Ganz Raffael

Raffael Ganz wurde 1923 im sanktgallischen St.Margrethen geboren. Jahrelange Aufenthalte in Marokko, Spanien, Finnland und den USA widerspiegeln sich in den literarischen Werken des Weltenbummlers. In der Sammlung von Prosatexten „Im Zementgarten“ hat Raffael Ganz als einer der ersten Schriftsteller das Problem der Fremdarbeiter in der Schweiz zur Darstellung gebracht. Kurzgeschichten sind die vorherrschende Form im Werk von Raffael Ganz. So hat er einmal selber gesagt: „Die ,short story` ist der Fiebermesser der Zeit.“ 1966 hat er mit „Schabir“ seinen einzigen Roman vorgelegt, welcher fast zwanzig Jahre später in einer leicht überarbeiteten Taschenbuchausgabe wieder erschienen ist. Am 2. Januar 2004 ist Raffael Ganz nach langer Krankheit, seiner Sprache und Erinnerungen beraubt, gestorben.

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www.nzz.ch/article8RQAZ-1.234895

Werke:
  • Piste impériale. Erzählung. St.Gallen: Tschudy, 1959
  • Orangentraum. Erzählungen aus Marokko. Zürich: Artemis, 1961
  • Abend der Alligatoren. Erzählungen. Zürich: Artemis, 1962
  • Schabir. Roman. Zürich: Artemis, 1966
  • Von Dohlen und Zeit. Gütersloh: Mohn, 1967
  • Im Zementgarten. Prosatexte. Zürich: Orell Füssli, 1971
  • Schneefahrt. Zürich: Hug&Söhne, 1979
  • Sandkorn im Wind. Erzählungen. Zürich: Orell Füssli, 1980
  • Sayed Schabir. Abenteuer im Zweistromland. Roman. Frankfurt/M.: Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1985 (leicht überarbeitete Lizenzausgabe)

Auszeichnungen:
  • Hörspielpreis Radio Zürich (1951)
  • Schiller Preis Stadt und Kanton Zürich (1963)
  • Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis (1963)

Textausschnitt aus "Im Zementgarten" [S. 66-67]

W.B.: „... die Glocken läuteten gerade den Sonntag aus, und da unser Haus neben der Kirche steht, hörten wir die Hausglocke nicht gleich. Er muss wohl mehrere Male geläutet haben. Kurz, er stand vor der Tür mit seinem Bündel, mein erster Italiener. Ich hatte später viele andere, sie kamen und gingen, aber Eolo blieb durch all die Jahre hindurch bei mir, mein bester Arbeiter, und darum hatte er auch gewisse Rechte. Ja, das kann man wohl sagen: Eolo war ein besonderer Italiener, kein Tschingg.“ (Brunschwiler lachte bei diesem Wort verlegen.)

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