Meier Pirmin

Pirmin Meier wurde am 21. Februar 1947 in Würenlingen (Kt. Aargau) geboren. Nach seiner Schulzeit studierte er Germanistik, Philosophie und Geschichte an der Universität Zürich. Meier schloss sein Studium mit dem Doktorat ab und ist seither als Gymnasiallehrer tätig. Meiers Engagement für das öffentliche Leben drückt sich in den politischen Ämtern aus, die er innehatte: Von 1973 bis 1981 war er Verfassungsrat im Kanton Aargau, 1984 bis 1994 Eidgenössischer Delegierter der CVP. Pirmin Meier gilt als historiographischer Schriftsteller und dieser Linie bleibt er auch in seinem neuesten Werk, einer Biographie des homosexuellen Dichters und Priesters Heinrich Federer, treu. Der „Geschichtsschreiber der Schweiz“, wie er zuweilen bezeichnet wird, lebt und schreibt im luzernischen Rickenbach.

Links
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Werke:
  • Gsottniger Werwolf. Literatengedichte. Zürich: SAZ, 1984
  • Fundamentalismus, eine neue Bedrohung?. Zürich: IPZ, 1989
  • Memorial Muri. Muri: Stiftung St.Martin, 1991
  • Paracelsus. Arzt und Prophet. Zürich: Ammann, 1993
  • Ich, Bruder Klaus von Flüe. Zürich: Ammann, 1996
  • Die Einsamkeit des Staatsgefangenen Micheli du Crest. Zürich: Pendo, 1999
  • Eduard Spörri. Ein alter Meister aus dem Aargau. Aarau: AT, 2001
  • Mord, Philosophie und die Liebe der Männer. Zürich: Pendo, 2001
  • Der Fall Federer. Priester und Schriftsteller in der Stunde der Versuchung. Zürich: Ammann, 2002
  • Sankt Gotthard und der Schmied von Göschenen. Zürich: SJW, 2011

Auszeichnungen:
  • Bodensee-Literaturpreis Stadt Überlingen (1993)
  • Medaille für schriftstellerische Verdienste Gemeinde Würenlingen (1993)
  • Werkbeitrag Aargauer Kuratorium (1994 / 2000)
  • Preis der Stiftung für Abendländische Besinnung STAB, Zürich (2000)
  • Aargauer Literaturpreis für das Gesamtwerk (2002)

Textausschnitt aus "Der Fall Federer" [S. 35-36]

Vater, Mutter, Kind. Das Feste, das Flüssige, das Flüchtige. Wo drei zusammenfinden, beim Waldbrünnlein oder in der Wallfahrtskapelle oder im Grandhotel, sagt man Eidgenossenschaft. Hoch über dem Rütli, dem profanen Heiligtum des Landes, am äussersten Rande des Felsens, im Schatten von drei Linden, weist ein uraltes Gotteshaus den Weg zum Himmel. Maria Sonnenberg. Drei Mal täglich lässt der Kapellvogt zum Ave läuten. Pilger beten dann den freudenreichen, den schmerzenreichen und den glorreichen Rosenkranz. Drei Berge prangen im Wappen der Gemeinde Seelisberg.
Die Zahl Drei. Ihre familiäre Heiligkeit duldet keinen Vierten, der da eindringen dürfte, sie zu stören. Für einen Innerschweizer Poeten mit Ostschweizer Bürgerrecht – er hatte es dick hinter den Ohren und deshalb gibt eis einiges von ihm zu berichten- ist der Dreier der König unter den Zahlen: gemäss dem Zahlenmärchen ein frecher, herrschsüchtiger Junge mit roten Lippen. (Für denselben Dichter ist auch der Mond ein Junge oder die Christlichsoziale Partei, fast alles, was ihm lieb ist.) Aus der Perspektive des Rütlis aber veranschaulicht die Drei ausdrucksstark die geordnete Zusammengehörigkeit der Dinge. Spiegelt sie die Sozialnatur des Universums und seines demokratischen Ablegers, der Schweiz, wider?

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