unverständliches modernes Stück gespielt wurde. Die ganze Szenerie des Saals - zu der, wie der Doktorand erst jetzt erkannte, noch je fünf, sich oberhalb der Lichterflut in den dunklen Teilen der kahlen Seitenwände befindende hohe Fensteröffnungen gehörten, die mit schweren Holzläden verschlossen und durch jeweils zwei übers Kreuz verlaufende Eisenstangen gesichert waren - hatte ihn sofort an die Lunatics-Bälle in Kingsley Hall erinnert, auf die Maillard ihn schon angesprochen hatte, obwohl der äussere Rahmen in dem heruntergekommenen, dreistöckigen Gebäude aus braunen Ziegelsteinen in Londons Arbeiterviertel natürlich ein ganz anderer gewesen war als der in diesem provenzalischen Schloss, und er war nun wieder ziemlich sicher, dass auch das, was sich jetzt in diesem Saal, und alles, was sich in der Folge in dieser Klinik noch weiter abspielen würde, zum immer noch angewandten Maillardschen Beschwichtigungssystem gehörte.

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