Gomringer Eugen

Eugen Gomringer wurde am 20.1.1925 in Cachuela Esperanza (Bolivien) als Sohn eines Schweizers und einer Bolivianerin geboren. Er wuchs in der Schweiz auf und besuchte die Oberrealschule in Zürich. Anschliessend studierte er von 1944-1952 Kunstgeschichte und Nationalökonomie in Bern. Es folgten längere Aufenthalte in Rom, Paris und London. In den frühen fünfziger Jahren war Gomringer Mitarbeiter von Max Bill an der Hochschule für Gestaltung in Ulm. In Analogie zu dessen "Konkreter Kunst" begründete er die "Konkrete Poesie", wobei seine Arbeit als Literat immer stark von der bildenden Kunst geprägt blieb. Neue Sprachräume und die Autonomiesetzung des Wortes waren Kernpunkte der neuen Form. 1952 hatte Gomringer bereits die Schweizer Kunstzeitschrift "Spirale" zusammen mit Dieter Roth und Marcel Wyss gegründet. Im folgenden veröffentlichte er eigene Lyrikbändchen und publizierte Texte zur Konkreten Poesie und zur Kunsttheorie. Mit der Gründung von "eugen gomringer press" im Jahr 1959 fand Gomringer den Weg in die industrielle Werbung. So war sein Leben in den Sechziger Jahren auch durch sein Engagement in der Wirtschaft geprägt. Gomringer leitete den Schweizer Werkbund und war Kulturbeauftragter einer Unternehmung. Als Herausgeber der Schriftenreihe "konkrete poesie – poesia concreta" (1960-1965) blieb er der Literatur direkt verhaftet. Von 1978-1990 lehrte Eugen Gomringer an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf als Professor für Theorie der Ästhetik. Lehraufträge führten in nach Bamberg (1986) und Arkansas (1990). Gomringer zeichnet als Intendant für das Internationale Forum für Gestaltung (IFG) in Ulm verantwortlich und leitet das Institut für Konstruktive Kunst und Konkrete Poesie im bayerischen Rehau, wo er heute lebt.

Links
www.nzz.ch/feuilleton/buecher/der-schweizer-indianer-1.18472360
www.youtube.com/watch?v=8PFsSyOtpIs

Werke:
  • Konstellationen. Lyrik. Bern: Spiral Press, 1953
  • 33 Konstellationen. Lyrik. St.Gallen: Tschudy, 1960
  • Konstellationen. Lyrik. Frauenfeld: Eugen Gomringer Press, 1961
  • Worte sind Schatten. Die Konstellationen 1951-1968. Reinbek: Rowohlt, 1969
  • Eugen Gomringer 1970-1972. München: Planegg, 1973
  • Das Stundenbuch. Gedichte. München: Hueber, 1965
  • Konstellationen. Ideogramme. Stundenbuch. Stuttgart: Reclam, 1977
  • Identitäten. Lyrik. Köln: Verlag Constantin Post, 1981
  • Dabei sein, mittun. Lyrik. Zürich: Edition Howeg, 2000
  • Entropie. Lyrik. Sulgen/Zürich: Niggli AG, 2000
  • Gesamtausgabe. 5 Bde. Wien: Edition Splitter, 1988ff. (3. Band, 2000)
  • eines sommers sonette/a summer's sonnets. Edition Signathur, 2008
  • 100 Jahre Konkrete Kunst. Grosswolfgers: Bibliothek der Provinz, 2010
  • du hilfst mir kundig denken was ich sichte. sonette seit 2008. Rehau: Burg Verlag, 2015

Auszeichnungen:
  • Preise: Mitglied der Akademie der Künste, Berlin (1971)

Textausschnitt aus --> siehe Links

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