Neuerscheinungen Herbst 2015

Jagdgeflüster   Altermatt, Sabina: Jagdgeflüster. München: Piper, 2015

Noch nicht lange lebt Rea mit ihrer Tochter in dem Graubündner Bergdorf, als sie bei Forstarbeiten die Leiche des Gemeindepräsidenten im Wald findet. Wie eine Jagdbeute aufgeschlitzt, hängt der leblose Körper zwischen zwei Bäumen. Am nächsten Tag wird Reas Forstwart Mario verhaftet. Die tödliche Kugel soll aus seinem Gewehr stammen. Doch Rea kann nicht glauben, dass der eigenbrötlerische Mann, der ihrer Tochter vor kurzem das Leben gerettet hat, einen Mord begangen haben soll, und nimmt sich vor, Marios Unschuld zu beweisen. Von der Frau des Gemeindepräsidenten erfährt Rea von Drohbriefen, die der Ermordete erhielt, nachdem er den Abschuss eines Braunbären genehmigt hatte. Liegt hier der Grund für die Verstümmelung der Leiche? Als Rea die Briefe sieht, erkennt sie die Handschrift... [Aus dem Klappentext]        




Kleine Fluchten   Augstburger, Urs: Kleine Fluchten. Stuttgart: Klett-Cotta, 2015

In der Stadt am Alpenrand wühlt der Föhn den See auf - und die Menschen. Auch Rea, Mutter zweier Kinder, wird an einem stürmischen Sommerwochende davongetragen. Bei einem Fest in den Bergen, das langersehnte Abwechslung in die Ehe mit ihrem Mann Peer bringen soll, lässt Rea sich auf einen Femden ein. Und wird süchtig nach den erotischen Begegnungen im Netz. Zur gleichen Zeit flüchtet Peer in die Onlinewelt und geht ein Abenteuer ein, das er sich einst versagt hat. Aber während die Eltern ihre kleinen Ausbrüche aus dem Alltag geniessen, setzen die Kinder viel mehr aufs Spiel.   [Aus dem Klappentext]        




Die Walserin   Bichsel, Therese: Die Walserin. Basel: Zytglogge, 2015

Im Jahr 1300 wandert die junge Barbara mit andern Walsern vom Lötschental über die Berge ins Lauterbrunnental. Die Siedler gründen Mürren. Gimmelwald und den Weiler Ammerten. Nach Schicksalsschlägen zieht Barbara ihren Sohn alleine auf und sucht ihren Platz in der Gemeinschaft als Hebamme. Im 18. Jahrhundert wird Ammerten aufgegeben. Die Familien, die diesen Namen tragen, lassen sich im Dorf Isenfluh nieder. Doch auch dort wird es Ende des 19. Jahrhunderts wirtschaftlich eng. 1879 wandert Elisabeth Ammeter mit Mann und Kindern in den Kaukasus aus. Die Familie produziert Käse und kommt zu Wohlstand. 1901 reist Anna Stücker aus Thun nach Georgien und heiratet Elisabeths Sohn Fritz. In der Folge der Russischen Revolution wird die Familie enteignet und wandert 1929 von neuem aus. Nur Elisabeths jüngste Tochter Martha kehrt in die Schweiz zurück und erlebt einen schwierigen Neubeginn im Emmental.  [Aus dem Klappentext]        



Die Kur

Camenisch, Arno: Die Kur. Schupfart: Engeler, 2015

Ein Mann und eine Frau, im Herbst ihres Lebens, verschlägt es wegen einem Tombola-Gewinn in ein nobles Fünf-Sterne-Hotel ins schöne Engadin. Während sie in diesen paar Tagen und Nächten ihre Sehnsüchte wieder aufleben spürt und aufblüht, fühlt er sich wie auf seinem letzten Gang. Zum Glück hat er seinen Plastiksack dabei, der auf alle Lebenlagen eine Antwort enthält. In 47 Bildern begleiten wir die beiden und werden Zeugen ihrer Lebensbilanz - wo kommen wir her, was wollten wir werden, und wo gehen wir hin? Die Liebe, das Leben und der Tod stellen ihnen die zeitlosen Fragen, auf die sie ihre eigenen Antworten haben, bevor es endgültig dunkel wird. [Aus dem Klappentext]
Verbeugung vor Spiegeln

Dean, Martin R.: Verbeugung vor Spiegeln : über das Eigene und das Fremde. Salzburg: Jung und Jung, 2015

Man könnte meinen, das Fremde sei allgegenwärtig. Jedenfalls gibt es kaum ein Thema, das von der Tagespolitik über die Medien bis zu den Stammtischen so heftig diskutiert wird, und immer geht es um die Fremden und um Abwehr; Regulierung und Integration. Martin R. Dean, als Sohn eines Vater aus Trinidad in der Schweiz geboren, kennt die Debatte, vor allem aber kennt er die Erfahrung, die er in vielen seiner Romane fruchtbar gemacht hat. So auch in diesem Buch, in dem er das Fremde als radikale Erfahrungsmöglichkeit im Austausch unter Menschen beschreibt. In einer Art Selbstbegegnung sucht er nach Spuren der eigenen Verwandlung, wie sehr ihn das Fremde, die Begegnung mit dem anderen, auf Reisen, in der Literatur, zu dem gemacht hat, der er ist. Und er kommt zu einem überraschenden Schluss: Das Fremde, das eigentliche Kapital der Moderne, droht in den Prozessen der Globalisierung zu verschwinden...  [Aus dem Klappentext]
Die Liebenden von Mantua

Dutli, Ralph: Die Liebenden von Mantua. Göttingen: Wallstein, 2015

Seit 6000 Jahren liegen sie sich in den Armen: Als 2007 die aus der Jungsteinzeit stammenden Skelette zweier junger Menschen bei der Stadt Mantua ausgegraben wurden, gingen die Bilder um die Welt. "Romeo und Julia aus der Steinzeit" - so lautete die Sensationsmeldung. Dann kamen die Krise und der "verfluchte Frühling", das Erdbeben im Mai 2012, die Renaissance-Stadt Mantua hatte andere Sorgen. In Ralph Dutlis Roman ist das berühmte Steinzeitpaar nach Untersuchungen in einem archäologischen Laboratorium plötzlich verschwunden, und so macht sich der Schriftsteller Manu auf die Suche. Doch bald ist er selber unauffindbar. Entführt auf das Anwesen eines dubiosen Grafen, soll er eine neue Religion der Liebe begründen helfen, nicht mit dem Gekreuzigten als zentralem Symbol, sondern mit dem Bild der Liebenden von Mantua...  [Aus dem Klappentext]
Tod eines Wunderheilers   Eggenberger, Peter: Tod eines Wunderheilers. Herisau, 2015

Schlossermeister Ernst Roth ist mit Aufräumarbeiten bei der stillgelegten Heilquelle im Schönbühl beschäftigt, als er einen grausigen Fund macht: In einem Wasserschacht entdeckt er zwei Tote. Einer ist Jack Elsener, der Wunderheiler. Mit seiner "Helios"-Klinik hat er Wolfhausen aus der Bedeutungslosigkeit gerissen und dem Dorf, aber auch der ganzen Heillandschaft Appenzellerland zu neuem Glanz verholfen. Politiker, Touristiker, Gewerbetreibende, Ladenbesitzer und Wirtsleute haben sich die Hände gerieben, als sie kräftig von Elsener profitierten. Heilwunder am Hexenstein, bei der heiligen Ottilia im mystischen Guggerloch und an anderen Kraftorten katapultierten das verschlafene Dorf in die Schlagzeilen der Medien und brachten scharenweise Kranke, Touristen und Neugierige nach Wolfhausen. Der Ausbau der Klinik zu einem modernen Heilbad mit Wellnesszentrum und die Reaktivierung der alten Heilquelle im Bad Schönbühl kosten den Wunderheiler das Leben... [Aus dem Klappentext]        




Die Nonne tanzt   Gafner, Lea: Die Nonne tanzt. Muri b. Bern: Cosmos, 2015

"Immer dasselbe Stück Himmel." Im Kreuzgarten des Klosters Königsfelden wird der jungen Agnes von Mülinen bewusst, dass sie für den Rest ihres Lebens nicht wesentlich mehr vom Himmel sehen wird als dieses Viereck. Da begegnet sie dem Mönch Heinrich Sinner... Lea Gafner führt uns in ihrem Debütroman ins Jahr 1523, mitten in die Wirren der Reformation und zu einer Frau, die sich entscheiden muss für die Geborgenheit oder für den Aufbruch, für die Treue zum Klarissenorden oder für die eheliche Liebe.











       




Das Lachen des Clowns   Gold, Anne: Das Lachen des Clowns. Basel: Reinhardt, 2015

Montag früh um vier, ganz Basel begrüsst mit dem Morgenstraich die Fasnacht. Kein Thema für Kommissär Francesco Ferrari, der sich zu Hause die Decke über den Kopf zieht, während seine Assistentin Nadine Kupfer inmitten unzähliger Zuschauer den Beginn der drei schönsten Tage geniesst. Unmittelbar nach dem Auftakt geschieht das Unfassbare - am Rümelinsplatz begeht ein Kostümierter einen Mord. Und es kommt noch schlimmer, denn die Tote ist die Tochter von Big Georg, dem Chef der Fahndung. Handelt es sich um eine lang geplante Einzeltat oder um den ersten tödlichen Schlag in einer grausamen Mordserie, die Panik auslösen wird? Ein Wettrennen gegen die Zeit beginnt, um das Schreckensszenario zu verhindern.














       




Blühender Lavendel   Hagmann, Barbara: Blühender Lavendel. Basel: Riverfield, 2015

Herbert Kull ist Mitte fünfzig und unscheinbar. Ein Buchhalter in einer Zürcher Privatbank. Täglich trägt er die gleiche Kleidung: beiger Anzug, gebügeltes Hemd mit Krawatte und blitzblank geputzte Schuhe. Bei der Arbeit wie in seinem Alltag liebt er Ordnung und Rituale. Ambitionen hat er weder für eine Karriere noch für zwischenmenschliche Beziehungen. Einzig seiner verstorbenen Mutter trauert er nach, mit der er den Duft von Lavendel und liebevolle Erinnerungen an seine Kindheit verbindet... Die junge Assistentin Simone Allemann arbeitet Tür an Tür mit Herbert Kull. Sie interessiert sich nicht für den ältlichen Buchhalter mit seinen merkwürdigen Marotten, denn sie ist vollauf mit ihrem Gefühlsleben beschäftigt. Simone Allemann und Herbert Kull sind sich gegenseitig völlig egal, bis die dynamische Kollegin eines Tages unangemeldet in Kulls Büro platzt...









       




Die verborgenen Ufer   Haller, Christian: Die verborgenen Ufer. München: Luchterhand, 2015

Am 19. Juni um vier Uhr nachts wird Christian Haller von einem dumpfen Schlag geweckt. Es dauert einige Zeit, bis er begreift, was dieser dumpfe Schlag bedeutet: Die Terrasse seines Hauses wurde vom Hochwasser des vorbeifliessenden Flusses in die Tiefe gerissen. Aber nicht nur sein Haus ist bis in die Grundfesten erschüttert, auch sein Lebensfundament ist mit einem Mal untergraben und zeigt bedenkliche Risse. Diese Einsicht erschreckt den gerade siebzig Jahre alt gewordenen Autor, sie lähmt ihn aber nicht. Er weiss, wie er dem Schrecken begegnen kann - mit Erzählen. Und dieses Erzählen führt in die Tiefen seiner Erinnerung... [Aus dem Klappentext]










       




Stürmische Jahre   Hasler, Eveline: Stürmische Jahre : die Manns, die Riesers, die Schwarzenbachs. München: Nagel & Kimche, 2015

Thomas Mann mit Familie, Franz Werfel, Annemarie Schwarzenbach, Alma Mahler - berühmte Autoren fanden in den dreissiger Jahren in Zürich zusammen, viele davon auf der Flucht vor den Nazis. Mittendrin ein heute fast vergessenes Ehepaar: Ferdinand und Marianne Rieser, die das Schauspielhaus und damit das geistige Zentrum des kritischen Wortes ohne jede finanzielle Förderung betrieben. Szenisch eindrücklich erzählt Eveline Hasler von der angstvoll kreativen Anspannung damals in Zürich, mit Schauplätzen auch in Wien, Prag und München. Hasler gelingt das starke Porträt von Menschen, die mit angehaltenem Atem das Ungeheure erwarten.











       




Ein Feuer im Garten   Hohler, Franz: Ein Feuer im Garten. München: Luchterhand, 2015

Mit sicherem Gefühl für Pointen, mit leiser Ironie und einem wachsenden Gefühl für das Brüchige in der Welt erzählt er seine neuesten Geschichten. Da ist die Dichterin, die Kindern eine Geschichte über ein Feuer im Garten so lebhaft erzählt, dass ein kleiner dreijähriger Junge begeistert aufspringt und losläuft und gar nicht merkt, wie er dabei die eigentliche Geschichte versäumt. Da ist der Autor, der ausgerechnet auf einer Fahrt zu einer Lesung vergessen hat, sein Buch mitzunehmen. Oder da ist der Erzähler, der merkwürdig einsilbig bleibt, als ihm ein Mann in der Nachbarschaft erklärt, bald würden sie hier die Fremden sein und die Fremden, die Einheimischen von heute... [Aus dem Klappentext]









       




Nachts in Vals   Krohn, Tim: Nachts in Vals. Berlin: Galiani, 2015

Ob um gemeinsam mit der Mutter über eine ungewollte Schwangerschaft nachzudenken, um eine noch junge Liebe zu feiern, als Barmusiker den Lebensunterhalt für die Familie zu verdienen, in sich zu gehen, neue Bekanntschaften zu machen oder eine in alle Welt verstreute Familie zu einem Jubiläum zu vereinen - der Aufenthalt im Ort mit dem vielleicht schönsten Sternenhimmel der Schweiz ist für sie alle das Richtige... Die Geschichten Tim Krohns umfassen die ganze Spanne des menschlichen Lebens, alle spielen am selben Ort, und in jeder spannt der Himmel sein Sternenzelt aus: Die Nacht in Vals wird zum Wendepunkt im Leben der Protagonisten.  [Aus dem Klappentext]









       




Sicher ist sicher ist sicher   Kummer, Tanja: Sicher ist sicher ist sicher. Basel: Zytglogge, 2015

Martina Ortolfi lebt mit Mann und Tochter am Bodensee. Sie arbeitet Teilzeit als Buchhändlerin und ist rund um die Uhr mit ihren Ängsten beschäftigt. Wann es angefangen hat, kann sie nicht genau sagen: Vielleicht nach der Geburt von Lili und den aufflackernden Befürchtungen, dass dem Kind überall etwas zustossen kann? Lange blieben ihre übermässigen Sorgen Fantasie, aber am letzten Weihnachtsfest ist wirklich etwas passiert. Seiher kann Martina Ortolfi nicht anders, als ihren Ängsten mit Kontrolle und immer mehr Beruhigungsmitteln Gegensteuer zu geben. Sie erzählt niemandem von ihren Zuständen und setzt alles daran, dass der Drang, alles zu kontrollieren, verschwindet, wenn sie nur das perfekte Weihnachtsfest ausrichtet. Der Countdown läuft: noch vier Tage bis Weihnachten. Sie lädt sich mehr und mehr auf - bis die Angstblase platzt.  [Aus dem Klappentext]









       




Elefanten im Garten   Kureyshi, Meral: Elefanten im Garten. Zürich: Limmat, 2015

Als ihr Vater unerwartet stirbt, gerät die junge Erzählerin ins Schlingern. Ein Jahr lang lebt sie im Ungefähren, besucht wahllos Vorlesungen an der Universität, fährt Zug, sucht unvermittelt Orte ihres bisherigen Lebens auf, reist nach Prizren. Erinnerungen an ihre idyllische Kindheit in der osmanisch geprägten Stadt, die sie im Alter von zehn Jahren mit ihrer Familie verlassen musste, drängen machtvoll in ihre Schweizer Gegenwart. Aber die Welt ihrer Kindheit findet sie nicht wieder in Prizren, und auch sie selbst hat sich verändert. Sie sucht einen Platz in ihrem neuen Land, der neuen Sprache. Die Unselbständigkeit ihrer einsamen Mutter erträgt sie nur schlecht, und mit jedem neuen deutschen Wort wächst die Entfernung zu ihr. Während die Mutter sich zunehmend isoliert, versucht die Erzählerin dem Stillstand zu entkommen. [Aus dem Klappentext]









       




Über den Winter   Lappert, Rolf: Über den Winter. München: Hanser, 2015

Lennard Salm ist in allem halbwegs erfolgreich, aber doch fremd in seinem Leben. Als seine ältere Schwester stirbt, reist er zurück nach Hamburg, wo seine Familie lebt. So schnell wie möglich will er wieder zurück in sein eigenes Leben. Aber was ist das, das eigene Leben? Salms jüngere Schwester Billie verliert ihren Job, sein Vater nähert sich immer schneller der Hilflosigkeit. Salm wird gebraucht, und auch er selbst braucht Rat. [Aus dem Klappentext]









       




Vesals Vermächtnis   Lavizzari, Alexandra: Vesals Vermächtnis. Basel: Zytglogge, 2015

Ist es Zufall oder Vorsehung, dass der venezianische Goldschmied Girolamo Mazzi am 15. Oktober des Jahres 1564 in Zakynthos während eines Spaziergangs auf einen sterbenden Unbekannten stösst und Zeuge seiner letzten Worte wird? Die Frage sollte Mazzi lange beschäftigen und die Begegnung am Strand, die nicht mehr als ein paar Sekunden dauert, ungeahnte Veränderungen in seinem Leben herbeiführen. Mazzi eignet sich die Mappe des Toten an und findet darin einen Brief, den er zwar nicht richtig entziffern kann, aber von dem er sich doch Ruhm und Geld erhofft. Es kommt jedoch anders; das Vermächtnis des Toten wird den Goldschmied von einer Katastrophe in die nächste führen, ihn zum Mörder machen und durch ganz Norditalien über den Gotthardpass bis nach Basel jagen. Ausgehend von der historischen Tatsache, dass der sogenannte "Vater der modernen Anatomie" Andreas Vesalius an jenem Oktobertag auf der griechischen Insel den Tod fand und ein venezianischer Goldschmied ihn daselbst begrub,
entwickelt Alexandra Lavizzari in ihrem Roman eine fiktive Biografie, in der die grossen kulturellen und religiösen Themen der Renaissance anklingen.  [Aus dem Klappentext]









       




Der Gondoliere der Berge   Lenz, Pedro: Der Gondoliere der Berge : Kolumnen. Muri b. Bern: Cosmos, 2015

Zipfelmütze und Faserpelzjacke statt Strohhut und T-Shirt, das sind die Gondolieri der Berge. Manche sind schweigsam, andere nennen die Namen der Berggipfel, erzählen Anekdoten oder zeigen auf Gämsen und Steinböcke. Kioskfrauen, Staplerfahrer, Nachtportiers, Nagelsammler, Minibar-Piloten, Museumswärter, Tunnelbauer, Taxifahrer, Kassiererinnen, Ehrenmitglieder, Brieföffner, Garderobieren, Strandarbeiter, Handlanger und Buchhändlerinnen - sie alle und viele mehr charakterisiert Pedro Lenz auf liebevolle Weise. Und er lenkt unseren Blick auf ihre Arbeit, auf das, was wir oft kaum wahrnehmen.


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Die japanische Tasche   Muschg, Adolf: Die japanische Tasche. München: Beck, 2015

Beat Schneider hat etwas Unverzeihliches getan, was ihn seine Ehe mit LouAnne kostet. Sie ist eine aussergewöhnliche Zeichnerin, die nicht nur auf seine Liebe, sondern auch auf seine Fürsorge angewiesen ist. Umso kostbarer ist ihm die japanische Tasche, die ihm LouAnne geschenkt hat und die er nicht aus den Augen lässt. Bis er auch sie verliert. Das Leben Schneiders, eines eigensinnigen Historikers, der an Karriere nicht interessiert ist, steht unter dem besonsonderen Schutz seiner einstigen Kinderfrau, die er Alcina nennt und die ihm nach ihrem Verschwinden ein beträchtliches Erbe hinterlassen hat. Sie hat ihm Märchen erzählt, und die Traumlogik der Märchen schein auch in Schneiders Leben zu walten... [Aus dem Klappentext]

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Hannes   Peer, Oscar: Hannes. Zürich: Limmat, 2015

Hannes Monstein sitzt bei der städtischen Polizei und berichtet, dass er zu Hause zwei Tote vorgefunden hat: Franzika, seine Frau, und Paolo, seinen Stiefbruder. Er lebt sein gewohntes Leben weiter, aber in einem Schwebezustand, bis zu dem Tag, als er beim Anblick von Franziskas rotem Abendkleid, das an der Leine weht, zusammenbricht. Die Erinnerungen kommen hoch. Der kultivierte, empfindsame, nicht ganz gerade gewachsene Hannes wäre gerne Pianist geworden, ist aber aus Mutlosigkeit ins Geschäft seines Vaters eingestiegen. Als Mittdreissiger wird er zu seinem eigenen Erstaunen Ehemann der umschwärmten Franziska, die, ganz sein Gegenteil, schnell Auto fährt und gar gern mal aus der Kurve getragen würde. Kurz nach der Hochzeitsreise beginnt jedoch die Entfremdung, und Hannes muss mit ansehen, wie sich sein "dunkler Engel" mehr und mehr zu seinem Stiefbruder Paolo hinbewegt...  [Aus dem Klappentext]









       




Poetische Schweiz   Poetische Schweiz = Suisse poétique = Svizzera Poetica = Svizra poetica = Swiss berpuisi = Poetic Switzerland : Gedichte. No 2. Erstfeld: Ed. Pudelundpinscher, 2015

Aktuelle Schweizer Gedichte, geschrieben von Mitgliedern des AdS, ausgewählt von einer internationalen Jury, herausgegeben vom Verein "Poetische Schweiz", der vom AdS, den Literaturtagen Zofingen und der Edition Pudelundpinscher getragen wrid. Der zweite Band versammelt wiederum rund 25 unveröffentlichte Gedichte und bietet damit einen attraktiven Einblick in die Schweizer Lyrikszene. Alle Gedichte werden in die jeweils anderen Landessprachen, zudem ins Indonesische - Indonesien ist 2015 Gastland an der Frankfurter Buchmesse - und neu auch ins Englische übersetzt.







       




Anna und der Engländer   Probst, Peter: Anna und der Engländer : Novelle. Olten: Knapp, 2015


Eine Wiederbegegnung mit einem Schulfreund öffnet die Tür zu (Lebens-) Geschichten: Immer tiefer gerät man beim Lesen in die Vergangenheit von Bibliotheksdirektor Jean-Pierre Richner, seiner Frau Anna und ihrem Vater, dem Lehrer Hans Rudolf, hinein. Immer schneller öffnen sich weitere Türen zu verblüffenden Geschichten, die nicht in den Lebenswegen der Protagonisten verharren, sondern weit zurückreichen und zum Beispiel einen geheimnisvollen Schädel zutage fördern...






       




Der Tod - Live!   Probst, Philipp: Der Tod - live! Schwellbrunn: Appenzeller, 2015

Ein explodierender Plüschhase mitten im Trubel der Basler Fasnacht, ein lahmgelegtes Spital und spurlos verschwundene Bankkonti - und immer mittendrin: die "Aktuell"-Reporter. Als der kantige und mürrische Chefredaktor Jonas Haberer und sein Team merken, dass nicht nur sie verschlüsselte Botschaften aus den dunklen Spären des Internets erhalten, sondern dass die Attentate aus dem Deepner, dem geheimnisvollen Netz hinter dem World Wide Web, gesteuert werden, ist es zu spät: Der virtuelle Krieg gegen die Schweiz ist bereits im vollen Gange... [Aus dem Klappentext]









       




Jawaka   Schertenleib, Hansjörg: Jawaka. Berlin: Aufbau, 2015

Die Welt, wir wir sie kennen, existiert nicht länger. Die Zukunft des Jahres 2057 präsentiert sich nach einer globalen Katastrophe und der grossen Transformation wie das finstere Mittelalter. Aus einem der abgeschiedenen Dörfer muss ein 21-Jähriger fliehen, weil er dem Liebhaber seiner Mutter ein Messer in die Brust gestossen hat. Hinter ihm befindet sich die schützende Gemeinschaft, vor ihm Eis, Schnee, unwegsames Gebirge und irgendwo vielleicht der verschwundene Vater. Der Autor dieser düsteren Imagination feilt 2021 in Kapstadt an den letzten Korrekturen seines Romans. Überall mehren sich die Zeichen, dass man auf die Katastrophe zusteuert. Während ihn vor allem eine neue Geschichte beschäftigt, ahnt er nicht, wie nahe er selbst am Abgrund steht. Bisher hat er seine Figuren leiden lassen, nun leidet er.  [Aus dem Klappentext]









       




Hunkelers Geheimnis   Schneider, Hansjörg: Hunkelers Geheimnis : der neunte Fall. Zürich: Diogenes, 2015

Peter Hunkeler, inzwischen pensionierter Kommissär des Kriminalkommissariats Basel, ist nach einer Operation im Krankenhaus und teilt das Zimmer mit einem alten Bekannten: Stephan Fankhauser, einer schillernden Figur. Einst ein wilder Achtundsechziger, ist er im Laufe der Jahre durch die Institutionen marschiert und Leiter einer Bank geworden, der Basler Volkssparkasse. Nun ist er schwerkrank. Eines Nachts, Hunkeler hat bereits ein Schlafmittel erhalten, beobachtet er, wie eine Krankenschwester mit einem Rubinring an der Hand dem Zimmernachbarn eine Spritze setzt. Merkwürdig nur, dass Fankhauser sich so heftig dagegen wehrt. Und trug die Nachtschwester sonst nicht immer einen Diamantring? Am nächsten Morgen, als Hunkeler aufwacht, ist Fankhauser tot. Hat Hunkeler alles nur geträumt? Er ist sich nicht sicher, aber er ist entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen.  [Aus dem Klappentext]









       




Eins im Andern   Schwitter, Monique: Eins im Andern. Graz: Droschl, 2015

Eines Abends erfährt sie, als sie, statt zu schreiben, nach ihrer ersten Liebe googelt, dass er sich aus dem achten Stock gestürzt hat. Vor fast fünf Jahren schon. Sie ist schockiert, ebenso sehr über seinen Selbstmord wie über die Tatsache, dass sie ihn gar nicht vermisst hat. Nun hat sie ihn am Hals, stärker als zu Lebzeiten. Was ist das, die Liebe? Wieso kann sie kommen und gehen? Wohin geht sie, wenn sie geht? Und was ist eigentlich mit der aktuellen Liebe los? Der sitzt in seinem Zimmer und ckeckt Mails oder sieht fern. Die Protagonistin in Monique Schwitters neuem Roman beginnt nun eine recherche amoureuse: Sie handelt ihre Liebesbiographie an zwölf Männern ab, die weit mehr als nur die Namen gemein haben mit den Aposteln, den Gesandten des Glaubens und der Liebe...   [Aus dem Klappentext]









       




Tamangur   Semadeni, Leta: Tamangur. Zürich: Rotpunkt, 2015

Ein Dorf voller Schatten im Tal. Tief hat sich der Fluss in den Felsen eingegraben. Eine Kirche, ein Schulhaus, der Dorfplatz mit der Lügenbank. Hier lebt das Kind zusammen mit der Grossmutter. Der dritte Stuhl am Tisch ist leer, der Grossvater, der ein Jäger war, ist jetzt in Tamangur. "Das Dorf ist nicht mehr als ein Fliegendreck auf der Landkarte", sagt die Grossmutter, und in der Küche hat sie Nadeln an die Weltkarte gesteckt. Venezia, Tumbaco, Havanna, Paris. Dorthin denkt sie sich gern zurück. Für das Kind, das immer davon träumen muss, wie sich der Körper des kleinen Bruders auf dem Fluss Richtung Schwarzes Meer entfernt, ist die Grossmutter ein Glück. Sie hat ein grosses Herz. Auch für den Kaminfeger oder die seltsame Elsa, die manchmal Elvis Presley zum Abendessen mitbringt.









       




Der Kammerdiener   Stäger, Lorenz: Der Kammerdiener. Bern: Lokwort, 2015

"Hueremerdeundkupferhammer!" Seine langen Jahre im Ausland machen sich bemerkbar: Jean flucht schon dreisprachig. Er hat sich am mit heissen Kohlestückchen gefüllten Bügeleisen die Finger verbrannt. Beim Bügeln der Zeitungen. Das macht er jeden Tag. Sir George Fitz-Gerald will es so. Die Times und der Figaro seien besser lesbar, und man habe keine schwarzen Finger nach der Lektüre. Allerdings darf dabei das Bügeleisen nicht zu heiss sein. Deshalb prüft Jean von Zeit zu Zeit mit der Hand die Temperatur... Täglich wirft er auch einen Blick auf die Stelleninserate. Er ist auf den Geschmack gekommen. Sein Beruf als Kammerdiener, zusammen mit den Sprachkenntnissen und guten Referenzen, scheint ein Sesam-öffne-Dich für vornehme Häuser auf der ganzen Welt zu sein. Sechs Jahre Primarschule hin oder her...   [Aus dem Klappentext]









       




Zum Beispiel Zanderfilet   Stalder, Robert: Zum Beispiel Zanderfilet. Zürich: Bilger, 2015

Robert Stalder erzählt die umwerfend komische Geschichte einer kleinen Familie, über die das grosse Glück eines Sechsers im Lotto hereinbricht. Als es sicher ist, dass es jene magischen Zahlen sind, die Vater Heinz seit Jahren spielt, kennt der Jubel keine Grenzen.








       




Postskriptum
Sulzer, Alain Claude: Postskriptum. Berlin: Galiani, 2015

Lionel Kupfer, allseits umschwärmter Filmstar der frühen Dreissigerjahre, ist ins Hotel Waldhaus in Sils Maria gereist, um sich auf seine nächste Rolle vorzubereiten. Doch die Ereignisse überschlagen sich: Kupfer sieht sich mit der Tatsache konfrontiert, dass er als Jude in Deutschland unerwünscht ist. Der Vertrag für seinen nächsten Film wird aufgelöst. Die schlechte Nachricht überbringt ihm ausgerechnet Eduard, sein Liebhaber, dessen gefährliche Nähe zu den neuen Machthabern immer offenkundiger wird. Lionel Kupfer ist gezwungen, zu emigrieren. Doch muss er nicht nur Eduard verlassen, sondern auch einen jungen Schweizer Postbeamten namens Walter, der sich ins Hotel eingeschmuggelt hat, in der Hoffnung, dem von ihm verehrten Filmstar leibhaftig zu begegnen. Er kommt ihm dabei näher, als er je zu hoffen wagte. Wir folgen nicht allein Lionel ins Exil nach New York, wo er als Schauspieler nicht richtig Fuss fassen kann, sondern auch dem zwielichtigen Kunsthändler Eduard und dem jungen Postbeamten aus Sils...   [Aus dem Klappentext]