Ivanov Petra

Petra Ivanov (geb. Künzler) wurde 1967 in Zürich geboren. Aus beruflichen Gründen zogen ihre Eltern nach Long Beach, NY, wo die Familie während acht Jahren bis 1979 lebte. Nach der Rückkehr in die Schweiz schloss Petra Ivanov die Mittelschule und die Dolmetscherschule in Zürich ab. Zuerst war sie als freie Übersetzerin und Sprachlehrerin tätig, bis sie den Journalismus für sich entdeckte. Bei HEKS, dem Hilfswerk der Evangelischen Kirche, arbeitete sie zuletzt als Redaktorin. Während ihrer Arbeit beim HEKS kam sie mit vielen Themen in Berührung, die sie nun in ihren Kriminalromanen aufgreift. Damit will sie auf Missstände aufmerksam machen. Als Journalistin ist sie gewohnt, Fakten genau zu recherchieren, und kann so Details minutiös in ihre Texte einbauen. Der Durchbruch gelang ihr mit dem Krimi "Fremde Hände". In der Zwischenzeit erschienen weitere Krimis und Kurzgeschichten in Zeitungen, Zeitschriften und Büchern. Nach Weiterbildungen im Bereich der Erwachsenenbildung und des Journalismus lebt Petra Ivanov heute als freie Journalistin und Schriftstellerin in Dübendorf.

Links
www.petraivanov.ch
www.videoportal.sf.tv/video?id=4b3947cb-4ea2-4a79-8628-b067bc91f05d

Werke:
  • Fremde Hände. Kriminalroman. Herisau: Appenzeller, 2005.
  • Tote Träume. Kriminalroman. Herisau: Appenzeller, 2006.
  • Kalte Schüsse. Kriminalroman. Herisau: Appenzeller, 2007.
  • Angst, Haas und Glockenschlag. Drei Regio-Krimis. Herisau: Appenzeller, 2008.
  • Stille Lügen. Herisau: Appenzeller, 2008
  • Angst, Haas und Seitensprung. Regio-Krimi. Herisau: Appenzeller, 2009
  • Reset. Herisau: Appenzeller, 2009
  • Escape. Herisau: Appenzeller, 2010
  • Tiefe Narben. Herisau: Appenzeller, 2010
  • Delete. Herisau: Appenzeller, 2010
  • Tatverdacht. Herisau: Appenzeller, 2011
  • Leere Gräber. Herisau: Appenzeller, 2012
  • Control. Herisau: Appenzeller, 2012
  • Geballte Wut. Herisau: Appenzeller, 2014
  • Hafturlaub. Herisau: Appenzeller, 2014
  • Heisse Eisen. Herisau: Appenzeller, 2015
  • Täuschungen. Zürich: Unionsverlag, 2016
  • Crash. Buchs: da bux, 2016

Auszeichnungen:
  • Werkbeitrag Kanton Zürich (2008)
  • Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium (2011)
  • Werkbeitrag Pro Helvetia (2011)

Textausschnitt aus "Fremde Hände" [S. 10]

Aurora rannte durch die neblige Novembernacht. Sie schnappte nach Luft, doch sie gönnte sich keine Pause. Die Glattwiesenstrasse war um halb zwei wie ausgestorben. In einem Fenster flimmerte das bläuliche Licht eines Fernsehers und zog einen Schlaflosen in seinen Bann. Aurora rannte daran vorbei. Sie wusste nicht in welche Richtung, ein Haus glich dem anderen. Das Gras war feucht und rutschig. Ein verlassener Spielplatz erinnerte an längere Tage und wärmere Nächte. Trotz der Kälte lief Aurora der Schweiss den Rücken hinunter. Ihre Panik schärfte alle ihre Sinne. Sie versuchte, Schritte auszumachen. Sie hörte keine.
Der Fussweg führte zu einem Schulareal. Etwas abseits lag ein niedriger, langer Betonbau, dessen Fenster bunt bemalt waren. Die kindliche Welt gab ihr das Gefühl, hier in Sicherheit zu sein. Auf der Rückseite des Kindergartens stiess sie auf ein hölzernes Spielhäuschen. Vorsichtig streckte sie ihren Kopf hinein und sah, dass der Boden trocken war. Sie setzte sich und lehnte ihren Kopf an die Wand.

Zurück