Neuerscheinungen Herbst 2016

Der letzte Zeitungsleser   Angele, Michael: Der letzte Zeitungsleser. Berlin: Galiani Berlin, 2016

Zugegeben, nicht jeder Zeitungsleser ist ganz so fanatisch wie Thomas Bernhard: Als er dringend einen Artikel in der NZZ lesen wollte, diese aber im heimischen Ohlsdorf nicht zu haben war, machte er sich auf nach Salzburg; aber da gab es die Zeitung auch nicht. Also ging es nach Bad Reichenhall, dann nach Bad Hall, dann nach Steyr und am Ende waren 350 Kilometer zurückgelegt auf der Suche nach dem Suchtstoff. Manchen geht es nicht unähnlich, wenn keine Zeitung zur Hand ist. Doch egal wie stark die Sucht gar nicht so weniger auch sein mag - die Vielfalt der deutschsprachigen Zeitungslandschaft, ja, die Tageszeitung an sich, wird wohl nicht zu retten sein. Da geht etwas verloren... [Aus dem Klappentext]





Käfigland   Baumgartner, Danielle: Käfigland : ein Schweizer Politthriller. Olten: Knapp, 2016

Die Schweiz im Jahr 2021: Seit drei Jahren regiert nicht mehr der Bundesrat das Land, sondern eine Regierungskoalition. Premierminiser Sebastian Bracher gewann damals die Wahlen mit dem Leitsatz "Die Schweiz für die Schweizer - Schluss mit den Diktaten aus Brüssel und Washington". Patricia Niederbaum, Parteipräsidentin der Sozialdemokraten, will mit dem von ihr angeführten Oppositionsbündnis die Regierung Bracher Stürzen. Bracher mobilisiert alle Kräfte, um dies zu verhindern. Doch hat Patricia Niederbaum weitere, ihr nicht bekannte Widersacher? Kann sie ihren Mitgenossen vertrauen? Wer bedient die Boulevardpresse mit diskreditierenden Informationen über sie?






Wunderbare Jahre   Berg, Sibylle: Wunderbare Jahre : als wir noch die Welt bereisten. München: Hanser, 2016

1. Januar 2016. Sibylle Berg ist in Tel Aviv, Familienbesuche, Bekannte, Freunde, und draussen gehen die Böller los. Moment mal, Böller zu Silvester gibt es nicht in Israel. Zu nervös die Leute, zu angespannt die Situation. Schreiende Menschen kommen die Strasse gelaufen. Kinder weinen. Sie ducken sich, sie flüchten in Hauseingänge. Was sich unter dem Balkon abspielt, ist kein Fest, es ist ein Anschlag. Sibylle Berg ist viel gereist und hat darüber viel geschrieben. Jetzt ist der Spass vorbei. Wollen wir wirklich in einer Welt herumfahren, wo direkt neben den Tourismus-Spektakeln die Armut auf der Strasse sitzt und die Bomben fliegen? Sibylle Berg erzählt, wie die Welt war, als wir noch Fernweh hatten: schön, abenteuerlich, romantisch. Und sagt, wie sie heute ist: zum Weglaufen. Aber wohin?  [Aus dem Klappentext]




Der Lauf der Liebe   Botton, Alain de: Der Lauf der Liebe. Frankfurt a.M.: Fischer, 2016

Am Anfang ist jede Liebe leicht. Aber wie geht es mit ihr weiter? Einfühlsam und klug zeigt uns Alain de Boton, warum sich das Wagnis der Liebe lohnt und wie es gelingt, das Glück zu zweit zu finden.
"Der Erfolg einer Beziehung besteht nicht darin, vernünftig zu sein, sondern zuzugeben, in manchen Dingen verrückt zu sein". Alain de Botton




Dr Chlaueputzer trinkt nume OrangschinaDr Chlaueputzer trinkt nume Orangschina   Burren, Ernst: Dr Chlaueputzer trinkt nume Orangschina. Muri: Cosmos, 2016

Die "Tagesschau" schaut Bethli schon lange nicht mehr, weil sie nicht mehr sehen will, "was aues Verruckts passiert uf dere Wäut". Doch die Welt ist auch vor Bethlis Tür nicht heil: Da liegt eine Fremde im Brunnentrog, und die will partout nicht mehr raus aus dem Wasser. In seinem ersten Roman nimmt uns Ernst Burren mit zur Familie Abegglen. Anni schwärmt auch im hohen Alter noch für John Wayne. Turi möchte ein Wohnmobil samt einer jüngeren Frau. Reto enttäuscht seinen Vater, weil er nicht ein Lionel Messi werden will. Jasmin reist nach Kopenhagen zu einer Samenbank, und Fridu wünscht Fränzu, seinem Ross, stets eine gute Nacht und tätschelt ihm den Hals, "was är", wie Bethli sagt, "mit mir nie macht".








Das Leben ist gut   Capus, Alex: Das Leben ist gut. München: Hanser, 2016

Abends steht Max hinter dem Tresen seiner Bar und hört sich die Geschichten der Gäste an. Tagsüber bringt er mit seinem Handkarren das Altglas weg, repariert das Mobiliar, begibt sich auf die Suche nach einem ausgestopften Stierkopf - oder legt sich mit Immobilienspekulanten an. In seinem neuen Roman stellt Alex Capus einen Erzähler in den Mittelpunkt, der mit sich selbst im Reinen ist, der mit scharfem  und versönlichem Blick das verteidigt, was im Alltag und der Hektik schnell übersehen wird. Das Leben ist gut ist ein Roman über das Menschsein, gute Freundschaften und das Leben - vor allem aber eine Hymne auf die grosse Liebe. [Aus dem Klappentext]




Die Prinzessin, der General und die Sängerin   Capus, Alex ; Hohler, Franz ; Lenz, Pedro: Die Prinzessin, der General und die Sängerin. Olten: Knapp 2016

Flanieren mit Alex Capus, Franz Hohler und Pedro Lenz. Mit ihren Geschichten auf dem Schweizer Schriftstellerweg in Olten begleiten sie die Zuhörer auf der Audiotour durch die Stadt. Die 24 Kurzgeschichten, die in diesem Buch nun versammelt sind, könnten aber auch in Zürich, Berlin, Wien, Basel oder Bern spielen. Capus beschreibt die helle Aufregung im Strandbad: Stéphanie von Monaco liegt bäuchlings auf ihrem Badetuch und raucht eine Zigarette. Hohler lässt uns an seinen Kindheitserinnerungen teilhaben. So erfahren wir, warum er und General Guisan wegen eines Kusses Rivalen wurden. Und Lenz erliegt der Sängerin, die nur für ihn alleine in aller Öffentlichkeit ein Lied singt.  [Aus dem Klappentext]




Tod in Leipzig   Gmür, Harry: Liebe und Tod in Leipzig. Berlin: Europa, 2016

Der romantischen Tradition folgend erzählt Harry Gmür, der während der Entstehungsphase seines Romans gerade einmal 21 Jahre alt war, von der schicksalhaften Liebesbeziehung zwischen dem Gymnasiasten Rudolf Steinberg und seiner Angebeteten Agnes Klinger. Als sich Agnes` Eltern entschieden zwischen das junge Paar stellen, verlassen Rudolf und Agnes heimlich ihre Schweizer Heimat. Unverheiratet und ohne klare Perspektiven ziehen sie in Rudolfs zukünfigen Studienort Leipzig, wo sich alles zum Guten zu fügen scheint. Doch als die attraktive Schauspielerin Esther Löwental in das Leben des jungen Paares tritt, wird ihre Liebe erneut auf eine harte Probe gestellt... [Aus dem Klappentext]




Klausjäger   Götschi, Silvia: Klausjäger. Köln: Emons, 2016

Eine jahrhundertealte Tradition endet dramatisch: Beim Klausumzug in Küssnacht treibt inmitten von Schmutzlis Iffelen und Klausjägern ein Mörder sein Unwesen. Ausgerechnet der heilige Sankt Nikolaus liegt erschossen in der Bahnhofstrasse des ansonsten so beschaulichen Rigidorfs. Valérie Lehmann und ihr Team stehen vor einem Rätsel. Und je tiefer sie graben, desto Unglaublicheres kommt ans Tageslicht.




Unter den Trümmern verborgen   Gold, Anne: Unter den Trümmern verborgen. Basel: Reinhardt, 2016

Kurz nach der Fertigstellung fällt der Neubau des Stararchitekten Yvo Liechti im St. Johann-Quartier wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Sein Schulfreund Kommissär Francesco Ferrari und dessen Assistentin Nadine Kupfer, die mit dem Architekten liiert ist, sind entsetzt. Tatenlos müssen sie zuschauen, wie externe Experten mit den Ermittlungen beginnen. Doch es kommt noch schlimmer - kurz darauf wird der zuständige Baukontrolleur ermordet. An einen Zufall glauben weder Nadine noch der Kommissär. Steckt der Stararchitekt womöglich hinter dem Mord? Und was soll mit dieser Tat vertuscht werden? Eine heikle Situation, in die Ferrari und seine Kollegin geraten, obwohl sie den Fall aus Befangenheit schon längst hätten abgeben müssen...







 




Mädchen für Morris   Graf, Roman: Mädchen für Morris. München: Knaus, 2016

Sein Leben lang träumte Albert Keller davon, Schriftsteller zu werden. Aber statt Literatur selbst zu erschaffen, hat er es nur zum Dozenten gebracht. Und sein Sohn Morris, der das Zeug zum Schriftsteller gehabt hätte, ist mit vierzehn Jahren tödlich verunglückt. Später lernt Albert den jungen, erfolgreichen Autor Jean Mason kennen, der auf der Suche nach Stoff für einen neuen Roman ist. Albert erzählt ihm von Morris, dass diesem die Erfahrung der Liebe verwehrt blieb und er im Geheimen passende Mädchen für ihn sucht. Nach dem überraschenden Tod Masons begegnet Albert dessen Tochter Joëlle. Bald sieht er in ihr das "Mädchen für Morris" - bis er erkennt, dass er in Wahrheit selbst das junge Mädchen begehrt. [Aus dem Klappentext]




Ein passender Mieter   Hartmann, Lukas: Ein passender Mieter. Zürich: Diogenes, 2016

Als ihr Sohn Sebastian auszieht, bleiben Margret und Gerhard Sandmaier allein zurück. Besonders Margret leidet unter der Leere im Haus. Gerhard hat seinen Beruf als Geschichtsprofessor, aber Margrets Teilzeitjob in der Buchhandlung und die Deutschstunden, die sie Flüchtlingskindern gibt, füllen sie nicht aus. Und Sebastian, gerade erst flügge geworden, hält schmerzliche Distanz. Die Sandmaiers beschliessen, den Anbau, in dem ihr Sohn gewohnt hat, zu vermieten. Der passende Mieter ist bald gefunden: ein junger Fahrradmechaniker, unauffällig, höflich, wortkarg. Doch als sich die Schlagzeilen über einen Messserstecher häufen, der in der Stadt sein Unwesen treibt, regt sich in Margret ein schlimmer Verdacht... Vater, Mutter, Sohn - was eben noch felsenfest schien, greät ins Wanken. In Margrets Leben bleibt kein Stein auf dem anderen.  [Aus dem Klappentext]




Ich wäre überall und nirgends   Ich wäre überall und nirgends : Appenzeller-Anthologie - Literarische Texte seit 1900. Schwellbrunn: Appenzeller, 2016

Spricht man vom Appenzellerland, sind Klischees unvermeidlich: Bläss und Kuh, Sennen und Silvesterchläuse, Alpstein und Heimarbeit. Von all dem ist hier zu lesen - aber noch weit mehr: von Arbeit, Weitsicht und Enge, von Durchreise und Asyl, von Mystik und Rebellion. Die Texte dieser Anthologie zeichnen das Bild einer Region, in der sich Traditionen halten, aber zugleich die Modernisierungsschübe über die zwei Jahrhunderte nachlesen lassen. Die Anthologie, ein Projekt der Ausserrhodischen Kulturstiftung, versammelt Texte in Schriftdeutsch und Dialekt von rund 150 Autorinnen und Autoren. Sie ist die erste ihrer Art, mit umfassendem Blick auf das literarische Schaffen beider Appenzell von 1900 bis zur Gegenwart - und, dank Webportal, in die Zukunft hinein.



Täuschung   Ivanov, Petra: Täuschung. Zürich: Unionsverlag, 2016

Was ist das Geheimnis um Jasmin Meyers Vater? Er hat sie verlassen, als sie noch ein Kind war, hat sich nach Thailand abgesetzt, war dort in dubiose Geschäfte verwickelt und gilt seit nunmehr zehn Jahren als verschollen. Die Mutter verstummt, wenn die Rede auf ihn kommt, und wirft so immer drängendere Fragen auf anstatt sie zu beantworten. Jasmin beschliesst, nach Thailand zu reisen und sich auf die Suche zu machen. Die Reise stellt sie und ihren Freund Pal Palushi vor ungeahnte Herausforderungen. Sie sucht im ganzen Land, unter Einheimischen und Schweizer Auswanderern, in geheimnisvollen Höhlen und dubiosen Bars nach Puzzlestücken der Vergangenheit. Mächtige Clans wollen sie ausschalten. Zuletzt stösst sie auf Dinge, die sie und ihre Familie im Innersten erschüttern.  [Aus dem Klappentext]




Die Toten   Kracht, Christian: Die Toten. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2016

"Die Toten" führt uns mitten hinein in die gleissenden, fiebrigen frühen dreissiger Jahre, als die Moderne, besonders die Filmkultur, ihre vorerst letzte Blüte erlebte. In Berlin, "dem Spleen einer unsicheren, verkrampften, labilen Nation", versucht ein Schweizer Filmregisseur, euphorisiert durch einen gewissen Siegfried Kracauer und eine gewisse Lotte Eisner, den UFA-Tycoon Alfred Hugenberg zur Finanzierung eines Films zu überreden, genauer gesagt: eines Gruselfilms, genauer gesagt: in Japan. Dort, auf der anderen Seite des Globus, bereitet zur selben Zeit der geheimnisvolle Japaner Masahiko Amakasu ein Komplott gegen die internationale Allmacht des Hollywoodfilms vor.











 




Wenn du dein Haus verlässt, beginnt das Unglück   Küng, Max: Wenn du dein Haus verlässt, beginnt das Unglück. Zürich: Kein & Aber, 2016

Als alle Bewohner der Lienhardstrasse 7 gleichzeitig die Kündigung der Wohnung erhalten und notgedrungen mehr miteinander zu tun haben, entdecken sie bei ihren Nachbarn ungeahnte Charaktereigenschaften und Obsessionen. Nach und nach verknüpfen sich die Schicksale der Einzelnen und fügen sich zu überraschenden Konstellationen: ein intimer, mal entlarvender, mal witziger Einblick in das Leben anderer.










Di schöni Fanny   Lenz, Pedro: Di schöni Fanny. Muri: Cosmos, 2016

Drei Künstler und Tagediebe stolpern in dieser tragisch-komischen Geschichte durch das neblige Olten: Jackpot, der erfolglose Schriftsteller, der auf Hunde und Pferde wettet, und die beiden Maler Louis und Grunz, die das Leben und die Schönheit lieben. Ihre Hingabe zur Kunst und zu den kleinen Freuden des Alltags scheint die drei Freunde zu erfüllen. Doch dann tritt die schöne Fanny in ihr Leben. Allein durch ihre Präsenz bringt Fanny das scheinbar stabile Gleichgewicht der Männerfreundschaft ins Wanken. Mit der Leichtigkeit des Seins ist es bald vorbei. Jeder begehrt Fanny, aber keiner scheint zu verstehen, was Fanny begehrt. [Aus dem Klappentext]




Was kann einer allein gegen Zen Buddhisten   Matter, Mani: Was kann einer allein gegen Zen Buddhisten : Philosophisches, Gedichte, Politisches, Erzähltes und Dramatik. Basel: Zytglogge, 2016

Dieser Band mit Unveröffentlichtem aus dem Nachlass von Mani Matter zeigt die Breite seines Schaffens. Nach literarischen Gattungen geordnet gibt die Sammlung Einblick in Mani Matters frühe Texte, zeigt seinen Drang zu formulieren und seine Liebe zur Sprache und zur Philosophie, ob in alltäglichen oder politischen Überlegungen, ob in Gedichten oder im Bühenstück "Der Unfall".

"Es bleibt das Staunen und der Respekt, was alles sich in diesem jungen Kopf zutrug, wie ausgereift manche Sätze wirken und um was für einen Autor wir betrogen wurden, der gerade erst im Werden war. Wir ahnen: Da wäre noch viel gekommen, da hätte sich einer eingemischt und zu Wort gemeldet." Guy Krneta





 




Helios Transport   Merz, Klaus: Helios Transport : Gedichte. Innsbruck: Haymon, 2016

In seinem neuen Lyrikband bringt Merz alle Tonlagen zum Klingen: Melancholie, Erinnerung, Liebe und Verlust - und satirische Schärfe im Blick auf unsere Gegenwart. Dabei strahlen seine Gedichte stets eine kraftvolle Ruhe aus, und sie lenken unsere Aufmerksamkeit in ihrer reduzierten, klaren Sprache auf das Wesentliche.









Hundert Tage mit meiner Grossmutter   Micieli, Francesco: Hundert Tage mit meiner Grossmutter. Basel: Zytglogge, 2016

Soeben zwanzig geworden und mit dem Gefühl, dass nun das richtige Leben beginnt, erreicht Mario die Nachricht, dass seine Grossmutter im Streben liege. Wie in einem Computerspiel ist plötzlich ein Hindernis da. Nur mit Vorsicht und Aufmerksamkeit lässt es sich meistern, nötig sind eine ruhige Hand und ein klarer Verstand. Das alles nimmt sich Mario vor, als ihn seine Grossmutter bittet, die, wie sie sagt, "letzten hundert Tage" mit ihr zu verbringen. Sie verspricht ihm dafür grosse Weiheiten. Sie beide kennen das Spiel mit den Weisheitssätzen, sie hatten es schon oft gespielt. Mario mietet ein Zimmer in der Nähe des Pflegeheims, ist jeden Tag bei ihr und führt ein Journal. [Aus dem Klappentext]




Mord in Switzerland 2   Mord in Switzerland 2 : 18 Kriminalgeschichten. Schwellbrunn: Appenzeller, 2016

Das Verbrechen in der Schweiz geht in die zweite Runde! Nach dem Erfolg des Vorgängers Mord in Switzerland, präsentieren die Herausgeberinnen Mitra Devi und Petra Ivanov eine weitere Sammlung spannender Stories. Band 2 enthält 18 ernste, humorvolle und packende Kriminalgeschichten von bekannten Schweizer Autorinnen und Autoren sowie von vielversprechenden Neuentdeckungen. Sie alle treiben in verschiedenen Kantonen literarisch ihr Unwesen: morden, rauben, stehlen und betrügen von Genf bis ins Engadin, vom Bodensee bis zum Lago Maggiore. Diesmal sind auch französiche, italienische, rätoromanische und englische Kurzkrimis dabei, die ins Deutsche übersetzt wurden. Ein lustvoller Sprung über die Eidgenössischen Sprachgrenzen mit viel Lokalkolorit, eingebettet in mitreissende Geschichten. Typisch schweizerisch und erstaunlich international.




Als London unterging   Morello, Katharina: Als London unterging. Schwellbrunn: Orte, 2016

Ein afrikanischer Asylbewerber überlebt die schwierige Flucht in die Schweiz. Hier ertrinkt er in einem See. Für die Behörden ist der Fall bald abgeschlossen. Doch das Dorf ist entzweit, die Einheimischen liegen sich in den Haaren, ein Familienkrach bricht aus, ein Verkehrsunfall geschieht - für die angereiste afrikanische Verwandte des Verstorbenen ist es eindeutig: Die Ahnengeister sind in Aufruhr und müssen besänftigt werden. "Als London unterging" ist ein Schauspiel über das Zusammentreffen der Schweizer und der afrikanischen Kultur. Eine Geschichte über ein Stück aktuelles Zeitgeschehen.




dieses altmodische Gefühl   Pellandini, Bruno: Dieses altmodische Gefühl. Salzburg: Residenz, 2016

Ein Mann und eine Frau. Ildefons Krehmayr, genannt Illo, 49, gutsituierter Baumeister und geschiedener Vater einer pubertierenden Tochter, bislang gemässigt in seinen Leidenschaften und Ambitionen, lernt zufällig Pernilla Brigido kennen, einst gefeierte Theaterschauspielerin, nun mit knapp 70 eine bezaubernd elegante, lebenslustige Dame der Wiener Gesellschaft. Zwischen den beiden entwickelt sich eine hinreissend unmögliche Liebesgeschichte, durch die sich die beiden mit der Grazie geübter Tänzer bewegen, bis ihnen das Begehren ein Bein stellt und eine Grenze übertreten wird. Dennoch brechen die beiden Liebenden gegen jede Vernunft zu einer sommerlichen Überlandpartie auf...




Manitoba   Reichlin, Linus: Manitoba. Berlin: Galiani Berlin, 2016

Er war noch ein kleiner Junge, als seine Mutter ihm das Familiengeheimnis anvertraute: dass sein Urgrossvater ein Indianer gewesen sei, in den sich die Urgrossmutter, die einst in Amerika als Lehrerin in der Missionsschule gearbeitet hatte, verliebte. Allerdings wurde er kurze Zeit später ermordet und die Urgrossmutter kehrte in die Schweiz zurück. Es fiel gerade Schnee, als die Mutter über die Vorfahren sprach: Amerika und die Welt der Indianer waren sehr weit weg, die ganze Sache klang wie ein fremdes, exotisches Märchen. Doch viele Jahre später - aus dem Jungen ist inzwischen ein mässig erfolgreicher Schriftsteller geworden - begibt er sich auf die Spur seiner Ahnen. Die Tagebuchaufzeichnungen seiner Urgrossmutter sollen ihm wie der Faden der Ariadne dazu verhelfen, seine indianischen Wurzeln zu finden. Doch erweisen sich die Aufzeichnungen als ungenau, ja scheinen oft nicht zu stimmen. Die Geschichte seiner Abstammung wird immer löchriger, je tiefer er sich in sie hineinbegibt und das Schicksal der Arapaho und der anderen Indianerstämme kennenlernt, die in Reservate gedrängt wurden, weil Siedler aus Europa kamen, sich Land nahmen und es angeblich zivilisierten. Die Geringschätzung der hochentwickelten Indianerkultur ärgert ihn immer stärker, je mehr er sich sehnsüchtig mit ihr identifiziert. Als er in einer einsam gelegenen Hütte in den Wäldern von Manitoba versucht, für eine Weile wie seine indianischen Vorfahren zu leben, muss er jedoch erfahren, dass auch er als unwillkommener Eindringling angesehen wird. [Aus dem Klappentext]






Anaconda 0.2   Richle, Urs: Anaconda 0.2. Zürich: Limmat, 2016

An einer politischen Demo wird Leo, ein junger Mann von zwanzig Jahren, von einem Hartgummigeschoss der Polizei so schwer getroffen, dass er ins Koma fällt und stirbt. In ihrer Trauer schlagen die Eltern ganz unterschiedliche Wege ein. Während die Mutter einen Verein für Persönlichkeitsrechte gründet und mit dessen Hilfe den Untersuchungsbericht der Polizei attackiert, versucht der Vater herauszufinden, was für ein Leben sein Sohn geführt hat, seit er vor einem Jahr von zu Hause ausgezogen ist. Bei der Räumung des ehemaligen Kinderzimmers findet er eine seltsame, alte Spieluhr, die sich als geplante Paketbombe entpuppt. Auf der Suche nach den Personen, die mit seinem Sohn in Kontakt standen, dringt er immer tiefer in den digitalen Kampf zwischen Big-Data-Konzernen und Antiglobalisierern vor, an dem sich Leo als Hacker beteiligt hatte. Als der Vater sich von seiner Frau zunehmend zu entfremden droht und gleichzeitig feststellen muss, dass er in Leos digitalem Krieg längst seine eigene Rolle hat, fasst er einen Entschluss. [Aus dem Klappentext]



Das Ketzerweib   Ryser, Werner: Das Ketzerweib. Muri: Cosmos, 2016

Täuferjäger! Und sie ist das Wild, Anna Jacob, die sich gegen Kirche und Obrigkeit auflehnt. In einer Aprilnacht im Jahr 1693 wird sie von den Häschern festgenommen und im Schloss Trachselwald an die Wand des Kerkers geschmiedet. Die Gnädigen Herren von Bern kennen keine Gnade: Täufer werden gefoltert, verbannt oder zu einer Galeerenstrafe verurteilt. Doch Anna, Bäuerin und Mutter von acht Kindern, lässt sich nicht brechen...




Die Schneckeninsel   Schaub, Urs: Die Schneckeninsel. Zürich: Limmat, 2016

Innerhalb von neun Jahren haben sich drei Frauen im Nobelinternat für Mädchen in den Bergen umgebracht, da ist etwas faul, so viel ist Serge Michel von der Berner Mordkommission, früher Abteilung Leib und Leben, klar. Da dort gerade eine Ferienvertretung des Kochs gesucht wird, bitter er seinen Freund Simon Tanner, als solche anzuheuern und sich umzusehen. Es klappt. Als erstes putzt Tanner die Küche und krempelt den Speiseplan um, zur augenblicklichen Begeisterung aller. Dann steht schon der nächste Tote ins Haus.





Da fiel ich in deine Gebäude   Schindler-Wunderlich, Vera: Da fiel ich in deine Gebäude : Gedichte.  Wädenswil: Edition Pudelundpinscher, 2016

Ihr erstes Buch, der Gedichtband Dies ist ein Abstandszimmer im Freien, machte Vera Schindler-Wunderlich auf einen Schlag bekannt. Vom Bundesamt für Kultur wurde diesem 2014 der Schweizer Literaturpreis zugesprochen. Nun legt Vera Schindler-Wunderlich ihren zweiten Lyrikband vor. Sie dürfte damit bestätigen, was ihr Début schon erkennen liess: dass sie ein ungemein feines Gehör und Gespür für die Klänge und die Abgründe der Sprache hat und eine aufmerksame, sensible Beobachterin der Zeitläufe ist. Sie hat "das Auge einer Dichterin, das Abstandsauge" (Lioba Happel), kommentiert aber nicht vom Schreibtisch aus, sondern reflektiert immer auch, welche Rolle sie selbst im alltäglichen Geschehen mit seinen Schönheiten, Schrecken und Ambivalenzen spielt: als Mensch, als Geschöpf, als Schreibende. 




Cheers   Suter, Martin: Cheers : Feiern mit der Business Class. Zürich: Diogenes, 2016

Wenn sich bei Kerzenlicht und Käsefondue die Krawatte lockert und die Zunge löst, heisst das nicht, dass man gefahrlos entspannen darf - im Gegenteil: Nichts ist glatter als das Parkett der feuchtfröhlichen Events. Spätestens dann, wenn der Chef beim Weihnachtsessen den Menschen rauslässt. Oder wenn das Frühstück unter Kadern zu einem Katerfrühstück wird. Überhaupt: Wie hält es der liebe Kollege mit dem Alkohol? Mit wem wird man auf einem Event gern zusammen gesehen und mit wem lieber nicht? Zur Feier des Vertragsabschlusses mit einem Grosskunden erfüllt man jeden Wunsch - auch wenn er aus dem Rahmen fällt. Managergattinen tauschen sich bei der Wellness aus, und die neue Sekretärin bringt den Chef zum Träumen. Nicht nur ein Leitfaden für den gestressten Geschäftsmann, sondern für alle, die unter ihm zu leiden haben: Sekretärin, Untergebene, Ehefrau, Kinder... Man wird den Chef oder den Partner nach der Lektüre mit anderen Augen sehen. [Aus dem Klappentext]

Das Hörbuch dazu ist ebenfalls erschienen.


Die Akte Harlekin   Vaucher, Thomas: Die Akte Harlekin. Basel: Riverfield, 2016

Richard Winter, ehemaliger Kommissar und Experte für Okkultes, ist wenig begeistert, als seine frühere Freundin und Ex-Kollegin Sabine an seine Tür klopft und ihm einen Beraterposten vorschlägt. Aber die Polizei braucht seine Hilfe: Ein Serienkiller lässt seine Opfer blutleer und bar jeglicher Körperflüssigkeit zurück - und alle Angehörigen der Mordopfer begehen kurz nach den Verbrechen Selbstmord! Widerwillig und aus Geldnot lässt sich Winter auf den Auftrag ein. Zusammen mit der Kommissarin Catherine Weiss, die ihm als Partnerin zugeteilt wurde - oder ist sie seine Aufpasserin? -, stösst er schon bald auf eine Gemeinsamkeit, die die Opfer verbindet: sensationell gemalte Porträts, die mit dem Künstlernamen Harlekin signiert sind. Doch was haben die Porträts mit den Todesfällen zu tun? Ist Harlekin der gesuchte Mörder? Und wer verbirgt sich hinter diesem Pseudonym? Auf der Suche nach Antworten gerät Winter bald selbst ins Visier des Killers. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn der Mörder schlägt immer wieder zu... [Aus dem Klappentext]


Die Wolken waren gross und weiss und zogen da oben hin   Zschokke, Matthias: Die Wolken waren gross und weiss und zogen da oben hin. Göttingen: Wallstein, 2016

In seinem neuen Roman geht es um einen, der sich hinlegt, wenn er satt ist; und wenn er Hunger hat, steht er wieder auf. Gern hat er, wenn die Frau, mit der er zusammenlebt, dabei neben ihm liegt und steht. Aber die grossen Schicksalsfragen bleiben ihm trotzdem nicht erspart. Er ist ein Held, dessen Mutter sterben will. Auch sein Freund hat keine rechte Lust mehr am Leben. Beide erhoffen sich, dass der Held sie aus dem Jammertal führen möge. Doch der weiss nicht, wie er das anstellen soll. Lieber geht er Kaffee trinken, schaut Hunden, Frauen und Männern beim Leben zu, was ihm manchmal gefällt, manchmal nicht, isst Käse, der ihm manchmal schmeckt, manchmal nicht, sieht nasse Schnürsenkel an Kinderschuhen und Wolkenfetzen, die hinter Möwen herjagen. Das findet er alles so interessant, dass er darüber fast seine Mutter und seinen Freund vergisst. [Aus dem Klappentex]




Hier können Sie im Kreis gehen   Zwicker, Frédéric: Hier können Sie im Kreis gehen. München: Nagel & Kimche, 2016

"Früher oder später passiert es sowieso." Mit dieser Einsicht in die Notwendigkeit plant Kehr im Pflegeheim das Leben, das ihm nach dem Tod seiner Frau noch bleibt. Zu seiner Tochter hat er keinen guten Draht, seine Enkelin Sophie liebt er, aber sie erwartet ein Kind, und er will sie nicht zu sehr beanspruchen. Im Pflegeheim hofft Kehr seine Ruhe zu finden. Aber so einfach ist es nicht. Er beobachtet die schrulligen, nicht selten aggressiven Mitbewohner und die Bemühungen der Pfleger. Seine vorgetäuschte Demenz nutzt er, um Desserts zu stehlen, Gehhilfen unliebsamer Nachbarn zu verstecken und sich seine Freiheiten herauszunehmen. Bald aber wird seine Schauspielerei anspruchsvoller; je vertrauter ihm das Heim wird, desto grösser ist die Gefahr einer Enttarnung. Als zufällig seine Jugendliebe Annemarie auftaucht, flackert die alte Zuneigung erneut auf. [Aus dem Klappentex]