Klapproth Ruedi

Ruedi Klapproth wurde am 8. Oktober 1925 in Saalfeld (Thüringen) geboren. Seine Eltern lebten als Auslandschweizer in Deutschland. 1932 kehrte die Familie in die Schweiz zurück und Klapproth besuchte die Schulen in Luzern. Nach dem Realgymnasium und dem Handelsdiplom arbeitete er einige Jahre als kaufmännischer Angestellter. Ruedi Klapproth besuchte danach das Lehrerseminar Hitzkirch und wirkte von 1958-1972 als Primarlehrer. Nach dem Erwerb des Lehrdiploms für Sprachunterricht war er bis 1990 als Lehrer für Deutsch am Kantonalen Kindergärtnerinnen-Seminar in Luzern tätig. 1970 veröffentlichte Klapproth sein erstes Jugendbuch, dem zahlreiche weitere folgend sollten. Seit 1974 lebte der Autor in Alpnach-Dorf, wo er am 15. Juni 2012 im Alter von 86 Jahren starb.

Werke:
  • Das Geheimnis im Turm. Jugendbuch. Luzern: Rex, 1970
  • Flucht durch die Nacht. Jugendbuch. Luzern: Rex, 1972
  • Dani und Mutz. Jugendbuch. Zürich: SJW, 1974
  • Die Nacht, die sechs Tage dauerte. Jugendbuch. Luzern: Rex, 1976
  • Fürchte den Stern des Nordens. Jugendbuch. Luzern: Rex, 1978
  • Stefan. Jugendbuch. Luzern: Rex, 1981
  • Der todsichere Plan. Jugendbuch. Luzern: Rex, 1985
  • Mit falschem Pass. Das Schicksal des Kurden Kemal. Jugendbuch. Luzern: Rex, 1988
  • Der Junge mit dem silbernen Bogen. Die Erlebnisse des verlassenen Peer aus der ehemaligen DDR. Jugendbuch. Luzern: Rex, 1990
  • Tunnel der Gewalt. Die Geschichte von Milan und Niki. Jugendbuch. Luzern: Rex, 1993
  • Die Fährte des Wolfes. Ein Ökokrimi: Jugendbuch. Bern: Blaukreuz, 1997
  • Mandalenas Felsenschloss. Die Kleine mit der grossen Fantasie, denn als Prinzessin kann man überleben. Jugendbuch. Goldau: Cantina, 1999
  • Wolkenbilder. Geschichten und Gedichte. Alpnach: R.Klapproth, 1999
  • Der Stern der Tyraskiden. Eine spannende Fantasy-Geschichte. Jugendbuch. Luzern: Maihof-Verlag, 2002

Textausschnitt aus "Der Stern der Tyraskiden
" [S. 28-29]

Das Gewitter hielt einen Augenblick lang den Atem an. Im stummen Aufleuchten eines weit entfernten Blitzes starrte Jelena zu dem Loch, das die Felsplatte aufgerissen hatte. Das war gross wie ein Tor. Sie sah in einen Raum, aus dessen Innerem ein fahles Licht zu kommen schien.
Wieder spürte sie ein Ziehen an der Hand, am linken Handgelenk, wie sie es diese Woche schon dreimal gefühlt hatte.
Sie schritt auf das Felsentor zu und führte die hinkende Siwa vorsichtig hindurch. Nach wenigen Schritten blieben sie stehen. Jelena blickte staunend um sich. Was sie sah, war überwältigend.
Sie befanden sich in einer riesigen, von geheimnisvollem Licht erfüllten Höhle. Die Wände glitzerten und schimmerten in allen Farben des Regenbogens.
In der Mitte des Raumes hatte das seit Jahrtausenden herabtropfende Wasser Stalagmiten entstehen lassen, mehrere Säulen, die zum Teil zusammengewachsen waren und einen Sockel bildeten. Eine schimmernde Doppelsäule überragte den Sockel. Wie ein Thron stand sie im Zentrum der erhöhten Fläche.
Von der Höhlendecke, dreissig, vierzig Meter über dem Podest, hingen unzählige Stalaktiten. Der mächtigste, ein mehrere Meter langer, rot glühender Sporn, glich einem breiten Schwert, das drohend über dem Thron hing
Als Jelena den Blick wieder senkte, gewahrte sie zu ihrer Linken einen Mann.
Der Schreck lähmte ihre Glieder. Sie blieb unbeweglich stehen.

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