Neuerscheinungen Herbst 2011

Letzte Lieben   Amann, Jürg: Letzte Lieben. Zürich: Arche, 2011

Zehn Erzählungen, die auf zärtliche, verblüffende und eindringliche Weise davon künden, dass mit der Liebe jederzeit und überall zu rechnen ist: zum Beispiel mitten im Winter am See. Da steht eine Frau am Ende des Piers. Was macht sie dort?Will sie springen? Ins Wasser gehen?Was wäre zu tun?Ihr nach? Oder in einer Theaterkantine, wo die verehrte Schauspielerin plötzlich vor dem Erzähler steht, mit zwei Gläsern Rotwein und einer vermeintlichen eindeutigen Absicht. Oder im Nachtzug von Paris, wo eine zufällige Begegnung verhängnisvolle Folgen hat. Sogar beim Bungee-Sprung von einer Eisenbahnbrücke - in der Sekunde, in der das Seil reisst. [Aus dem Klappentext]



Vado Mori   Blättler, Markus: Vado Mori. Basel: Münster, 2011

Ein letzter warmer Sommerabend am Rhein. Die Gymnasiastin Thea Blum flaniert mit ihrem jüngeren Bruder am Basler Rheinbord. Ein Moment der Verwirrung, ein Augenblick der Unaufmerksamkeit, und das Unglück nimmt seinen Lauf: Kilian stürzt in den Fluss und ertrinkt. Hätte sie den Unfall verhindern können? Von Selbstvorwürfen geplagt, glaubt sie immer öfter, eine fremde Stimme in ihrem Kopf zu hören. Diese flüstert ihr Unverständliches zu: "Esteradon." Während ihr Vater nach dem Verlust wieder in den Alltag zurückfindet, entfremdet sich Thea von ihren bisherigen Weggefährtinnen und freundet sich stattdessen mit der Klassenausseinseiterin Kerstin Hammerich an. In ihrem Beisein entwickelt Thea gefährliche Fantasien und erlebt dabei, dass die Grenze zwischen Leben und Tod nicht unverrückbar ist - eine ebenso unheimliche wie herbeigesehnte Erfahrung: Denn Thea will ihren verunglückten Bruder wiederfinden. Dafür begibt sie sich in eine andere Welt... nach Esteradon. Die Toten beginnen zu tanzen.  [Aus dem Klappentext]



Drift   Bozikovic, Michel: Drift. Stuttgart: Tropen, 2011

Julian zieht in den Krieg, obwohl alle ihn davon abhalten wollen. Die kroatischen Grenzer, die ersten Soldaten, auf die er trifft, ja sogar die Polizei versuchen zu verhindern, dass er sein Leben wegwirft. Doch gegen alle Widerstände schlägt er sich durch und wird Scharfschütze in einer Aufklärungseinheit. Dort lernt er zu lieben, so dass er sich den Namen seiner grossen Liebe eigenhändig auf die Brust tätowiert. Der drogenabhängige Martin hat weniger Gllück. Er ist gerade von Helena, der Frau seines Lebens, verlassen worden. Martin ist am Ende, hofft aber immer noch auf den Durchbruch als Schriftsteller. Dazu will er Juliens Geschichte aufschreiben und verspricht ihm, sie gross rauszubringen. Temporeich erzählt "Drift" von Aufbruch, jugendlicher Wut und gebrochenen Herzen. [Aus dem Klappentext]        
 


Grünschnabel   Cantieni, Monica: Grünschnabel. Frankfurt a.M.: Schöffling, 2011

"Mein Vater hat mich für 365.- Franken von der Stadt gekauft." So beginnt die Geschichte eines Kindes, das, zur Adoption freigegeben, bei neuen Eltern im Immigrantenmilieu der 1970er Jahre landet. Inmitten dieser bunt gemischten Umgebung versucht das Kind Fuss zu fassen und sich, mit Hilfe einer Wörtersammlung in vielen Streichholzschachteln, zurechtzufinden. Was nicht so einfach ist; und richtig gross werdem die Probleme, als es beim italienischen Gastarbeiter im Kleiderschrank eine Entdeckung macht, die eine Lawine auslöst.  [Aus dem Klappentext]



Stepán   Cuneo, Anne: Stepán : Tage der Wahrheit in Prag. Zürich: Bilger, 2011

Anne Cuneos mitreissender und bewegender Roman erzählt die Geschichte der Paola Rouge-Malatesta, die während des Prager Frühlings 1968 an der Seite des Prager Studentenführers Stepán Stacek Tage der leidenschaftlichen Liebe und Tage des Schmerzes nach der Ermordung des gemeinsamen Freundes Frantisek Schwarz erlebt. Einundzwanzig Jahre später, während der Samtenen Revolution reist Paola Rouge-Malatesta wieder nach Prag. Diesmal wird es zu einer Reise in ihre Vergangenheit, in eine Vergangenheit, die das Ende der Sorglosigkeit bedeutete.



Ein Koffer voller Wünsche   Dean, Martin R.: Ein Koffer voller Wünsche. Salzburg: Jung und Jung, 2011

Das Leben eine Flucht, und was für eine! Der Enge der Schweiz, einer drohenden Heirat und der allzu behaglichen Bürgerlichkeit meint Filip in die Weltstadt London entkommen zu können. Dass Ausbruchsversuche wie dieser vielleicht in der Familie liegen, erzählt uns Martin R. Dean grandios witziger und zugleich hintergründig ernster Roman "Ein Koffer voller Wünsche". Schon der leibliche Vater Filips, ein Inder, war bei der Mutter nur kurz zu Gast, dann hat er sich davongemacht. Ist nicht jede Flucht insgeheim auch eine Suche? Martin R. Deans Held findet ausgerechnet in einem Reisebüro Arbeit, das eine pittoreske Hochglanzschweiz zu verkaufen hat. Und er wird sich auch von der mehr als perfekten künftigen Ehefrau nicht trennen. Auf doppelbödige Weise stellt Deans Buch die Frage nach der Heimat noch einmal...  [Aus dem Klappentext]



Die Finten der Liebe   Elsässer, Lisa: Die Finten der Liebe. Oberhofen: Zytglogge, 2011

Da, wo wir zu Hause waren, war die Gegend eng. So lautet der erste Satz dieser Geschichtensammlung. Ein von steilen Bergen eingefasstes Tal wird beschworen, das seinen Bewohnern eher ein verriegeltes Dasein als eine trauliche Geborgenheit beschert. Die Ich-Erzählerin, die als zehnjähriges Mädchen auf einem Bauernhof bei Onkel und Tante die Sommerferien verbringt, leidet unter ihrer "Nirgendszugehörigkeit". Doch ihr von Heimweh getriebener Ausbruchsversuch führt nicht weiter als talabwärts ins Elternhaus, das ihr, wie aus anderen Geschichten hervorgeht, die nötige Wärme schuldig blieb. Die Urner Bergwelt, gegen die das Mädchen aufbegehrt, hat - gewinnt man den Eindruck - die Beschaffenheit dieser Texte mitgeprägt... [Aus dem Klappentext]



Dieses endlose Schweigen   Fabbri, Sandrine: Dieses endlose Schweigen. Basel: Lenos, 2011

Eines Tages endet plötzlich die Kindheit. Vor einem Körper, der aus dem vierten Stock gefallen ist. Direkt auf den Asphalt. Die Hinterbliebenen, Vater und Tochter, sind fortan auf sich selbst zurückgeworfen. Doch wie leben mit der Lücke, die die Mutter hinterlassen hat? Jahre später, als auch der Vater nicht mehr lebt, sucht die inzwischen erwachsene Tochter nach der Wahrheit über den Selbstmord, der als Unfall ausgegeben wurde. Wer war ihre Mutter, sie, die Genferin aus der Boheme, die einen jugoslawischen Einwanderer geheiratet hatte? Die Tochter beginnt nachzuforschen, taucht in die Tristesse einer Genfer Satellitenstadt ein und stösst dabei auf weitere Tragödien in ihrer Familie... [Aus dem Klappentext]



Der Stein   Hohler, Franz: Der Stein : Erzählungen. München: Luchterhand, 2011

Welche Geschichte liegt hinter einem Stein, der eines Tages zuoberst auf einem Bauschutt-Container liegt? Warum begeistert sich der Präsident eines Landes an einem frühen Morgen für eine junge Katze? Oder wer genau ist der als König verkleidete Mann, der am vierzigsten Geburtstag eins Mannes mit einem Hornschlitten bei ihm auftaucht? Franz Hohler, der sich schon früh  mit dem Band "Die Rückeroberung" und zuletzt mit "Die Torte" und "Das Ende eines ganz normalen Tages" grosses Ansehen als Erzähler erworben hat, erkundet in seinen neuen Geschichten die kaum exakt auszumachende Grenze, die zwischen dem Wahrscheinlichen und Unwahrscheinlichen, zwischen dem Erwartbaren und dem Zufall verläuft.... [Aus dem Klappentext]



Obladi oblada   Hugentobler, Jürg: Obladi oblada : mein Leben dank Augusta. Oberhofen: Zytglogge, 2011

Ein kleines Mädchen wird in einem Landgasthof abgegeben und sagt vor Freude "obladi oblada". Grösser ist sein Wortschatz nicht, denn ausser den Beatles am Radio hat bisher kaum jemand zu ihm gesprochen. Es ist unterernährt, aber fröhlich und hat einen unbändigen Überlebenswillen. Als seine Beine stark genug sind, es zu tragen, beginnt ein langer, abenteuerlicher Weg, auf dem sich Tränen und Gelächter abwechseln.



Wie die Arche Noah auf den Napf kam   Imfeld, Al: Wie die Arche Noah auf den Napf kam : Kindheitsgeschichten aus dem Luzerner Hinterland. Zürich: Rotpunktverlag, 2011.

In einem Mosaik von Geschichten lässt Al Imfeld das Luzerner Hinterland der Dreissiger- und Vierzigerjahre des letzten Jahrhunderts aufleben. Humor und Wehmut halten sich die Waage im Gang durch die Welt von einst, als links und rechts der Kreuzstiege, in Hergiswil und Luthern, noch zwei verschiedene Zeiten eingeläutet werden. Imfeld erzählt, wie die Käserei in Buttisholz einging, wie die Wirtshäuser der Roten und der Schwarzen verschwanden und wie aus seinem Dorf eine blosse Ortschaft wurde. Aber er verklärt die Vergangenheit nicht: In seinen Geschichten kommen auch Dürren vor, es gibt Kinderarbeit, die Armenküche der Bettelmönche und die abgeschlossene Welt der Feudalherren. Und die Kleinbauern und Pächter spielen "Armenseelenlotto". [Aus dem Klappentext]


Alias oder Das wahre Leben   Ingold, Felix Philipp: Alias oder Das wahre Leben. Berlin: Matthes&Seitz, 2011.

Was fängt man mit der Hinterlassenschaft eines verstorbenen Freundes an - mit Papieren, Bilddokumenten, Erinnerungen, unbeantworteten Fragen? In der suchenden und tastenden Lebensbeschreibung des wolgadeutschen Kirill Beregow alias Carl Berger entwirft Felix Philipp Ingold eine weitläufige, halb Europa und ein halbes Jahrhundert durchmessende Existenz, die bei all ihren Verwerfungen und Brüchen kaum noch auf den Punkt zu bringen ist. Doch wessen Geschichte wird da erzählt? Ist es das Leben des Freundes oder ist es das Bild, das sich der Erzähler vom Freund nachträglich zu machen versucht?  [Aus dem Klappentext]



Umkehrti Täler   Krneta, Guy: Umkehrti Täler : spoken word. Muri: Cosmos, 2011

Guy Krneta entdeckt seine Geschichten in der Alltagssprache, die er dreht und wendet, bis sie zu klingen beginnt. "Vorgefundene Figuren und Motive, Trouvaillen aus dem Alltagsleben werden so lang hin und her gewendet, abgeklopft und ausgehört, bis sie in die Krneta-typische leichte Schräglage gelangen, die sie liebenswert skurril aussehen lässt", schreibt Andreas Klaeui in Theater der Zeit. "Guy Krneta schaut den Leuten aufs Maul, redet ihnen aber nicht nach dem Mund."  [Aus dem Klappentext]



Harmfuls Hölle   Laederach, Jürg: Harmfuls Hölle : Erzählungen. Berlin: Suhrkamp, 2011

"Die Kunst ist das Waldorf-Astoria des Lebens, und das menschliche Gemüt ist die grosse Stadt in der Stille, das musst du berücksichtigen." Jürg Laederachs neue Erzählungen sind aberwitzig, komisch, satirisch unterhaltend: Literatur auf dem Hochseil - das zu des Lesers Schadenfreude und Verblüffung gelegentlich knapp über dem Boden schlappt. Der übliche Held der Handlung findet in der Regel das Bühnenbild vor und fängt an, quer durch es zu laufen. Harmful läuft los und erzeugt damit die Bühnenbilder. Womöglich erdenkt er sie, ist ihnen aber doch ausgeliefert. Weder ist er - was er gern möchte - der einzige Held, noch hält die Hölle den Prüfungen seines Hitzemessers stand. Er hätte gern seine Ruhe, doch die Stimmen vieler anderer wollen sich durch ihn hindurch ausdrücken. Im Grunde könnte er darüber locker lachen, denn der Hals, in dem das Lachen steckenbliebe, ist bereits abgeschnitten... [Aus dem Klappentext]



Gerron   Lewinsky, Charles: Gerron. München: Nagel & Kimche, 2011

Wie schon in Melnitz rekonstruiert Lewinsky in Gerron Zeit- und Kulturgeschichte am Schicksal, Fühlen und Handeln eines lebendigen, schillernden, zweifelnden und hoffenden Menschen. Es ist die faktenreiche und doch erfundene Lebensgeschichte des Schauspielers Kurt Gerron, Star von Brechts Dreigroschenoper und des Blauen Engels mit Marlene Dietrich. Aufgewachsen in Berlin, wird er als Frontsoldat verletzt, versucht sich als Kabarettist und Chansonnier und feiert dann als Publikumsliebling im Film und auf der Bühne riesige Erfolge. 1944 bekommt er den Auftrag, einen Film zu drehen, der das erniedrigende Leben der in Theresienstadt eingesperrten Juden als Paradies schildern soll. Eine Weigerung würde sein Ende bedeuten, mitzumachen hätte zumindest eine aufschiebende Wirkung: aber wie soll er es verantworten, seine Kunst und seine Leidenschaft für so etwas herzugeben? Gerron ist ein atemberaubender Roman um die Macht des Gewissens und die Kraft der Liebe. [Aus dem Klappentext]



Tödliche Gene   Madörin, Bernhard: Tödliche Gene : der Vatermacher. Basel: Münster, 2011

Marc Fischer ist CEO der World Bank Corporation, einer der grössten Banken der Welt mit Sitz in Basel. Sein Vater Theodor, um dessen Gesundheit es nicht gut steht, ist Hauptaktionär der WBC. Fischer versucht, die Macht der Familie auf sich zu konzentrieren. Dabei wird er mit der merkwürdigen Vergangenheit seines Vaters konfrontiert: Es scheint, als gäbe es noch ein weiteres, ihm unbekanntes Familienmitglied, einen Halbbruder. Für Marco Fischer ist dies ein Erbe zu viel. Er ist bestrebt, seine Anwartschaft auf das Erbe mit allen Mitteln zu erhalten, nicht einmal vor dem Gedanken an einen Mord schreckt er zurück. Doch je mehr er dies zu erreichen versucht, desto problematischer wird die Entwicklung für ihn... [Aus dem Klappentext]



High Noon im Mittelland   Moser, Milena: High Noon im Mittelland : die besten Kolumnen. München: Nagel & Kimche, 2011

Zwei harte Typen stehen einem dritten, durch eine Dorfstrasse getrennt, bedrohlich gegenüber. Wüste Beschimpfungen fliegen hin und her, die Colts sitzen locker, von fern tönt leise der Soundtrack von Spiel mit das Lied vom Tod. Bis plötzlich eine Frauenstimme ruft: "Reinkommen! Aber sofort! Es gibt Mittagessen!", und die drei kleinen Jungs nach Hause rennen.  Die Titelgeschichte steht beispielhaft für Milena Mosers Beobachtungen ihrer Umwelt, von hochfliegenden Ansprüchen und Wünschen, die an der nüchternen Fassade der Wirklichkeit zerpulvern... [Aus dem Klappentext]



Der Storykiller   Probst, Philipp: Der Storykiller. Herisau: Appenzeller, 2011

Die Zeitung "Aktuell" schickt den jungen Reporter Alex Gaster ins Berner Oberland. Denn am Faulhorn ist ein bekannter Politiker abgestürzt, und Alex soll die Hintergründe des tödlichen Unfalls recherchieren. Zusammen mit seinem Vorgesetzten wittert das engagierte Jungtalent die grosse Story. Doch vorerst besetzt der Politik-Chef des "Aktuells" mit seinen Artikeln über die Schweizer Armee die Seite 1. Alex hingegen wühlt buchstäblich im Dreck. Dann findet er Hinweise, die ihm endlich einen Exklusiv-Bericht ermöglichen könnten: einen toten Hund, den abgetrennten Arm einer Leiche und einen USB-Stick mit Daten über ein geheimes europäisches Militärprojekt... [Aus dem Klappentext]



Er   Reichlin, Linus: Er. Berlin: Galiani, 2011

Hannes Jensen hat es nicht leicht. Annick, seine blinde Geliebte, hatte, wie er herausfand, vom Beginn ihrer Beziehung an einen Anderen, und ist mit diesem nach New York durchgebrannt. Einzig ihren Blindenhund lies sie zurück, der nun - wie ein bewegliches Mahnmal des Verrats - nicht von Jensens Seite rücken will. Als Jensen samt Hund zur Beerdigung seiner Schwester nach Berlin fährt, lernt er in einem Blumenladen Lea kennen. Die so eigenwillige wie schöne Frau übt auf Jensen sofort eine enorme Anziehungskraft aus. Zugleich, darüber ist er sich schnell im Klaren, haftet ihr etwas Rätselhaft-Tragisches an. Lea ist keine gebürtige Berlinerin. Sie stammt von einer schottischen Insel, auf der die Zeit still zu stehen scheint. Seit Generationen lebt man dort von der Schafzucht. Jeder kennt jeden und die Sitten sind so rau wie das Klima. Mit siebzehn war Lea von dort nach Berlin geflohen, weil ihr streng-religiöser Vater sie zwangsverheiraten wollte. Sie war damals schwanger, und die Bewohner der Insel wie ihre Familie verdächtigen den Falschen, ihr Liebhaber zu sein... [Aus dem Klappentext]



Man nehme Silber und Knoblauch, Erde und Salz   Rossel, Ursula Timea: Man nehme Silber und Knoblauch, Erde und Salz. Zürich: Bilger, 2011

Einer fragt mich: "Ist das wirklich wahr?" - Ich sagte: "Ich weiss es nicht." Wiegand Behaim ist Kartograph mit Leib und Seele und hat sich der Aufgabe verschrieben, die gesamte Erde akkurat zu kartieren. Er will damit seiner Urangst, sich zu verirren, etwas entgegensetzen. Sibylle Blauwelsch dagegen fürchtet sich vor dem Zuspätkommen und wird von der Zeit durch immer neue Metamorphosen gepeitscht. Sibylles erstes Geschlecht war Knabe. Seine Farbe Westrot. Sein erster Beruf Krieger. Sein Name: Segundo Quinto.  

 


Im Schrebergarten   Rutschi, Sandra: Im Schrebergarten. Bern: Nydegg, 2011

Bern, im Frühling 1964: Der junge Jurassier Pierre Bergier taucht unter falschem Namen in einem Schrebergarten unter, weil er von der Polizei gesucht wird. Um die Unabhängigkeit des Juras vom Kanton Bern zu erkämpfen, hat er Bomben gezündet und Brände gestiftet. In seinem Versteck lernt er die einige Jahre ältere Anna Gerber kennen - eine Begegnung, die das Leben der beiden markant verändert. Fast fünfzig Jahre später übernimmt die Zeitungsredaktorin Katja Schild unfreiwillig das Dossier rund um die Jurafrage. Was sie stattdessen wirklich beschäftigt, ist das Schicksal ihrer Grossmutter Anna Gerber, die im Spätsommer 1964 auf rätselhafte Weise ums Leben kam. Während Katja Schild verbissen dem Familiengeheimnis nachspürt, merkt sie nicht, dass Pierre Bergier in den Schrebergarten zurückgekehrt ist. [Aus dem Klappentext]


Oktoberblau   Schmid, Susy: Oktoberblau. Muri: Cosmos, 2011

Wer isst mit Hingabe ein Gorgonzola-Sorbet? Wer lässt sich in der Kirche Sana Cecilia zum Schmusen verführen? Richtig, Evi Gygax, Weltenbummlerin und Buchhändlerin aus dem aargauischen Hölibach, die sich in Rom vom katastrophalen Ende ihrer Beziehung mit Schatzmann, dem Kantonspolizisten, erholen will. Doch unter dem wolkenlosen Oktoberhimmel gerät Evi von einer Kalamität in die andere: Luca, ein Kollege ihrer Freundin Bibiana, liegt mit offenen Pulsadern in seiner Badewanne. Und Bibiana will partout die Polizei nicht alarmieren. Dumm nur, dass Stunden später anstelle von Luca eine neue Leiche in der Wanne liegt...

       
 


Das zweitbeste Glück   Schriber, Margrit: Das zweitbeste Glück. München: Nagel & Kimche, 2011

Mit ihrer Rolle in einer skandalösen Militärkomödie und einem anrüchigen Kuss wurde Leny Bider über Nacht zum Star des jungen Stummfilmkinos - eine schöne junge Frau, Model und Modedesignerin, schon berühmt geworden als Kopilotin ihres Bruders Oskar, der als Flugpionier Rekord an Rekord reihte: erste Pyrenäenüberquerung, erste Alpenüberquerung, erster Direktflug von Bern nach Paris. Als fröhliches und wagemutiges Paar füllten sie die Illustrierten - sie verkörperten die Zukunft in einer Zeit, in der das Fliegen und der Film im Aufbruch waren. Der Tod der jungen Filmdiva war für die Öffentlichkeit ein Schock. Anhand von Lenys Tagebuch erzählt Margrit Schribers Roman einfühlsam das Leben der rebellischen, sensiblen Tochter aus gutem Haus, deren Eltern früh starben, die ihren Traum von einer Schauspielkarriere gegen alle Widerstände durchsetzte und die am Tod ihres bewunderten Bruders zerbrach. [Aus dem Klappentext]


Hasenleben   Steiner, Jens: Hasenleben. Zürich: Dörlemann, 2011

Lili führt ein unstetes Leben, verdingt sich als Kellnerin, zieht mit ihren beiden Kindern durch die Schweiz. Sie träumt von einer guten Ausbildung, einem Familienleben, während sie die Nächte in dunklen Kellern durchtanzt, ihre Kinder sich selbst überlässt. Der kleine Werner streift unablässig durch Hotelflure und spioniert die Gäste aus. Er träumt davon zu sein wie seine ältere Schwester. Emma ist ruhiger, sitzt oft einfach am Fenster und ritzt an ihren Armen. In St. Moritz taucht eines Tages ein Mann auf, dessen Name allen dreien sehr bekannt vorkommt. Und Lili ergreift einmal mehr die Flucht, bis - ja, bis ihr Leben durch ein tragisches Ereignis endgültig aus den Fugen gerät.         .


Rütlischwur   Theurillat, Michael: Rütlischwur. Berlin: Ullstein, 2011

Kommissar Eschenbach hat sich eine Auszeit genommen und verbringt ein paar Wochen in Kanada. Als er ins Polizeipräsidium zurückkehren will, hat sich dort einiges verändert. Zu viel nach seinem Geschmack. Da kommt das Angebot von Jakob Banz gerade recht., als Jurist in der Privatbank Duprey einzusteigen. Eschenbach soll intern - und möglichst geräuschlos - ermitteln, warum sein Vorgänger Peter Dubach spurlos verschwunden ist. Banz verdächtigt Dubach, sensible Kundendaten veruntreut zu haben. In einem Klima des Misstrauens gegenüber der Bankenwelt will er unter allen Umständen verhindern, dass der Fall Wellen schlägt. Kaum nimmt Eschenbach die Untersuchung auf, wird Jakob Banz nachts in seinem Büro ermordet... [Aus dem Klappentext]



Die Brigade des Falken   Wattenwyl, Dani von: Die Brigade des Falken. Basel: Reinhardt, 2011

Nach seiner dreijährigen Ausbildung zum Agenten kehrt Denis Benz als Frischling zur Spezialabteilung des Schweizer Geheimdienstes PRIOS zurück und wird, ohne sein Zutun, gleich zum Spielball des internationalen Terrorismus. PRIOS hat ein Computerprogramm entwickelt, das codierte Nachrichten von Terroristen entschlüsseln kann. Dadurch gerät die neutrale Schweiz plötzlich ins Visier des internationalen Terrorismus. Die islamistische Extremistengruppe mit dem Namen "Reiner Glauben" will das gesamte Informationssystem ausschalten. Der Kopf der Organisation mit dem Decknamen "Falke" schickt eine Truppe von Extremisten nach Europa. PRIOS sieht in Denis Benz die einzige Chance, an die Hintermänner dieser gefährlichen Organisation zu kommen.  


Stille Post   Widmer, Urs: Stille Post : Kleine Prosa. Zürich: Diogenes, 2011

"Stille Post" heisst ein Kinderspiel, das hier mit einem literarischen Text gespielt wird: Er reist um die Welt und durch sechs Sprachen und wird am Ende mit seiner ursprünglichen message verglichen, mit verblüffendem Ergebnis.  Zehn weitere Prosastücke: Eine Traumreise, so suggestiv, dass man meint, dabei zu sein. Ein Spiel mit Schöpfungsmythen. Rollenprosa, die Ungeheuerliches ausspricht. Ein Zwiegespräch mit sich selbst als alter und junger Mann über den Lauf der Welt und die eigenen Bewandtnisse. Legendäre Geschichten über schwatzsüchtige Tanten und über Orte, an denen der Autor war oder noch hin möchte...  [Aus dem Klappentext]



Widerwasser   Wittwer, Paul: Widerwasser. Bern: Nydegg, 2011

Schwierigkeiten begleiten Mauro Matter seit seiner Kindheit. Nicht immer trifft ihn das Pech unverschuldet. Kurz vor der Facharztprüfung gerät er beruflich und privat in eine Sackgasse. Da fällt ihm die Chance für einen Neuanfang buchstäblich vor die Füsse. Limacher lässt sich in wichtigen Fragen von seiner Nase leiten. Entsprechend oft hat er eins draufgekriegt. Trotz beruflicher Neuorientierung droht dem Fahnder der Kantonspolizei die Midlife-Crisis. Anstatt Umzugskisten auszupacken, sitzt er lieber im Nullpunkt, seinem Stammlokal. Gut hingegen läuft es für Vicenzo Lo Russo. Der Erfolg macht den Camorra-Boss, genannt die Katze, schier unantastbar. Die Lebenslinien dieser drei Männer werden durch einen spontanen Entscheid Matters unabsichtlich miteinander verstrickt. Jeder der drei gerät in ein unheilvolles Spiel mit dem Tod: Matter, der ihn gesucht hat, findet ihn nicht, Limacher kommt ihm gefährlich nahe, und Lo Russo lässt ihn für sich arbeiten. [Aus dem Klappentext]        



  ]