Neuerscheinungen Herbst 2012

AlWohin denn wir   Amann, Jürg: Wohin denn wir. Innsbruck: Haymon, 2012

"Wir haben ein Schicksal", schrieb Hölderlin an seinen Freund Böhlendorff, einen seiner Leidensgenossen im Scheitern an den eigenen hohen Idealen. Das gilt auch für die Vertreter zweier Generationen, fast zweihundert Jahre voneinander getrennt, die Jürg Amann in seinem Roman zusammenführt: Sie haben ein Schicksal. Unter dem Schlachtruf "Reich Gottes!" schliessen die Studenten Hölderlin, Schelling und Hegel einen Freundschaftsbund im Zeichen des Idealismus, unter dem sie die Welt verändern wollen. Jahre später blicken die drei voller Resignation auf ihre grossen Ideen zurück, die sich zwischen Erfolg und Scheitern im Beruf, zwischen Karriere und Alltagsnotwendigkeiten verloren haben. Knapp zweihundert Jahre später ziehen drei Studenten aus ihrer Provinzstadt in das Berlin des Jahres 1969. "Paradiese now!" ist ihre Devise, doch finden sie von der 68-er Bewegung nur die kläglichen Überreste vor... [Aus dem Klappentext]        




Als der Regen kam   Augstburger, Urs: Als der Regen kam. Stuttgart: Klett-Cotta, 2012

Helen ist an Alzheimer erkrankt. Doch an dem Tag, an dem das jährlich stattfindende Jugendfest beginnt, bricht sie plötzlich aus ihrer Isolation aus. Sie tanzt mit einem unsichtbaren Geliebten über das verlassene Parkett. Ihr Sohn Mauro schöpft Verdacht, dass es im Leben seiner Mutter jemanden gab, von dem er nichts weiss. Die Geschichte einer verratenen Liebe, die eine letzte Chance erhält.        




Malaga, Parzival, Zwanzigtausend Seiten   Bärfuss, Lukas: Malaga, Parzival, zwanzigtausend Seiten : Stücke. Göttingen: Wallstein, 2012

Ein frisch getrenntes Paar, zwischen den beiden ein Kind. Vera möchte mit ihrem neuen Freund für ein Wochenende nach "Malaga". Michael zu einem Kongress. Auf die Schnelle muss ein Babysitter gesucht werden, selbst wenn von Anfang an Zweifel bestehen, ob er die Aufgabe verlässlich erfüllen kann. Aber wo ein Wille ist, finden sich Selbstbeschwichtigungen schnell. Als die Katastrophe eintritt, gibt es kein Halten mehr. "Parzival" wächst in der Einöde auf und zieht in die Welt. Aber er versteht ihre Gesetze nicht. Und je mehr er sie befolgen will, versteht er sich selbst immer weniger. Der Junge kann die Einöde verlassen, aber die Einöde nicht ihn. Schuldig wird er, aber ist er daran schuldlos? Die Gnade Gottes erfährt er am Ende. Warum? Eine Kiste Bücher fällt Daniel auf den Kopf. "Zwanzigtausend Seiten" darin, die er plötzlich auswendig dahersagen kann. Ist das ein glücklicher Zufall, aus dem sich unverhofft Gewinn ziehen lässt? Oder ein Fluch, weil Daniel von Dingen erzählt, die keiner hören will, schon gar nicht in einer Talentshow? Aber was, wenn sich hinterm Verkünden von Wahrheiten nur selbstgerechtes Gutmenschentum verbirgt?


Der kleine Buddha   Bardill, Linard: Der kleine Buddha : Geschichten, Lieder und Gedichte. Zürich: Limmat, 2012

Seit Jahren schreibt Linard Bardill in der "Coopzeitung" eine Kolumne: über das Wetter, den Blick aus seinem Fenster, seine Erfahrungen auf der Bühne, über Politik. Das grösste Echo aber hat er, wenn er über den "kleinen Buddha" schreibt, so nennt er seinen Sohn mit Downsyndrom. Dieser macht sein Leben anstrengend, weise und reich. "Der kleine Buddha" versammelt den ganzen Kosmos rund um das Leben mit diesem "stillen Meister". Die Kolumnen erzählen die Geschichten und Erlebnisse mit dem besonderen Familienmitglied, das radikal im Jetzt lebt und seine Umgebung mit grossen Momenten beschenkt. Die Gedichte sind seit seiner Geburt entstanden und antworten poetisch auf das Leben mit ihm...



Das Gesicht   Bernet, Dominik: Das Gesicht. Muri b.B.: Cosmos, 2012

Am Buss- und Bettag 1776 besuchen 1200 Gläubige das Zürcher Grossmünster - und der Abendmahlswein ist vergiftet. Der berühmte Pfarrer und Physiognomiker Johann Caspar Lavater und sein Zögling, der Waisenjunge Jakob Zundel, möchten den Täter aufgrund seiner Gesichtsbildung überführen. Der eine im Dienst Gottes und der Gerechtigkeit, der andere, um das Herz von Judith, der Tochter des Sigristen, zu gewinnen. Über 200 Jahre vor Facebook macht Lavater das Gesicht zum Schauplatz. Im vorrevolutionären Europa, einer Zeit voller Widersprüche und Konflikte, stösst sein Versprechen, das Innere des Menschen von seiner äusseren Erscheinung ablesen zu können, auf überwältigendes Interesse. Bei Lavater findet die Spurensicherung nicht am Tatort statt, sondern in den Zügen der Verdächtigen. Umso brisanter, dass die Spur des Verbrechens schon bald ins Innere des menschlichen Körpers führt... [Aus dem Klappentext]



Im Hafen von Bern im Frühling   Bichsel, Peter: Im Hafen von Bern im Frühling. Stuttgart: Radius, 2012

Es gibt unwichtige Geschichten, die kann man gut erzählen, und es gibt wichtige Geschichten, von denen man nicht mal weiss, warum sie wichtig sind.
 


Grossfürstin Anna   Bichsel, Therese: Grossfürstin Anna : Flucht vom Zarenhof in die Elfenau. Oberhofen: Zytglogge, 2012

Die vierzehnjährige Juliane, Prinzessin von Sachsen-Coburg, reist auf Befehl der Zarin (Katharina die Grosse) mit Mutter und Schwestern nach St. Petersburg: Der Enkel der Zarin, Konstantin, soll sich unter den drei Schwestern eine Frau aussuchen. Er wählt und heiratet die jüngste, die hübsche, lebhafte Juliane. Sie wird damit zur russischen Grossfürstin Anna und begründet den Aufstieg ihrer Famiie an die Spitze der europäischen Königshäuser: Ihr Bruder Leopold wird zum ersten König der Belgier, ihre Nichte zur grossen englischen Queen Victoria. Sie selbst aber ist unglücklich, flieht vor ihrem grausamen Ehemann zurück nach Coburg und weiter in die Schweiz. In Bern wird sie heimliche Geliebte und Mutter zweier Kinder, die sie verstecken muss. Der angesehene, verheiratete Medizinprofessor Rudolf von Schiferli steht - in verschiedenen Rollen - an ihrer Seite... [Aus dem Klappentext]



Dr Troum vo Paris   Burren, Ernst: Dr Troum vo Paris : Mundartgeschichten. Muri b. Bern: Cosmos, 2012

Tänzer hätte er gern werden wollen, doch anstatt wie Gene Kelly durch den Regen zu steppen, sitzt er auf dem Sofa und stellt fest, dass er "nie für lenger zu däm Dorf uscho isch". Gina Lollobrigida ist jetzt vierundachtzig, Xherdan Shaqiri schiesst drei Tore gegen Bulgarien, das Schweizer Rindersperma ist ein Exportschlager, im Fernsehen gibt's die Hochzeit von Kate und William und in der Dorfbeiz reden sie über Gott und die Sonntagsschullehrerin.


Skidoo   Capus, Alex: Skidoo : meine Reise durch die Geisterstädte des Wilden Westens. München: Hanser, 2012

Alex Capus, der Autor des grossen Liebesromans "Léon und Louise", legt einen Western hin, wie es ihn noch nie gegeben hat. "Wenn ein Mann einen Liebesroman geschrieben hat, muss er hernach zum Ausgleich etwas Ordentliches tun. Einen Western schreiben zum Beispiel. Man ist sich das einfach schuldig, nicht wahr?" Alex Capus


Wia gsait   Caviezel, Flurin: Wia gsait : Morgagschichta. Oberhofen: Zytglogge, 2012

Zum Beispiel... die Geschichte von ihm und seiner Frau im Auto, wo ein Streit darüber entbrennt, wie man nun richtig Karten zu lesen habe. Oder die Geschichte von ihm und seinen Kindern, denen der alles andere als stromlinienförmige Vater manchmal etwas peinlich ist. Oder die Geschichten von früher, vom Studium, vom nächtelangen Musizieren mit Freunden und vom Leben im Unterland, wo man so komisch redet. Und natürlich all die Geschichten von Niculin, dem Freund und lebenslänglichen Begleiter, dem liebenswürdigen Besserwisser. All das ist Alltag, all das kennen wir. Und trotzdem überrascht uns Flurin Caviezel immer wieder aufs Neue. Denn immer wieder findet er die überraschende Wende oder den humorvollen Dreh, der seine Alltagsgeschichten zum nicht alltäglichen Erlebnis macht. Das macht die Leute glücklich. Und ihn populär. [Aus dem Klappentext]


Der Blutsfeind   Devi, Mitra: Der Blutsfeind. Herisau: Appenzeller, 2012

Zwei Maskierte stürmen die Zurich Credit Bank. Privatdetektivin Nora Tabani, die in der Schalterhalle auf einen Auftraggeber wartet, wird als Geisel genommen. Die Räuber zwingen Angestellte und Kunden in den Tresorraum. Hat jemand Nora Tabani in eine Falle gelockt? Denn einer der Täter kennt sie. Doch warum hasst er sie so sehr? Draussen folgt Tabanis Partner Jan Berger der Spur eines Komplizen in die Gänge eines Schlachthofs. Auch die Spezialeinheit "Skorpion" arbeitet fieberhaft an einem Rettungsplan. Mike, Noras ehemaliger Kollege bei der Polizei und bester Freund ihres Vaters, wird als Vermittler aufgeboten. Doch dann eskaliert die Lage. Und Nora, in Gefangenschaft zur Untätigkeit verdammt, sieht sich mit den Schatten ihrer Vergangenheit konfrontiert. [Aus dem Klappentext]



Noras Mails   Fabbri, Sandrine: Noras Mails. Basel: Lenos, 2012

Nora liebt die Männer. In Zürich taucht sie ins exjugoslawische Millieu ein, in Paris treibt sie sich in zwielichtigen Bars herum. Ihrer Freundin schickt sie regelmässig Mails, in denen sie von ihrem Leben erzählt, von ausschweifenden Abenden, ihren Liebhabern für eine Nacht, dem tragischen Tod ihres Freundes, des Schriftstellers Guillaume Dustan. Aber Nora beobachtet auch die Gesellschaft, die sie umgibt, sie erlaubt sich spitzzüngige Kommentare und entwirft ein Bild ihrer Welt, die aus dem Tritt geraten ist. Hin- und hergerissen zwischen Selbstironie und Verzweiflung, versucht sie zu überleben und ihrer Angst durch Schreiben, Sex und Wodka zu entkommen. [Aus dem Klappentext]


NoFrühlingsopfer im Auenwald   Germann, Jörg: Frühlingsopfer im Auenwald. Basel: Petri, 2012

Ein Mord im Auenwald. Zeuge und Tatverdächtiger ist der Maler Jensen. Das Opfer: die Tochter seiner Lebensgefährtin. Verstrickt im Dickicht der Gefühle für Mutter und Tochter und vom Erlebten zutiefst aufgewühlt, versucht er, das innere Chaos künstlerisch umzusetzen. Die Mutter, die sich in ihrem Leid alleingelassen fühlt, entfremdet sich zunehmend ihrem Freund, der zudem auch der Täter sein könnte. Im Unterschied zu Jensen zieht Jakob, ebenfalls ein Künstler, der eher zufällig Teil der Schicksalsgemeinschaft wird, seine Schöpferkraft nicht aus einem einmaligen Ereignis; sie wurzelt tiefer in seinem Wesen und seiner rätselhaften Herkunft. Was sich zunächst wie ein Kriminalroman anlässt, führt tief in das innere Erleben der Personen und entwickelt sich zu einer Suche nach sich selbst, zu einer Hinterfragung von Lebensentwürfen und zu einem Ringen nach wahrem künstlerischen Ausdruck.      
 


Hinter den Sieben Bergen   Halter, Ernst: Hinter den Sieben Bergen : Erzählungen. Zürich: Limmat, 2012

Mit diesem Buch kehrt Ernst Halter nach Zofingen zurück, Schauplatz seiner Kindheit und Jugend und seiner Erinnerungen im Buch "Die Stimme des Atems", das damit eine Art Fortsetzung findet. Alle sechs Erzählungen sind fiktiv, haben aber einen realen Kern und setzen einzelnen Menschen ein Denkmal. Da ist wieder der kleine Bub im Wald, der Waldarbeitern begegnet, an ihrem Feuer sitzt und unvermittelt einen Schritt aus seiner Kindheit tut. Da ist der Fabrikarbeiter Wullschleger, der einer weit zurückliegenden Rache nachsinnt. Da sind die Künstler, die verzweifeln und doch nicht wegkommen, da trifft sich eine Schulklasse nach 34 Jahren und beschweigt einen Tod, da nimmt schliesslich einer Abschied von den Eltern und fährt über die Sieben Berge zur Geliebten. "Hinter den Sieben Bergen" ist eine feine, wache, warmherzige und tiefsinnige Hommage an einen Landstrich, den die meisten nur als Konglomerat von Fabriken, Lagerhäusern und Wohnsiedlungen entlang von Autobahnen kennen dürfen... [Aus dem Klappentext]



Der Engel und das schwarze Herz   Hasler, Eveline: Der Engel und das schwarze Herz. München: Nagel & Kimche, 2012

In Waldsiedel herrscht Aufregung. Der Klosterbruder, der für die Einkleidung der schwarzen Madonna verantwortlich ist, stürzte von der Leiter. Ausgerechnet vor dem Osterfest, wenn so viel Andrang herrscht! Das himmlische Management findet diese Madonna aber besonders wichtig für die Herzen und die Hoffnungen der Gläubigen auf Erden. Auch wenn Petrus Bauchweh dabei hat, wird der Engel Euleusius, dessen Ausbildung noch nicht ganz beendet ist, zur Erde geschickt, um dem Kloster zu helfen. Nun wird aber die Madonna von den unterschiedlichsten Pilgern besucht, Esoterikern, Frauenzirkeln, Wallfahrern aus aller Welt. Eleusius muss sich mächtig anstrengen, um den Überblick zu behalten. Als plötzlich das Lavaherz mit Diamant verschwindet, das die Madonna trägt, muss Eleusius trotz striktem Verbot seine himmlischen Kräfte einsetzten... [Aus dem Klappentext]



Töte deinen Nächsten   Herzig, Michael: Töte deinen Nächsten. Dortmund: Grafit, 2012

Johanna di Napoli, die unangepasste Zürcher Stadtpolizistin, kämpft gegen eine akute Sinnkrise: zu viel Alkohol, zu viele One-Night-Stands und ein drohendes Disziplinarverfahren wegen Amtsmissbrauchs. Beruflich aufs Abstellgleis geschoben, soll sie der undankbaren Aufgabe nachgehen, vier Fälle zu klären, bei denen Deutsche in Zürich massiv bedroht worden sind. Die vermeintliche Beschäftigungstherapie entpuppt sich als hochbrisante Angelegenheit: Während des Staatsbesuchs zur Einweihung eines schweizerisch-deutschen Nuklearforschungsinstituts fällt Holger Schmitz, Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion, einem Mordanschlag zum Opfer. Thorsten Kühne, Leiter des neuen Instituts, überlebt leicht verletzt. Delikat: Kühne ist einer der vier Deutschen, die Johanna im Zuge ihrer Ermittlungen in den Fällen rassistischer Anschläge aufgesucht hat. Hat die Ablehnung Deutscher in der Schweiz eine neue Dimension erreicht? Oder galt der Anschlag in Wahrheit Kühne, der durch seine neue Position für einige Leute zum Risiko geworden ist? Der Schweiz droht eine Staatskrise. Eine Situation, in der diplomatisches Fingerspitzengefühl gefragt wäre. Doch Diplomatie zählt nicht gerade zu Johannas herausragendsten Charaktereigenschaften... [Aus dem Klappentext]



Dubach am Berg   Hochreutener, Norbert ; Ramstein, Heinz: Dubach am Berg : Kampf um die Jungfrau. Olten: Weltbild, 2012

Der erfolgreiche, aber bereits in die Jahre gekommene Konzernchef Fritz Oswald, auch "Iron Fritz" genannt, wird im Hotel Bellevue des Alpes auf der Kleinen Scheidegg nach einem Ausflug ermordet. Polizeikommissär Martin Neuenschwander ermittelt bei dubiosen Investoren, die Interesse am Erwerb einzelner Firmen der Unternehmensgruppe haben, sowie im zerstrittenen familiären Umfeld des Seniors. Auch der frühere Fernsehmann Marc Dubach wird als Kommunikationschef des Konzerns in den Fall verwickelt. Er zieht sich dabei den Zorn einer obskuren Schattenorganisation aus Amsterdam zu, die ihre Wurzeln in einem chinesischen Geheimbund haben. Eine kurze Beziehung Dubachs zu Rosalie, einer jungen Frau aus der Halbwelt, endet fatal - die Dame wird ermordet aufgefunden. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Gewaltverbrechen? Selbst Exkommissär Paul von Gunten, der als Berater beigezogen wird, findet lange Zeit keine Spur, die zur Lösung der Mordfälle beitragen kann. Marc Dubach erlebt nicht nur die Irrungen und Wirrungen eines sensationellen Gewaltverbrechens aus nächster Nähe, sondern muss auch persönliche Krisen überwinden... [Aus dem Klappentext]



Glutland   Höschle, Otto: Glutland. Luzern: Pro Libro, 2012

Jerusalem im Fieber des palästinensischen Aufstands. Gregor Greuter, ein Schweizer Rotkreuzdelegierter, wird in einer nahen Schlucht Zeuge eines Mordes. Den jungen Beduinen, der sich verdächtig macht, trifft er bei einem Routinebesuch im Gefängnis an. Er will ihm helfen, so schlecht die Aussichten auch stehen. Der wirkliche Mörder, ein militanter Siedler, fürchtet die Zeugenschaft des Fremdlings, bedroht und bedrängt ihn. Der ohnehin heisse Boden im Intifada-Land wird für Gregor immer heisser. Gerade jetzt verliebt er sich in eine jüdische Siedlerin und verdrängt den Ernst seiner Lage. Doch auf einmal gerät er wirklich in Gefahr. Er, der neutrale Beobachter, trägt am Ende selbst dazu bei, die Gewaltspirale anzuheizen. Ein Polit-Thriller um Jerusalem, eine Liebesgeschichte und zugleich eine kritische Auseinandersetzung mit den humanitären Aktivisten des IKRK.


Die Dunkelheit in den Bergen   Huonder, Silvio: Die Dunkelheit in den Bergen. München: Nagel & Kimche, 2012

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts leidet der von Napoleons Truppen geplünderte Kanton Graubünden unter Armut, Rechtswillkür und Amtsmissbrauch. Lediglich zwei Dutzend Landjäger unter der Führung des Verhörrichters Baron Johann Heinrich von Mont stehen unzähligen Deserteuren, Dieben, Landstreichern, selbsternannten Steuereintreibern und experimentierenden Chirurgen gegenüber. Als im Sommer 1821 in der Weihermühle bei Bonaduz ein dreifacher Mord verübt wird, begibt sich der Baron zusammen mit zwei heimgekehrten Söldnern auf die Spur des Verbrechens. Die Suche nach dem Täter in den schwer zugänglichen Tälern und Dörfern, zu Fuss oder zu Pferd, ist äusserst beschwerlich. Die Bergler scheinen lieber mit der Angst vor einem frei umherlaufenden Mörder zu leben, als den Gesetzeshütern aus der Hauptstadt zu vertrauen... [Aus dem Klappentext]



Leere Gräber   Ivanov, Petra: Leere Gräber. Herisau: Appenzeller, 2012

Bei der Bergung eines Schiffsmotors vom Grund des Zürichsees stösst ein Polizeitaucher auf die Leiche eines Mannes. Dessen Glieder wurden mit Hanteln beschwert, was einen Unfall ausschliesst. Da der Tote in der Schweiz nicht vermisst wird, schalten Staatsanwältin Regina Flint und Kriminalpolizist Bruno Cavalli Interpol ein. Bald wird klar: die Beschreibung passt auf einen argentinischen Journalisten, der vor sechs Monaten spurlos verschwunden ist. Doch was führte Ramón Penasso nach Zürich? Und woran arbeitete er vor seinem Tod? Weil die Untersuchung nicht vorankommt, fliegt Regina Flint nach Buenos Aires. In Zürich überschreitet Bruno Cavalli auf der Jagd nach dem Täter die Grenzen des gesetzlich Erlaubten. Denn er hat nicht mehr zu verlieren. [Aus dem Klappentext]



Mädchen IV mit Leguan   Lavizzari, Alexandra: Mädchen IV mit Leguan. Berlin: Ed. Ebersbach, 2012

Was ist passiert? Ärzte wie Eltern sind ratlos. Die zehnjährige Patientin, die in einen Steinbruch gestürzt war und mit schweren Verletzungen im Krankenhaus liegt, hat mit der Sprache auch ihr Erinnerungsvermögen verloren. Sämtliche Versuche, das apathisch wirkende Kind aufzuheitern und mit spielerisch-therapeutischen Übungen zum Sprechen zu bewegen, verlaufen ohne Erfolg. Körperlich so weit genesen, dass ein Schulbesuch wieder möglich ist, bleibt sie zunächst stumm und voller Misstrauen gegenüber den Menschen ihrer Umgegung, die ihr mit künstlicher Fröhlichkeit begegnen. Mühsam trägt die Heranwachsende die Puzzlestücke ihrer Erinnerung zusammen. Doch wer hilft ihr dabei? Der Edelsteinschleifer, der das schwer verletzte Mädchen gefunden hatte? Ihre übereifrige, kunstbefliessene Mutter, der reisefreudige Vater? Kinderpsychologen? Oder aber der Maler, der sie einst als Mädchen IV malte, ohne dass sie sich an eine der Sitzungen erinnern könnte? Die Suche nach der Wahrheit wird zur Suche nach der eigenen Identität. [Aus dem Klappentext]          [Aus dem Klappentext]



Liebesgschichte   Lenz, Pedro: Liebesgeschichte. Muri b. Bern: Cosmos, 2012

Stellt man eine rote Rose in eine Bierflasche? In den Liebesgeschichten von Pedro Lenz ist Hollywood weit weg. Wo am Schluss des Films die Verliebten sich küssen und die Sonne untergeht, da fangen die Lenzgeschichten erst an. Nämlich im Leben. An der Rüebechilbi in Madiswil. An der Mustermesse Basel. Im Facebook. Auf dem Sozialamt. In der Grottebar in Rütschelen. Im Intercity Bern-Zürich. Auf der Feuerleiter im Schilager Schönried.      


Meiereien   Meier, Jörg: Meiereien. Olten: Knapp, 2012

"Sie sass unter einem verblichenen Pepita-Sonnenschirm. Vor sich hatte sie fünf Migros-Tragtaschen, alle prall gefüllt mit dunkler, grober Erde. Weil die Erde in den Tragtaschen penetrant nach Bärendreck roch, ja geradezu stank, kam ich mit der Frau ins Gespräch. Wäre es anders gewesen, gäbe es diese Geschichten nicht und auch nicht dieses Buch. Wir wüssten nichts über den abenteuerlichen Flug des niederländischen Skifliegers Tim Gumpdenwijt; nichts über den Buben mit dem Kirschbaum im Bauch, und auch vom Indianer in der Kläranlage hätten wir niemals erfahren. Dessen bin ich mir ziemlich sicher." Jeden Tag erzählt Jörg Meier den Leserinnen und Lesern der Aargauer Zeitung eine aktuelle, ziemlich wahre oder gut erfundene Geschichte aus dem wirklichen Leben. In diesem Buch ist eine Auswahl der bisher tausend erschienenen Meiereien versammelt.     


Wandlung   Meyer, E.Y.: Wandlung : Roman zur Jahrtausendwende. Bern: Stämpfli, 2012

Das erste Treffen hatte fünfzehn Jahre zuvor stattgefunden. Zwei Monate später im Jahr. Am Freitag, dem 13. August 1993. Nicht zufällig in einer anderen Landesgegend. Nicht in den Bergen. Nicht in den Alpen. Sondern in flacheren Gefilden. An einem Ort, der mir seit meiner Jugend vertraut war. Den ich damals oft und auch später immer wieder aufgesucht hatte. Es war eine Insel auf einer Insel sozusagen. Die St. Petersinsel im Bielersee. Im Schweizer Seeland. Dem Land der drei Seen am Südfuss des Schweizer Juras. Auch bekannt als Rousseau-Insel. Ein Ort, der gleichzeitig seine natürliche Schönheit bewahrt und eine weiterführende geistesgeschichtliche Bedeutung hatte... [Aus dem Klappentext]    


Schwazzenbach   Micieli, Francesco: Schwazzenbach : Schlaflos in Lützelflüh. Oberhofen: Zytglogge, 2012

Die Beatles hatten sich getrennt, Janis Joplin und Jimmy Hendrix waren gestorben, James Schwarzenbach wollte die Italiener dezimieren. Angelo beschloss, seine Haare nicht mehr zu schneiden, und sah aus wie ein Sautschingg. In der Schule musste er auf dem hintersten Platz sitzen, weil sein Afrolook die Sicht auf die Wandtafel versperrte. Vierzig Jahre später: Micielis Alter Ego Angelo ist eingeladen, im Dorf seiner Kindheit, wo er als Migrantensohn aufgewachsen ist, über Gotthelf zu referieren. Den Rahmen der Erzählung bilden die drei Tage, in denen sich der nunmehr arrivierte "Emigrant" Zeit nimmt, um sich zu erinnern. Gefühle, Szenen und Bilder tauchen auf, die als "nicht eingerichtete Erinnerungen" sein Leben begleiten. Das Falschsein und Fremdfühlen in der eigenen Haut und in der Welt um sich herum: Wir waren Feindgebiet, eine Überwucherung, gefährlich. Wir waren ein unbekanntes Etwas, das den Schweizern die Schweiz wegnahm. Die Mutter, die nie auffallen wollte: Zur Arbeit gehen, ohne im Zug einen Sitzplatz zu besetzen. Nach Hause kommen und sich einschliessen. Die Schweiz sollte gar nicht merken, dass sie da war. Das immer wiederkehrende Gefühl, das Nicht-Wissen, wo zu Hause ist. Und schliesslich Heidi, die erste Liebe, bei der Angelo nicht nur damals, sondern auch heute wieder (vergeblich) Zuflucht sucht. [Aus dem Klappentext]


Storchenbiss   Pieren, Yael: Storchenbiss. Zürich: Rotpunktverlag, 2012

Da ist ein Paar im Goldenen Eck im Jahr 1970, das eigentlich lieber allein wäre; da ist in der heutigen Zeit in einer Stadt am Rhein eine junge Frau, die eine leere Wohnung bezieht und alles hinter sich gelassen hat: da ist ein Mann, der im Jahr 1964 schon sechzehn verschiedene Füllfederhalter in die Hand genommen hat, um aufzuschreiben, wie alles begann. Alle sind sie Teil einer Geschichte und alle ringen sie darum, die Geschichte zu erzählen. Sie nimmt ihren Anfang 1955, in der armen Schweiz, wo eine ganze Familie sich ein einziges Bett teilt, eine Familie, die bald keine mehr ist, weil die Kinder fortgeschickt, fremdplatziert werden. Ein Haus brennt ab und wird an anderer Stelle wieder aufgebaut. Eine Frau verliert bei einem Treppensturz einen Finger, gewinnt dadurch aber die Liebe eines Mannes. Im Nacken eines Säuglings zeigt sich nach der Geburt ein Storchenbiss, und der Vater erkennt etwas Wahres in diesem rötlichen Fleck. Yael Pieren entwirft in ihrem ersten, höchst beeindruckenden Roman ein sich verdichtendes Gefüge von Figuren, die im Gestern verstrickt sind, aber im Heute leben wollen... [Aus dem Klappentext]


Die Falken und das Glück   Reber, Sabine: Die Falken und das Glück. München: LangenMüller, 2012

Sie werden sich nie begegnen und haben doch das gleiche Ziel: Granuaile, irische Piratin aus einer untergegangenen Zeit, in der Nacht vor ihrer letzten grossen Schlacht. Linda, Träumerin, mit einem Egomanen verheiratet und am Ende ihrer Kräfte. Beide Frauen sind auf der Suche nach sich selbst, nach der Möglichkeit, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. An der Küste Irlands verweben sich ihre Lebenslinien auf rätselhafte Weise. Über Granuailes ehemaliger Burg sieht Linda die Falken kreisen und erkennt, dass sie eine Entscheidung treffen muss. Nur für sich.  [Aus dem Klappentext]


YOLO   Rudolf, Gisela: Yolo. Frankfurt a.M.: Weissbooks, 2012

YOLO - You Only Live Once! Bis die 38 Jahre alte Lehrerin Felizitas dieses Gefühl der Lebenslust wieder spürt, vergehen nur ein paar Wochen. Die ungewohnte Umgebung der Klinik, ein Zuviel an Zeit und neue Begegnungen tragen dazu bei, dass aus der Krise, dem Nullpunkt, ein Wendepunkt wird. Dabei taucht Felizitas nicht nur gedanklich in die Vergangenheit ein: Mit ihrer Freundlin Jutta macht sie sich aus der Obhut der Psychiater auf und davon - eines Nachts in Richtung Italien, in Richtung ihrer ersten Liebe, Alessandro... Sie will es wissen. Wann, wenn nicht jetzt? YOLO ist ein Buch, das Mut macht. Das anregt. Das Spass macht. Weil es Spass macht, sein Leben zu ändern. Und weil es vom grössten Luxus erzählt, nämlich jenem, Nein zu sagen. Aber ja zum Leben, denn: You only live once. [Aus dem Klappentext]         


Der Salamander   Schaub, Urs: Der Salamander. Zürich: Limmat, 2012

Auf dem Bahnhof seines Dorfes macht der charismatische Ermittler Simon Tanner Bekanntschaft mit einem etwas gehetzten jungen Mann, der in Spanien unschuldig im Gefängnis gesessen haben will. Eine Drogengeschichte. Tanner hat das Gefühl, auf ihn aufpassen zu müssen. Sein Freund Serge Michel, Abteilung Leib und Leben, nimmt gleichzeitig einen Mordfall wieder auf, der vor fast dreissig Jahren ungelöst ad acta gelegt wurde. Die attraktive und ehrgeizige Lara Wille soll ihn übernehmen. Er hofft, sie über den absehbaren Misserfolg loszuwerden. Der junge Mann und Lara Willes Fall scheinen auf geheimnisvolle Weise mit der seltsamen Sekte verstrickt zu sein, die in der Gegend ein ganzes Dorf bewohnt. Simon Tanner beginnt zu ermitteln und stösst auf dunkle Geschichten aus vergangenen Zeiten, die noch immer fortleben...


Wald aus Glas   Schertenleib, Hansjörg: Wald aus Glas. Berlin: Aufbau, 2012

Die dreiundsiebzigjährige Roberta hat alles verloren. Man hat ihr den Hund genommen und sie in ein Altenheim gesteckt. Doch sie wehrt sich und flieht aus der Schweiz. Sie befreit ihren Hund und macht sich auf den Weg nach Österreich. Sie will nach Jahren der Fremdheit in den Ort ihrer Kindheit zurückkehren, um ihr Leben noch einmal selbst zu bestimmen. Auch die fünfzehnjährige Türkin Ayfer entzieht sich - ihren Eltern, die sie in die Türkei verbannt haben, und den religiösen Vorstellungen ihres Onkels, in dessen Hotel am Schwarzen Meer sie arbeiten muss. Sie will zurück in die Schweiz, um das Leben zu führen, von dem sie träumt. Hansjörg Schertenleib erzählt von zwei mutigen Frauen, die ihr Schicksal in die Hand nehmen - und damit Grenzen überwinden, die das Leben ihnen gesetzt hat. [Aus dem Klappentext]



Briefsteller   Schischkin, Michail: Briefsteller. München: Deutsche Verlagsanstalt, 2012

Auf den ersten Blick scheint alles ganz einfach: eine Frau und ein Mann - Sascha und Wolodja. Eine Datscha und eine kurze Sommerliebe. Aber das Schicksal mag das Einfache nicht. Ein Blatt Papier in einem Umschlag zerstört alles: Wolodja muss in den Krieg, weit weg, und die beiden können sich nur noch Briefe schreiben. Das Band der Zeit zerreisst, Vergangenheit und Gegenwart vermischen sich: ein Sommer auf dem Land, die Abenteuer eines Polarfliegers, die Eroberung Pekings durch russische Truppen, verletzte Soldaten, ein verlorenes Kind... Die Themen aber sind zeitlos - Krieg, Familie, Sehnsucht, Einsamkeit, Glück -, und die Liebenden gehen aufeinander zu, um die zerrissene Zeit in ihren Briefen neu zu vernküpfen. [Aus dem Klappentext]



Nach Berlin   Schnetzler, Kaspar: Nach Berlin. Zürich: Bilger, 2012

Kaspar Schnetzler erzählt virtuos die Geschichte des Zürcher Studenten Wenzel Morgentaler, der 1966 auf den Spuren Theodor Fontanes nach Berlin reist, um die Deutschen in der Gegenwart ihrer Geschichte kennenzulernen. Wenzel Morgentaler weiss, dass er mit siebenundsechzig Jahren sterben wird wie alle Vorfahren väterlicherseits seit dreihundertfünfzig Jahren. In Berlin trifft er die Juristin Hertha von Alvensleben, die mit einer prekären ostpreussischen Familiengeschichte belastet ist, Querflöte spielt und an der bürgerlichen Etikette zu ersticken droht. Die Mischung aus Familiengeschichte, historischer Zeitreise und Erkundung nachbarschaftlicher Befindlichkeiten führt in einem kühnen Bogen von Zürichs Hausberg, dem Üetliberg, an den Berliner Wannsee, weiter nach Ostpreussen und in einer Volte zurück ins Emmental.          


Bäume fliehen nicht   Stössinger, Verena: Bäume fliehen nicht. Alpnach: Wallimann, 2012 Was macht ein Leben aus, am Ende eines Lebens? Ein Mann begibt sich auf den Weg zurück in seine Kindheit: Gdansk, Kaliningrad, Kurische Nehrung. Als 13jähriger, der den Vater schon im ersten Kriegsherbst verlor und die verhungerte Mutter gerade selber begraben hat, ist er 1947 in Berlin gestrandet. Er konnte sein Leben meistern. Aber ihm fehlen diese frühen Jahre. Lässt sich noch etwas davon wiederfinden? Er nimmt seine Frau mit auf die Reise in die fremde Heimat, und das Vergangene bricht dabei beglückend und schmerzhaft auf. Doch jeder Fund , jede Information führt nur zu weiteren Fragen und neuen Widersprüchen. Wer ist man, wenn man so wenig von sich weiss? [Aus dem Klappentext]    


Aus den Fugen   Sulzer, Alain Claude: Aus den Fugen. Berlin: Galiani, 2012

Die plötzliche Stille ist lauter als ein Paukenschlag: Mitten in einer atemberaubenden Interpretation bricht der Starpianist Marek Olsberg sein Spiel ab, schliesst den Klavierdeckel und verlässt den Saal. "Das war's dann", soll er beim Hinausgehen noch gesagt haben. Doch Olsberg ist nur eine von vielen Hauptfiguren. Wie ein Schwungrad treibt das abgebrochene Konzert die Handlung von Alain Claude Sulzers grandiosem Roman Aus den Fugen an und bringt neue Dynamik ins Leben vieler. So etwa bei dem Leihkellner Lorenz, der für die nachfolgende Party engagiert wurde, bei Nico, der sich von einer Begegnung mit Olsberg viel verspricht, aber im Kino landet, und auch bei Johannes, der auf den Konzertbesuch verzichtet, sich auf einen entspannten Abend mit Marina vom Escortservice Accompagnato freut und nicht ahnt, was unterdessen in der Philharmonie geschieht... [Aus dem Klappentext]        


Die Zeit, die Zeit   Suter, Martin: Die Zeit, die Zeit. Zürich: Diogenes, 2012

Anfangs begreift Peter Taler nur, dass im Haus gegenüber, in dem der achtzigjährige Knupp wohnt, sonderbare Dinge vor sich gehen. Er beginnt zu beobachten und mit der Kamera festzuhalten - und merkt erst spät, dass er seinerseits beobachtet wird und längst in die Geschehnisse auf der anderen Seite der Strasse verstrickt ist. Der alte Knupp, der vor zwanzig Jahren seine Frau verloren hat, ist davon überzeugt, dass man nicht wie Orpheus ins Totenreich hinabsteigen muss, um einen geliebten Menschen wiederzufinden. Denn er hat eine Theorie und kann sich dabei sogar auf berühmte Leute berufen. Allerdings ist deren Umsetzung nicht einfach. Um nicht zu sagen - schier unmöglich. Taler soll ihm dabei helfen. [Aus dem Klappentext]         


Abschalten   Suter, Martin: Abschalten : die Business Class macht Ferien. Zürich: Diogenes, 2012

Sie arbeiten im mittleren Management mehr oder minder bedeutender Unternehmen, sie tragen so klingende Namen wie Hunold, Huber, Lindner oder Glaser, und sie sind schrecklich erschöpft von all den Hierarchien, Synergien, Strategien, Gehaltsforderungen, Terminkollisionen und Verteilungskämpfen am Kaffeeautomaten. Dann ist es soweit: endlich Ferien! Und was machen sie daraus? Tja, manchmal stresst abschalten wollen doch mehr als nicht abschalten können... [Aus dem Klappentext]         


Polarrot   Tschan, Patrick: Polarrot. Wien: Braumüller, 2012

1929: Jack Breiter ist alles andere als ein Glückskind. In eine arme Schweizer Bauernfamilie geboren, will er unbedingt nach oben. Erst als glückloser Heiratsschwindler im noblen Palace Hotel in St. Moritz, später als Handelsvertreter beim Chemiekonzern Gugy. Zunächst mit glänzendem Erfolg: Dank des Reichsbeflaggungsgesetzes von 1935 verkauft Breiter Hektoliter um Hektoliter der Farbe "Polarrot" für die Hakenkreuzfahne. Er wird rasch zum Starverkäufer der Firma. Doch dann verliebt er sich in die Frau seines Chefs, eine Halbjüdin, und lässt sich ihr zuliebe auf ein riskantes Goldschmuggel-Unterfangen ein. Prompt wird Breiter ertappt und plötzlich ist es mit dem Spass vorbei. Patrick Tschans Helden Jack Breiter muss man als Leser lieben...  [Aus dem Klappentext]         


Vabanque   Weiss, Mix: Vabanque : Journal einer Amour fou. Zürich: Bilger, 2012

Von Vladimir wird erzählt, einem freiheitsliebenden Menschen, der sich seinen Stolz, seine Würde auch in schwierigsten Zeiten nicht nehmen lässt. Von einem, der sagt: "Ich bin ein Zigeuner." Und von Juliéta handelt die Geschichte, einer Journalistin, die nach 25 Jahren in einem kleinen Künstlerdorf im Süden zurück nach Zürich kommt.


Noahs Erben   Zeindler, Peter: Noahs Erben. Basel: Reinhardt, 2012

Der Kunstmaler Karl Wagner hat sich im Verlauf seines Lebens zu einem genialen Kopisten entwickelt, der sich immer wieder in anderen künstlerischen Identitäten, von Nolde bis Vallotton, auslebt und so immer mehr zu seinem eigenen schöpferischen Ich auf Distanz geht. Ausgelöst durch eine Wiederbegegnung mit einem alten Schulkollegen beginnen sich Vergangenheit und Gegenwart zu überlagern, wechselt die Erzählperspektive, wird die Grenzlinie zwischen Realität und Fiktion immer unschärfer und zwingt den desorientierten Protagonisten zu einem ultimativen Befreiungsschlag.

            


Der Mann mit den zwei Augen   Zschokke, Matthias: Der Mann mit den zwei Augen. Göttingen: Wallstein, 2012

Tragisch oder komisch? Abgründig oder banal? Alltäglich oder aussergewöhnlich? Der Roman balanciert zwischen diesen Gegensätzen ebenso wie sein Protagonist, von dem man nur gerade erfährt, dass er zwei Augen hat und eine Nase, und der in einer Selbstbeschreibung von sich sagt: "Ich komme im Mantel, in einem sandfarbenen, und in der linken Hand halte ich voraussichtlich einen kleinen sandfarbenen Koffer. Ich bin durchschnittlich gross, habe durchschnittlich kurzes sandfarbenes Haar, und rechts von mir wird eine Frau gehen, die etwa einen Kopf kleiner ist als ich, und die Sie sich der Einfachheit halber am besten auch gleich sandfarben vorstellen - wir werden einander bestimmt nicht verpassen." Ob in den Cafés und auf den Strassen, beim Zusammentreffen mit Fremden und Bekannten, ob auf Reisen oder zu Hause bei der Frau, die der Mann mit den zwei Augen vor vielen Jahren beim Chorsingen kennen und lieben gelernt hat, ob bei Rosaura, die ihm in ihrem Etablissement die merkwürdigen Freuden zuteil werden lässt - Zschokke ist ein Meister darin, die Dinge und Ereignisse im Erzählen zu drehen und zu wenden, bis sie in einem fremden Licht ihre Selbstverständlichkeit verlieren und uns staunen machen. [Aus dem Klappentext]          


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