Berger Lore

Als Studentin schrieb die 1921 in Basel geborene Lore Berger ihren einzigen Roman. "Der barmherzige Hügel" wurde 1943 im Rahmen eines Wettbewerbs der Büchergilde entdeckt. Er erschien 1944, ein Jahr nach dem Selbstmord der Autorin. Gesellschaftskritische und lyrische Passagen zeichnen das Werk aus, das die Geschichte von Esther erzählt, einer junge Frau, die sich in einer Art Hungerstreik befindet. Sie verweigert sich dem Leben, weil sie nicht finden kann, wonach sie am meisten verlangt: Leidenschaft und Liebe. Der Roman erzielte den Durchbruch erst in der von Charles Linsmayer betreuten Neuausgabe.

Werke:
  • Der barmherzige Hügel. Eine Geschichte gegen Thomas. Zürich / Hamburg: Arche,1981 (Neuausgabe)

Textausschnitt aus "Der barmherzige Hügel" [S. 166]

Es müsste jetzt ein Paradies geben, einen goldenen Tag voll sprudelnd blauer Wasser und weiter, sanfter Hügel - ein Land, wo ich mich freuen könnte. Es müsste ein Lied geben, das so schön wäre, dass seine Melodie alle Tränen trocknete. Es müsste einen Menschen geben, in dessen Gegenwart man Ausgestandenes vergässe. Oh! Ich möchte immer in jenem Land leben, jenes Lied singen, bei jenem Menschen meine Zeit verbringen. Aber die Tage sind so grau und haben wenig Schönheit zu geben.

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