Höner Peter

Peter Höner wurde am 17. Januar 1947 in Eupen (Belgien) geboren. Er wuchs in Belgien und in der Schweiz auf, wohin seine Familie gezogen war. Nach der Matura absolvierte Höner ein Schauspielstudium an der Hochschule für darstellende Kunst und Musik in Hamburg. Danach arbeitete er als Schauspieler unter anderem in Basel, Bremen und Berlin. Seit 1981 ist Peter Höner freier Schriftsteller, Regisseur und Schauspieler. Neben Theaterstücken und Hörspielen hat der Autor in den letzten Jahren vor allem mit Kriminalromanen auf sich aufmerksam gemacht. Inspiration lieferte Höner unter anderem auch sein Afrikaaufenthalt von 1986 bis 1990: Er begleitete seine Frau, die als Korrespondentin auf dem schwarzen Kontinent arbeitete. Von 1997 bis 2000 präsidierte Peter Höner die Schriftstellervereinigung „Gruppe Olten“. Höner lebt heute in Wien.

Links
www.peterhoener.ch/

Werke:
  • En Muurerstreik. Theater. Baden und Zürich, 1981
  • Abschied von Venedig. Theater. Frankfurt/M.: S.Fischer, 1982
  • Anna und Paul. Theater. Bremgarten und Zürich, 1985
  • Prolet Lear. Theater. Frankfurt/M.: S.Fischer, 1985
  • Nach Babylon. Tragikkomödie. Frankfurt/M.: S.Fischer, 1989
  • Albert und Albert oder Derdiedas Mannfraukind. Theater. Frankfurt/M.: S.Fischer, 1990
  • Rafiki Beach Hotel. Roman. Zürich: Limmat, 1990
  • Das Elefantengrab. Roman. Zürich: Limmat, 1992
  • Seifengold. Roman. Zürich: Limmat, 1995
  • Rezeptur wider das Böse. Theater. Luxemburg, 1995
  • Am Abend als es kühler ward. Roman. Zürich: Limmat, 1998
  • Die indische Prinzessin. Erzählungen. Zürich: Edition Howeg, 1998
  • Die helvetische Sphinx. Theater. Aarau, 1998
  • Café Pelican. Theater. Chur, 1998
  • Bonifaz. Ingenieur seines Glücks. Erzählungen. Zürich: Limmat, 2001
  • Wiener Walzer. Mord im Euronight 467. Zürich: Limmat, 2003
  • Gynt. Zürich: Limmat, 2011

Auszeichnungen:
  • Werkjahr des Kantons Aargau (1982)
  • Werkbeitrag Pro Helvetia (1989)
  • Ehrengabe der Stadt Zürich (1990)
  • Werkbeitrag des Kantons Zürich (1993)
  • Halbes Werkjahr Stadt Zürich (1997)

Textausschnitt aus "Bonifaz. Ingenieur seines Glücks" [S. 95]

Sollte ich je geglaubt haben, mein Gartenhaus werde für mich einmal zu einer Art Klause, so hatte ich mich gründlich getäuscht. Wann immer ich mich nach der Arbeit in diesen vier Wänden erholen wollte, wurde ich gestört. Ich hatte kaum die Türe aufgeschlossen, meinen Sessel unters Fenster gerückt oder mir eine Pfeife gestopft, so erhielt ich Besuch.
Eine der Hausangestellten, der Nachtwächter oder dessen Söhne, die Freunde und Geschwister unserer Angestellten, Kinder, Bonifaz, ein Typ, der mir die Schreibmaschine reinigen wollte (obwohl ich seit Jahren keine mehr besitze, sondern alles von Hand oder auf meinem Laptop schreibe), Leute, die behaupteten, sie müssten das Haus von Ungeziefer befreien, irgendjemand kam immer, hatte ein Anliegen, brauchte Geld, überbrachte Grüsse oder berichtete von Verwandten, die ich nicht kannte. Und wenn ich mir einmal ein paar freie Minuten gesichert hatte, so drängten sich die Hunde in die Hütte, legten sich unter den Eingang und liessen so grauenhafte Fürze fahren, dass ich aufbrausend ihren Namen schrie.
Kurzum, von der ursprünglichen Idee eines Büros im Garten, in dem ich ungestört lesen oder Briefe schreiben konnte, blieb nicht viel übrig, auch wenn mir ab und zu ein Brief gelang.

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