Bardill Linard

Linard Bardill wurde am 16.10.1956 in Chur geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend im Kanton Graubünden. Während sieben Jahren besuchte Bardill das Internat in Schiers. Im Jahr 1977, nach der erfolgreichen Matura, unternahm er eine halbjährige Reise nach Indien per Autostopp. Wieder zurück in der Schweiz entschied er sich für das Studium der Theologie an der Universität Zürich, welches er 1984 abschloss. Ehe sich Linard Bardill dem Theater zuwandte, verdiente er seinen Lebensunterhalt mit dem Strassenverkauf handgeschriebener Gedichte. Danach startete er eine erfolgreiche Laufbahn als Liederer und Kabarettist. In den letzten Jahren hat der in Scharans (GR) lebende Bardill, auch als Autor von Kinderbüchern Beachtung erlangt.

Links
www.bardill.ch

Werke:
  • Nachtgesichte. Lyrik. Bern: Zytglogge, 1984
  • Fortunat Kauer. Roman (deutsch/rumantsch grischun). Bern: Zytglogge, 1998
  • Das geheimnisvolle Buch. Aus dem Rucksack von Andri. Kinderbuch. Bern: Zytglogge, 1998
  • Das gelbe Ding. Illustrationen von Miriam Monnier. Kinderbuch. Gossau: Neugebauer, 2001
  • Ro und die Windmaschine. Jugendroman. Gossau: Neugebauer, 2001
  • Ro und Gambrin. Jugendroman. Gossau: Neugebauer, 2002
  • Die Baumhütte Falkenburg. Illustrationen von Miriam Monnier. Kinderbuch. Gossau: Neugebauer, 2002
  • Ro Ramusch. Jugendroman. Gossau: Neugebauer, 2003
  • Beltrametti kann nicht schlafen. Illustrationen von Miriam Monnier. Kinderbuch. Gossau: Neugebauer, 2003
  • Zaubermaus und Marzipan. Bilderbuch mit Ill. von Jakob Kirchmayr. Gossau: Neugebauer, 2004
  • Das Leben ist ein Fest. Bilderbuch mit Ill. von John A. Rowe. Gossau: Neugebauer, 2004
  • Hubert, Oma und die Sternschnuppe. Kinderbuch. Gossau: Nord-Süd, 2006
  • Aufs Leben los. Literarisches Allerlei. Zürich: Limmat, 2007
  • 3 Geschichten aus dem Wunderland. Bilderbuch. Bargteheide: Minedition, 2008
  • Ami Sabi im Schneewunderland. Zürich: Atlantis Kinderbücher, 2008
  • Nicht so schnell, Wilhelm Tell. Kinderbuch. Zürich: Atlantis, 2010
  • Die Rose von Jericho. Bilderbuch. Zürich: Atlantis. 2010
  • Mis Zauberbett heisst Bernadett. Musikaufnahme. Gümligen: Wigra Sound Service, 2011
  • Gucken, was der Mond so macht. 22 Kinderlieder. Hamburg: Neue Medien, 2011
  • Der kleine Buddha. Geschichten, Lieder und Gedichte. Zürich: Limmat, 2012
  • Clà Ferrovia reist zu den Gnomen ins Farbenland. Thun/Gwatt: Werd & Weber, 2016

Auszeichnungen:
  • Förderungspreis der Stadt Zürich (1989)
  • Deutscher Kleinkunstpreis (1990)
  • Salzburger Stier (1990)
  • Förderungspreis Kanton Graubünden (2000)

Textausschnitt aus "Fortunat Kauer" [S. 31]
Seit ich ein Stück meiner Erinnerung verloren habe, sehe ich alles anders, laufe wie auf Eiern, bin unsicher, staune über all die Leute, die zu wissen scheinen, wer sie sind, was sie zu tun haben, was gestern war und was als Nächstes kommt. Die aufs Tram warten. Die ihren Kaffee trinken. Die in ihren Büros sitzen. Ich frage mich, ob sie noch nichts gemerkt haben, würde mich gerne zu ihnen setzen und sie fragen, ob alles in Ordnung ist, so wie es ist. Ob ihnen ernst ist mit dem Kaffeetrinken. Mit dem Aufs-Tram-Warten. Mit dem Im-Büro-sitzen. Aber ich tue es nicht. Dafür komme ich mit den anderen ins Gespräch. Mit denen, die auf nichts warten. Die nirgendwo hin wollen. Die scheinbar sinnlos herumlaufen. Der Typ, der dauernd versucht, Leute zum Bier einzuladen, aber kein Geld hat. Ein anderer, der stundenlang von Kneipe zu Kneipe geht und so lange grölt, bis dem Wirt der Kragen platzt. Oder auf der Tramhaltestelle die junge Frau mit dem Kanister. Als wolle sie die Stadt anzünden.

Zurück