Neuerscheinungen Frühling 2015

Über das Wetter reden   Bichsel, Peter: Über das Wetter reden : Kolumnen 2012-2015. Berlin: Suhrkamp, 2015

Über das Wetter reden, also über irgend etwas. Verstanden werden, und sei es von einem, der gar nicht meine Sprache spricht. Peter Bichsels Kolumnen kommen mit jedem ins Gespräch, denn seine hohe Kunst des Erzählens beschäftigt sich mit allem möglichen: Jahreszeit und Wetter, Sport- und politischen Ereignissen - immer aber mit Menschen, mit Geschichten von Fremden und Freunden. Der Erzähler meint und meldet Zweifel an, auch an der eigenen Meinung. Er zielt auf eine Aussage, indem er abkommt vom Weg, hinübergleitet zu einem anderen Gegenstand, abbricht, um in einer Schlussvolte doch wieder anzuknüpfen. Dauernd sind sie in Bewegung, seine Kolumnen, das hält uns wach; wir reagieren angeregt; wir fühlen uns gut unterhalten...  [Aus dem Klappentext]        




Wir zählen unsere Tage nicht   Blatter, Silvio: Wir zählen unsere Tage nicht. München: Piper, 2015

Isa und Severin stecken voller Energie. Doch ihre grossen Tage sind vorbei, und Isa, die Diva des Hörfunks, feiert ihren letzten Triumph im Radio, dann muss sie abtreten. Ihr Mann Severin hat sich in der Mondlandschaft einer Kiesgrube sein Atelier geschaffen, ein Ort, an dem sich der unbeugsame Künstler von dem Fortgang der Welt unberührt glaubte. Bis eines Tages Männer mit Schutzwesten und dunklen Masken auftauchen und alles zu zerstören drohen... Doch Isa und Severin sind noch nicht bereit, die Bühne zu räumen für die nächste Generation - eine Generation, deren Wunsch nach Sicherheit sich so von ihrem eigenen stürmischen Drängen unterscheidet. Wird es dem vitalen Künstlerpaar gelingen, einen Neuanfang zu finden? [Aus dem Klappentext]        




Das Ende vom Lied   Bodenheimer, Alfred: Das Ende vom Lied : ein Fall für Rabbi Klein. München: Nagel & Kimche, 2015

Carmen Singer war ein aktives Mitglied der Cultusgemeinde, aber auch eine mehr als anstrengende Frau, und hat vor Jahren die Nerven des Rabbis ganz schön malträtiert. Nach ihrem gewaltsamen Tod gerät Rabbi Kleins engstes Umfeld ins Visier der ermittelnden Kommissarin Karin Bänziger. Doch Klein stösst auf Hinweise, die ihn auf die Spur des Verbrechens bringen. Hat sein früherer Förderer, der langjährige Präsident der Gemeinde, etwas zu verbergen? Und was hat die wohlhabende Julia Scheurer mit der Sache zu tun, deren Vater ergreifende Liebesbriefe an eine Tote schreibt? Am Ende bewahrheitet sich jedenfalls, was Klein seiner Tochter aus den Weisheiten des Talmud zitiert: Eine gute Tat zieht weitere gute Taten nach sich, eine Gesetzesübertretung weitere Übertretungen. [Aus dem Klappentext]        




Giganten   Cueni, Claude: Giganten. Gockhausen: Wörterseh, 2015

Giganten erzählt die Geschichte zweier Freunde, die im ewigen Wettstreit um das grösste Bauwerk der Welt zu Rivalen werden; es ist das Drama zweier Rivalen, die im Wettstreit um eine Frau zu Feinden werden. Der eine ist der kühl berechnende Visionär und Ingenieur Gustave Eiffel, der geniale Eisenmagier, der den Eiffelturm erbaute; der andere der Bildhauer Frédéric Bartholdi, ein Künstler aus Leidenschaft, der von der Idee besessen ist, einen weiblichen Koloss von Rhodos zu erschaffen, und die Freiheitsstatue errichtete. Zwischen den beiden Männern steht eine junge Frau, die sich zwischen Vernunft und Herz, zwischen wirtschaftlicher Sicherheit und einem Leben als Bohemienne, entscheiden muss.






         




Gedächtnislücken   Cuneo, Anne: Gedächtnislücken : Marie Machiavellis fünfter Fall. Zürich: Bilger, 2015

Marie Machiavelli, Lausanner Ermittlerin mit florentinischen Wurzeln, ist zurück. Mitten in den Vorbereitungen für eine Modeschau im Nobelkurort Davos geschieht ein Mord: Die Polizei findet die Designerin Aurora Jonain mit der Tatwaffe in der Hand neben der Leiche. Ein klarer Fall. In den nebelverhangenen Bündner Bergen, im behäbigen Bundesbern und in den vom Bauboom gezeichneten Quartieren Lausannes sucht die Ermittlerin Marie Machiavelli mit ihren etwas unkonventionellen Helfern nach der Wahrheit. Dabei geraten die Leser mit ihr in einen Strudel unvorhersehbarer Ereignisse und blicken ungläubig in die Abgründe menschlicher Beziehungen. Was ist Schein, was ist Sein?







        




Lebzeiten   Fischer, Christine: Lebzeiten. Herisau: Appenzeller, 2015

Lore und Karl stehen kurz vor der Pensionierung. Da diagnostiziert der Arzt eine Erkrankung, die Lore "Kopfgeschehen" nennt. Allmählich wird sie ihr Gedächtnis und die Sprache verlieren. Lore beginnt zu schreiben. Kein Tagebuch, sondern einen Brief an das Leben. Sie hält fest, was der Tag ihr bringt, was sie wahrnimmt, denkt und fühlt. Sie erzählt vom veränderten Zusammenleben mit Karl, von ihrer Arbeit als Kindergärtnerin, die nun gefährdet ist. Schriftlich erinnert sie sich an das Mädchen, an die eigenwillige junge Frau, die sie einmal war. Sie beschwört eine rätselhafte Liebe herauf und die Jahre mit ihrer besten Freundin Eileen, die Lore und Karl ihren kleinen Sohn anvertraut hat: Oliver. Doch Oliver ist inzwischen erwachsen und stellt seine Adoptiveltern auf eine harte Probe. Die Krankheit schreitet fort und verändert Lores Sprache... [Aus dem Klappentext]







        




Und er fährt nie weg   Friedli, Bänz: Und er fährt nie weg. Olten: Knapp, 2015

Bänz Friedli erzählt erlebte Eisenbahngeschichten, berichtet als Fahrtenschreiber von Stellwerk- und anderen Störungen. Neu ist, dass seine nächtlichen Fahrten oft von Melancholie durchweht sind - die Texte auf Schienen sind nachdenklicher geworden, versöhnlicher auch.








        




Verlangen nach mehr   Gerster, Andrea: Verlangen nach mehr. Basel: Lenos, 2015

"Hätte man das nicht bereits beim Betreten des Gebäudes spüren müssen? Ahnen, dass man eine halbe Stunde später als geschasster Geschäftsführer mit Rollkoffer und leerer Laptoptasche die Firma wieder verlassen wird?" Fristlos wird Alber Dillig gekündigt, seine Frau Hanna erfährt anderntags aus der Zeitung vom Tod ihres Liebhabers Maxim. Der Verlust lässt beide straucheln, Hals über Kopf fliehen sie ihr Zuhause: er in die Bündner Berge, sie nach Berlin. An ihren Fluchtorten beginnen die Skurrilitäten: Alber schliesst auf einer Alp Freundschaft mit einem Kalb, Hanna hat ein Rendevous mit Harald, der allein für sie existiert. Nichts ist mehr, wie es war, aber auch nicht, wie es scheinen mag. [Aus dem Klappentext]






        




Alle Geschichten, die ich kenne   Gioulami, Dagny: Alle Geschichten, die ich kenne. Frankfurt: Weissbooks, 2015

"Es ist nur ein Kleid", sagt der tätowierte Polizist. "Es ist der Schlüssel zu ihrem Schicksal. Ich habe den Schlüssel zu ihrem Schicksal in der Hand." Alle Geschichten, die ich kenne beginnt in Zürich - in einer chemischen Reinigung. Deren neue Besitzerin scheint vom Pech verfolgt. Um sie zu retten, bricht die Ich-Erzählerin auf zu einer Reise in ihr Heimatland: nach Griechenland. Sie setzt alle Hoffnung auf Tante Irini, eine begnadete Schneiderin, die in einem geheimnisvollen Bund mit dem Schicksal steht. [Aus dem Klappentext]






        




Auf beiden Seiten   Hartmann, Lukas: Auf beiden Seiten. Zürich: Diogenes, 2015

Im Leben des Journalisten Mario hat Dr. Armand Gruber immer eine imposante Rolle gespielt. Gruber ist ein Mann von altem Schrot und Korn. Ein brillanter Deutschlehrer, Hauptmann der Schweizer Armee, glühender Antikommunist. Und jahrzehntelang hat er ein Doppelleben geführt. Keiner hat etwas geahnt. Nicht seine Frau, nicht seine Tochter Bettina, die ihr Leben lang gegen den Vater aufbegehrt. Nicht sein einstiger Lieblingsschüler und Schwiegersohn Mario, der mit Gruber brechen musste, um zum linken Journalisten zu werden. Auch nicht Bettinas beste Freundin Karina, die als Tochter des Hausmeisters beim Schweizer Geheimdienst ganz dicht an Grubers Geheimnis aufgewachsen ist. Denn er war Mitglied der geheimen Widerstandsorganisation P-26. Jetzt, zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Kalten Krieges, darf Gruber sein Schweigen brechen.  [Aus dem Klappentext]        




Matterhörner   Imboden, Blanca: Matterhörner. Gockhause: Wörterseh, 2015

Das Matterhorn ist einzigartig - von daher braucht dieser schöne Berg garantiert keine Mehrzahl. Eigentlich. Aber in Blanca Imbodens neuem Roman vervielfacht sich das Wahrzeichen der Schweiz. Und das hat folgenden Grund: Antonia, eine Innerschweizer Seilbähnlerin, die bei der Morschach-Stoos-Bahn arbeitet, erbt von ihrer Schwester Mona vierzig Matterhorn-Bilder, gezeichnet, gemalt, skizziert, in Öl, Kreide, Acryl. Da die Geschwister jahrelang keinen Kontakt mehr hatten, steht Antonia vor einem Rätsel, und um dieses zu lösen, reist sie zum ersten Mal in ihrem Leben nach Zermatt. Dort verliebt sie sich in den "Berg der Berge" genauso wie in die Bergler. Bei ihrer Recherche blickt sie aber auch in ein paar Abgründe, tief wie Gletscherspalten, trifft erst auf einen Schurken und dann auf Bruno. Als sie des Rätsels Lösung endlich findet, gibt ihr Letzterer ein neues, weit schöneres auf.  [Aus dem Klappentext]        




Rosa Loui   Krneta, Guy ; Louisen: Rosa Loui : Hommage an Kurt Marti. Luzern: Der gesunde Menschenversand,  2015
(2 Audio-CDs, 82 Minuten)

So schreiben, wie tatsächlich gesprochen wird - so lautete eine Forderung des Berner Theologen und Schriftstellers Kurt Marti aus dem Jahre 1964. In seinen "Sechs Thesen aus dem Handgelenk zur Situation der Bernischen Mundartliteratur" stellte er fest: "Mundart, solange sie gesprochen wird, kann alles ausdrücken und schreckt nicht davor zurück, sich anderen Mundarten und Sprachen zu öffnen um sich ihre unbegrenzte Ausdrucksfähigkeit zu erhalten...


Der Pfauenruf   Meier-Nobs, Ursula: Der Pfauenruf. Oberhofen: Zytglogge, 2015

Oberitalien, 13. Jahrhundert: Seit Generationen ist das kleinwüchsige Volk der Veneter, das über jahrhundertealtes Bergbauwissen verfügt, im Auftrag des Dogen von Venedig auf der Suche nach Bodenschätzen, dies geheim und oft in fremden Territorien. Abgeschieden von der Welt führen die Bergleute ein Leben im Verborgenen und verkehren nur über normalwüchsige Mittelsmänner mit der Aussenwelt. Um sie herum toben die guelfisch-ghibellinischen Machtkämpfe, die Städte und Land verwüsten. Inmitten der Kriegswirren treffen der zwergenhafte Gaukler Giorgio und die kleinwüchsige Adelige Lydia aufeinander - und werden sogleich wieder auseinandergerissen... Vor historischem Hintergrund siedelt Ursula Meier eine faszinierende Geschichte an, eine unmögliche Liebe, die sich über Standesgrenzen hinwegsetzt. Kleine Menschen am Rande der Gesellschaft, inmitten des grossen Weltgeschehens.




   




Ausser Rufweite   Merz, Klaus: Ausser Rufweite : Lyrik 1992-2013. Innsbruck: Haymon, 2015

Präzise, dicht, berührend: Meisterhafte Lyrik von Klaus Merz. Die Lyrik gehört zu Klaus Merz' Meisterdisziplinen. Sie ist jene Gattung, welcher er seit seinen literarischen Anfängen verpflichtet ist... In "Ausser Rufweite" bietet er tiefe Einblicke in das poetische Kerngeschäft eines Dichters, der kaum je ein Wort zu viel verloren hat. Stattdessen ist er auf neue Wörter gestossen, die Ausblicke schaffen, uns staunen machen im Stillen - oder gerade dort, wo wir es am wenigsten erwarten...


   




Die Verlorene   Minelli, Michèle: Die Verlorene. Berlin: Aufbau, 2015

Als Friedas Dienstherr die Tür verriegelt und sich an sie drängt, ist sie verloren. Hinter ihr liegt eine unbeschwerte Kindheit im thurgauischen Bischofszell und vor ihr die jahrelange Schmach einer ungewollten Mutterschaft. Im aufstrebenden St. Gallen kann sie in der Anonymität der Stadt untertauchen, das Kind hält sie vor allen in einer Kinderbewahranstalt versteckt. Weil der Junge aber dort nicht bleiben darf und sie nicht für ihn sorgen kann, ergreift allmählich ein düsterer Plan von Frieda Keller Besitz. Michèle Minellis Roman beruht auf dem historischen Kriminalfall von 1904, in dem die Schneiderin Frieda Keller in die Mühlen einer männerbestimmten Justiz geriet, die alle Schuld der Frau auflud und den Vergewaltiger ungeschoren lies. [Aus dem Klappentext]




Das Glück sieht immer anders aus   Moser, Milena: Das Glück sieht immer anders aus. München: Nagel & Kimche, 2015

Pünktlich zu ihrem fünfzigsten Geburtstag unternimmt Milena Moser eine Tour quer durch die USA. Auf ihren Stationen New York, Maine New Orleans und weiter gegen Westen will sie sich selbst, die Liebe und das Glück finden. Sie will glückliche Paare beobachten und jeden Tag ihr Leben ganz von vorn beginnen. Und so sieht sie, wie andere Lebensmodelle funktionieren und scheitern, wie Leidenschaft selbst bei jahrzehntealten Beziehungen tatsächlich überlebt hat und wie unheimlich Wahrsagungen sein können. Nur über eins ist sich Milena Moser von Anfang an sicher: Der Weg zum Glück führt über die Freilegung der inneren Stimme, die sie in all den Jahren zuvor, eingeklemmt in Alltagspflichten, nicht mehr gehört hat. Aber was, wenn diese Stimme ganz anders klingt als gedacht? Kann man mit seiner inneren Stimme streiten?... [Aus dem Klappentext]        




Hund & Hase   Priess, Ursula: Hund & Hase : Liebesversuche. München: btb, 2015

Sie flogen aufeinander zu wie Bruder und Schwester und Cousin und Cousine und alte und neue Geliebte in einem, so fraglos, so selbstverständlich, so nah, so vertraut, nach so langer Zeit! Und doch so neu! Als ob sie jetzt, in ihrem Alter, noch einmal eine Chance hätten. Plötzlich schien möglich, was früher nicht möglich war. Aber: Von allem Anfang an hätte sie erkennen können, worauf es hinauslief. Lino und Ursina versuchen es mehrfach miteinander, an verschiedenen Orten, mit immer anderen Vorgaben - und gelangen zu Lösungen, die sehr unterschiedlich sind. Zwischen den Versuchen hindurch führt als eigentliche Fährtenleserin, Assja, der Hund - sicher erspürend, wohin es die Liebenden mit ihrer neu-alten Liebe verschlägt. [Aus dem Klappentext]        




In einem anderen Leben   Reichlin, Linus: In einem anderen Leben. Berlin: Galiani Berlin, 2015

Als er noch ein Kind war, kamen ihm seine Eltern oft wie Richard Burton und Liz Taylor vor. Sie waren das schillernde Paar in einer spiessigen Umgebung: schön, erfolgreich, voller Leidenschaft - und ständig flogen die Teller durch die Luft. Der Ehekrieg tobte, bis ein tragischer Unfall ihm ein Ende setzte. Und mittendrin: er, Luis. Zwanzig Jahre später, Luis lebt schon lange in einem anderen Land und einem anderen Leben, lässt ein Zufall die Erinnerung an seine Jugendjahre wieder aufleben: In einer Berliner Galerie sieht er das von ihm gefälschte Gemälde, das auf fatale Weise mit dem Tod seiner Mutter verknüpft war. Luis, ein Meister der Verdrängung, hatte damals alle Familienbande radikal gekappt... [Aus dem Klappentext]        




Der Froschkönig   Ryser, Simona: Der Froschkönig. Zürich: Limmat, 2015

Platsch - da sitzt ein Frosch. Leo Meister, Dozentin für Stadtentwicklung und Städtebau, will sich auf ihre Arbeit konzentrieren. Für eine Woche in diesen Vorort Frankfurts gereist, um ihren Stadtplanungsauftrag voranzutreiben, wird sie von dem Wasserpatscher verfolgt. Der Frosch hockt in der Schublade, neben dem Laptop, in der Handtasche und erinnert sie an das Biotop im Garten ihres Vaters. Dieser ist in den 1950-er Jahren vom Automechaniker zum erfolgreichen Baustoffhändler aufgestiegen. Ein Wirtschaftswunder. Doch noch während die kleine Leo im Garten am Teich Königskind spielt, scheitert der Familienvater. Was im bleibt, ist der verzweifelte Versuch, im Garten Frösche anzusiedeln. In der Frankfurter Agglomeration trifft Leo im Stadthaus auf den Statistiker Paul und verliebt sich, während sie von den Erinnerungen und Märchen und Fröschen aus der Kinheit heimgesucht wird.  [Aus dem Klappentext]        




Walliser Totentanz   Ryser, Werner: Walliser Totentanz. München: Nagel & Kimche, 2015


Die Kräuterfrau Magdalena Capelani hat einen schweren Stand in der Dorfgemeinschaft. Zwar wird ihr Wissen von den Menschen gebraucht, aber man traut ihr nicht: Wer sich mit den Kräften der Natur auskennt, steht mit dem Teufel im Bund. Und tatsächlich verfügt Magdalena über das zweite Gesicht. Sie sieht den Tod ihres Bruders Franziskus voraus, der in der Schlacht gegen die Mailänder stirbt - ermordet von einem Nachbarn aus den eigenen Reihen. In dieser Schlacht sind der spätere Kardinal Matthäus Schiner und der mächtige Volkstribun Georg Supersaxo noch befreundet. Die beiden werden das Land an der jungen Rhone in einen blutigen Bruderzwist stürzen. Schiner hält es mit dem Papst und dem deutschen Kaiser, Supersaxo setzt auf den französischen König. Beide brauchen die Walliser im Streit um ihre Herrschaftsansprüche. Und beide sind in ihren Überredungsmethoden gnadenlos - was auch Magdalena und ihre Familie zu spüren bekommen.  [Aus dem Klappentext]        




Wie wir älter werden   Schweikert, Ruth: Wie wir älter werden. Frankfurt a.M.: Fischer, 2015

"Was immer du da draussen am Himmel siehst, den Mond oder eine Sternschnuppe, ist in Wirklichkeit schon wieder ein bisschen anders; es ist nicht möglich, die Gegenwart zu sehen; wohin du auch schaust, du siehst in die Vergangenheit, selbst wenn du auf meinem Schoss sitzt und mir in die Augen schaust; und was du auch hörst - es ist schon vorbei." Was Jacques Brunold eines Tages zu seiner Tochter Kathrin sagt, könnte als Motto über Ruth Schweikerts neuem Roman stehen. Die Gegenwart, das ist ein verschneiter Dezembermorgen im Jahr 2013, an dem der 87-jährige Jacques das Mittagessen für sich und seine Frau Friederike vorbereitet. Doch ausgehend von dieser Gegenwart "zwischen den Jahren" eröffnet der Roman vielfältige zeitliche und geographische Räume; in wechselnden Perspektiven umkreist er die komplexen Geschichten zweier miteinander verbundener Familien. Es sind vergangene und zugleich gegenwärtige Geschichten mitten aus unserem ganz normalen, brüchigen Leben: von leidenschaftlicher Liebe und Trennung, von abwesenden Vätern und der jahrelangen Sorge um die Kinder, bis sich irgendwann die Kinder um die Eltern sorgen. Es sind Geschichten von Krankheit und Tod; vom Unbehagen, das uns begleitet, wenn wir in der Mitte des Lebens angekommen sind... [Aus dem Klappentext]        




Junger Mann mit unauffälliger Vergangenheit   Steiner, Jens: Junger Mann mit unauffälliger Vergangenheit. Zürich: Dörlemann, 2015

Alles beginnt harmlos mit einem Jungenstreich: Die Studenten Paul und Magnus planen einen Anschlag auf den Medienzar Kudelka während dessen Auftritt an der Universität. Erstaunt, wie gut das gelingt, sind sie gleichzeitig enttäuscht, dass ihre Tat ohne Folgen bleibt. Doch dann geschieht Unerwartetes: Ein Museum voller sprechender Objekte, ein Teelöffel Salz und eine Pizza lassen Pauls Leben gänzlich aus den Fugen geraten. Er findet sich als Gefangener in einer fremden Wohnung und erfährt, dass Kudelka entführt wurde - und dass er als Hauptverdächtiger gesucht wird.Nun beginnt eine raffinierte und spannende Verfolgungsgeschichte nach Südfrankfreich - mit überraschendem Ausgang.




Montecristo   Suter, Martin: Montecristo. Zürich: Diogenes, 2015

Als sein Intercity gewaltsam zum Stehen kommt, ahnt Jonas Brand noch nicht, in welches Abenteuer er gerade gerät. Draussen liegt ein Toter, Brand hält die beklemmende Situation mit der Kamera fest und befragt die Mitreisenden. Er ist freischaffender Videojournalist, der allerdings von Höherem träumt: Er möchte Filme machen, und sein Projekt "Montecristo" hat Blockbusterpotential - wenn ihm nur jemand eine Chance geben würde. Als er sich in Marina Ruiz verliebt, rücken seine Träume erneut in den Vordergrund. Knapp drei Monate später spielt ihm der Zufall wieder etwas Seltsames in die Hände: zwei Hundertfrankenscheine mit identischer Seriennummer - beide, wie man ihm bei der Bank verblüfft bestätigt, eindeutig echt. Und dann wird Brands Wohnung durchwühlt und er selbst zusammengeschlagen und beraubt...



Hoffentlich ist niemand verletzt   Witschi, Adrian: Hoffentlich ist niemand verletzt. Zürich: Salis, 2015

Vinzent, 30, Träumer: Soeben hat er ein Praktikum bei einer Boulevardzeitung abgeschlossen, Zukunftspläne hat er keine konkreten und Entscheidungen überlässt er gerne anderen. Seine Feundin Ava verzweifelt beinahe ob seiner Unentschlossenheit, doch lange kann sie ihm nie böse sein. Eingeladen zur Hochzeitsfeier eines Freundes auf Bali, strandet Vinzent auf der Hinreise in Indonesiens chaotischer Hauptstadt Jakarta, deren wildem Charme er sofort verfällt. Er lässt sich durch das Nachtleben treiben und landet schliesslich mit zwei jungen Indonesierinnen in einem Hotelzimmer. Nach einer dramatischen Nacht besteht kein Zweifel mahr daran, dass Vinzent sein Leben ändern muss. Doch ob er das rechtzeitig schafft, bleibt fraglich.



Lülü   Wottreng, Willi: Lülü. Zürich:Bilgerverlag, 2015

Aufruhr in Riedwil im Tösstal, einem Tal, das in frühen Zeiten von den Kelten besiedelt gewesen sein soll. In Riedwil, der Gemeinde ohne Bahnhof, irgendwo um die Ecke bei Kollbrunn, Rikon und Turbenthal. In den zum Teil fast unberührten Seitentälern leben Gämsen, Auerhahn und ausgewilderte Luchse. Von Ufosichtungen ist die Rede, und auch an die bigotten Prediger auf den Hügeln hat man sich gewöhnt. Aber zwei Tote in einem fremden Grab? Das ist mindestens einer zu viel, zumal von dem, der eigentlich darin liegen sollte, jede Spur fehlt. Der Stammtisch des Dorfes läuft zu grosser Form auf, spekuliert: über die Gemeindepräsidentin Edith Nussbaumer de Trey und Moser, den seltsamen Vogel, einen Jenischen, den sie Lülü nennen, ein filou. Und über den Archäologen Amin de Trey mit libanesischem Hintergrund. Lülü ist eine fein komponierte Groteske, ein hintersinniges Lesevergnügen, in dem Willi Wottreng von Anton Moser erzählt, der eine Theorie der akustischen Archäologie entwickelt hat und partout nicht davon ablassen will.





Umbrüche   Zimmermann, Katharina: Umbrüche : aus meinem Leben. Oberhofen: Zytglogge, 2015

Die Filmerin Anne Marie Haller ist daran, mit Katharina Zimmermann den Orten entlang, die ihr Leben prägten, Aufnahmen zu machen. Sie notiert dazu: "Jeden Morgen sitzt Katharina Zimmermann am PC und feilt an ihren Sätzen und an ihren Erinnerungen. In über drei Jahren entsteht ein Buch. Parallel dazu begleiten wir sie in ihrem Alltag, folgen ihr an Lesungen, Interviews, Musikproben oder in die Berner Burgerbibliothek, wo ihre Schriften-Dokumentation neben Gotthelf einen Platz gefunden hat. Wir machen uns auf die Suche nach den Gärten und Schreibsituationen und lernen die Menschen kennen, die sie im Buch beschreibt. Der Dokumentarfilm ist eine Art "Road Movie" durch acht Jahrzehnte einer "Verschonten", wie sie sich selber nennt." [Aus dem Klappentext]