Neuerscheinungen Frühling 2014

Bergwasser   Altermatt, Sabine: Bergwasser : Kriminalroman. München: Piper, 2014

Die Ingenieurin Julia Jansen soll in den Schweizer Alpen Reparaturarbeiten an einer Tunnelbohrmaschine vornehmen. Als einzige Frau muss sie sich dabei nicht nur in einem von Männern dominierten Umfel behaupten, sondern wird zudem zur Zielscheibe mysteriöser Gefahren, die im Berg lauern: Bei Julias Ankunft hat das Projekt bereits einen Maschinenführer das Leben gekostet. Und was zunächst aussieht wie ein Unfall, ist erst der Anfang: Der Berg scheint sich gegen seine Angreifer zu wehren...
 


Lebenslang Vogelzug   Amann, Jürg: Lebenslang Vogelzug : Gedichte. Innsbruck: Haymon, 2014

Eros und Thanatos - die Liebe und der Tod. Diese grossen Themen des Lebens und der Weltliteratur, die Jürg Amanns gesamtes Werk prägen, verbinden seine Gedichte in Lebenslang Vogelzug zu einem bewegenden Ganzen. Ebenso eindrücklich wie einfach zeichnen sie Bilder von Liebe, Sehnsucht und Abschied. Noch von Amann selbst zusammengestellt, versammelt dieser Band die Essenz seines schmalen lyrischen Werks. Neben seiner herausragenden Prosa und Dramatik bleiben so auch Amanns stilistisch auf höchstem Niveau präzisen Gedichte lebendig.


Die Seltsamen   Bachmann, Stefan: Die Seltsamen. Zürich: Diogenes, 2014

Einer der phantasievollsten Debütromane des Jahres über einen schüchternen Jungen, halb Mensch, halb Feenwesen - und ohne Freunde. Als auf mysteriöse Weise Mischlinge verschwinden, macht er sich auf, seine Schwester zu suchen. Dabei findet er nicht nur einen Freund, sondern lernt auch, die Welt zu retten.            


Koala   Bärfuss, Lukas: Koala. Göttingen: Wallstein, 2014

Ein ganz gewöhnlicher Mensch, sein ganz gewöhnliches Leben und sein ganz gewöhnliches Ende. Aber nichts an dieser Geschichte in Lukas Bärfuss' neuem Roman will uns gewöhnlich scheinen. Denn das erzählte Ende ist ein Suizid, und der ihn verübt hat, ist sein Bruder. Bärfuss spürt dem Schicksal des Bruders nach, über das er zunächst wenig weiss. Und er begegnet einem grossen Schweigen. Das Thema scheint von einem Tabu umstellt. Und von einem Geheimnis. Warum nannten seine Freunde den Bruder Koala? Wie kam er zu diesem Namen? Und hat vielleicht der Name gar das Schicksal des Bruders mitbestimmt? Wird der Mensch seinem Namen ähnlich? Die Geschichte der Tierart in Australien, die heute vor der Ausrottung steht, gerät in den Blick des Autors, und so ist das Buch auch eine Natur-Geschichte über den Umgang des Menschen mit dem anderen Menschen, mit der Kreatur, dem Tier, mit Gewalt überhaupt. Die Spurensuche wird zum Versuch der Selbstvergewisserung... [Aus dem Klappentext]


Der Mann, der Balzacs Romane schrieb   Beeler, Jürg: Der Mann, der Balzacs Romane schrieb. Zürich: Dörlemann, 2014

Mit dem öffentlichen Rauchverbot verliert Jan Panowski sein Stammlokal, den Schwarzen Engel. Wenige Wochen später erfährt er vom Tod seines Zwillingsbruders, mit dem er keinen Kontakt mehr hatte. Jan Panowski beschliesst, nicht zum Begräbnis nach Paris zu fahren, ohnehin verkehrt er lieber mit Grössen der Weltliteratur, allen voran Balzac. Doch der Verstorbene lässt ihm keine Ruhe. Weiterhin wird er mit seinem erfolgreichen und aus den Medien bekannten Bruder verwechselt.  Der Roman erzählt von der Rivalität eineiniger Zwillinge. Der Tod des einen weckt im anderen nicht nur Erinnerungen an Paris und die Liebe zu einer Ballettänzerin, sondern auch an eine Schuld, die sein Leben überschattet.           


Rosenkind   Brühlmann-Jecklin, Erica: Rosenkind. Oberhofen: Zytglogge

Drei Jahre nach dem Tod des Vaters (Jan. 1922) nahm man der Mutter Franziska Bucher die sieben Kinder weg und wies sie in die Erziehungsanstalt Rathausen LU ein. Diese wurde von katholischen Schwestern einer Kongregation geführt und von einem Priester geleitet, der seine pädophile Neigung nicht im Griff hatte. Autoritäre, strenge Erziehung war an der Tagesordnung. Eines der Mädchen, Berta, erlitt infolge harter Bestrafung eine Hirnverletzung und starb. Anna, Bertas Schwester, aus deren Perspektive das Geschehen beleuchtet wird, wurde zwei Tage und Nächte in den Karzer gesperrt, bis sie der Oberin versprach, zu schweigen über das, was sie mitansehen musste. Die Bilder, die sie niemandem schildern darf, begleiten und verfolgen sie ihr Leben lang. [Aus dem Klappentext]           


Die Rezeptionistin   Bundi, Markus: Die Rezeptionistin : Erzählung. Tübingen: Klöpfer&Meyer, 2014

Mona steht am Empfang, sie ist Rezeptionistin in einem noblen Schweizer Hotel. Eigentlich wollte Mona zum Zirkus, bis ihre Eltern bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen. Mona musste sich neu buchstabieren, sich neu erfinden, begann ein Studium, brach es wieder ab und verkaufte eine Zeitlang Kaffeekapseln. Mona ist als Erscheinung perfekt: jung, gutaussehend, kompetent, zugewandt. Ihr Monalächeln schlägt jede und jeden in ihren Bann. Mona ist einsam und doch nicht allein: Da ist auch Lisa in ihr die sich in den Träumen Bahn bricht, aufbegehrt, den vermeintlich sicheren Boden zum Wanken bringt und die Fassade Monas brökeln lässt. Wer ist sie? Was will sie?              


Mein Nachbar Urs   Capus, Alex: ein Nachbar Urs : Geschichten aus der Kleinstadt. München: Hanser, 2014

Alex Capus, ein Autor, dessen unnachahmlicher Schreibstil Leser auf der ganzen Welt in den Bann zieht, ist am liebsten zu Hause in Olten. Das Leben dort ist übersichtlich und friedfertig. Wären da nicht seine fünf Nachbarn, die alle Urs heissen. Eigentlich sind es sogar sechs, aber einer will nicht, dass man über ihn schreibt, deshalb sagt Capus, es seien fünf. An milden Sommerabenden trifft er mit ihnen auf dem kleinen Kiesplatz, um Würste zu braten und zusammen ein Glas zu trinken. Dabei erfährt er die interessantesten Sachen. Voller Humor und Feingefühl, gutmütig und gnadenlos zugleich, hält Alex Capus einer ganz gewöhnlichen Kleinstadt den Spiegel vor... [Aus dem Klappentext]



Sammler   Clavadetscher, Martina: Sammler. Alpnach: Wallimann, 2014

Ein Lieblingsgedicht gibt es nicht - eine ganze Gedichtsammlung sollte es sein. Thormann, der Lokaldichter, meint das jedenfalls, und er ist nicht der Einzige, der so denkt. Sofia, die junge Journalistin und Literaturkritikerin, findet im Antiquariat nämlich ein Buch, in das jemand Gedichte eingeklebt hat. Verbirgt sich darin ein Rätsel? Fasziniert und mit kriminalistischer Neugier folgt Sofia der Spur der Einträge, um den ursprünglichen Besitzer des Buches zu finden; doch der nicht ungefährliche Weg lässt auch ihre Ängste wieder aufbrechen und legt die erlebte Wirklichkeit frei, jenen schmerzenden Kern in ihrem Innern, den die Sprache nicht berühren und die Poesie nicht verbergen kann. [Aus dem Klappentext]



Das Gold der Kelten   Cueni, Claude: Das Gold der Kelten. Basel: Lenos, 2014

58 vor Christus : Ohne Einwilligung des römischen Senats überzieht der völlig verschuldete Prokonsul Gaius Juilus Cäsar Gallien mit privaten Raubfeldzügen, denn nur mit dem Gold der Kelten kann er in Rom politisch überleben. In dieser gefahrvollen Zeit flieht der junge Druidenlehrling Korisios gemeinsam mit seiner schönen, aber eigensinnigen Sklavin aus seiner kriegsbedrohten Heimat, dem Land der Rauriker, nach Westen. Bei Geneva trifft er auf Cäsar und tritt als Schreiber in dessen Dienste. Auf geheimnisvolle Weise scheint sein Schicksal mit Cäsars triumphalem Aufstieg verknüpft zu sei, doch eines Tages werden sie zu erbitterten Rivalen.          

 


Falsches Quartett   Dean, Martin R.: Falsches Quartett. Salzburg: Jung und Jung, 2014

Lucas Brenner ist Deutschlehrer an einem Gymnasium in der Schweiz. Anders als in seiner Ehe mit Lisa begegnet er in der Schule den Enttäuschungen und der Routine des Alltags mit Leidenschaft - für die Literatur. Von seiner klugen, aber rätselhaften und labilen Schülerin Nadia fühlt er sich mehr als angezogen. Lisa ahnt etwas, ist jedoch zu sehr mit sich beschäftigt, nachdem sie ihre Anstellung als Bildredakteurin verloren hat. Auch Deniz, ein aus Deutschland zugezogener Schüler mit türkischen Wurzeln, der an Schlafkrankheit leidet, fühlt sich zu Nadja hingezogen. Lisa findet indessen als Porträtfotografin wieder zu sich, entfernt sich dabei aber weiter von Lucas. Oder ist es umgekehrt? Als sie auch noch Deniz als Fotomodell engagiert, ist das falsche Quartett komplett und der Reigen schliesst sich und steuert jetzt scheinbar unaufhaltsam auf eine Katastrophe zu... [Aus dem Klappentext] 


Der Teufelsangler   Devi, Mitra: Der Teufelsangler : mörderische Geschichten. Herisau: Appenzeller, 2014

"Mein Name ist Killer, und ich bin auch einer. Das ist kein Witz. Es gibt unzählige Nachnamen, die gleichzeitig Berufe bezeichnen. Bauer, Müller, Gärtner, Zimmermann, um nur einige zu nennen. Gar nicht so selten kommt es vor, dass jemand nach einem Beruf benannt ist und ihn auch ausführt. So wie ich. Ich gehe zuverlässig un diskret vor. Gift ist eine meiner bevorzugten Methoden - nebst Ertränken, Erdrosseln, Erwürgen oder der rustikalen Jenseitsbeförderung: dem Schubs ins Güllenloch. Ein Dutzend Tote gehen auf mein Konto. Auftrag ist Auftrag. So habe ich es immer gehalten. Bis heute."  [Aus dem Klappentext]           

 


Der Teufelsangler   Dohner, Max: Das Glück der Flüchtigen. Wien: Braumüller, 2014

Warum ist Glück so ungerecht verteilt? Wie gelingt manchem Leichtsinningen scheinbar alles, warum wird anderen trotz grösster Vorsicht alles zum Missgeschick? Das Glück der Flüchtigen erzählt miteinander verwobene Passionsgeschichten über Vertrauen und Vertrauensbruch, Sexualität und Liebe, Freundschaft und Rivalität. [Aus dem Klappentext]           

 


Schlafgänger   Elmiger, Dorothee: Schlafgänger. Köln: DuMont, 2014

Sie kommen von überall. Grenzgänger, Schmugglerinnen, Flüchtlinge, Arbeiterinnen, Asylbewerber, Kontrolleure, Künstlerinnen, Instrumentalistinnen, Schauspieler, Jornalisten, Stipendiaten, Logistiker, Studentinnen, Geister. Sie alle sind Stellvertreter unserer Zeit, und sie führen ein Gespräch. Über Herkunft und Gerechtigkeit, über Körper und Staat, Import und Export, Heimat und Migration, über Glück, Musik und den Tod. [Aus dem Klappentext]           

 


Sommer in Brandenburg   Faes, Urs: Sommer in Brandenburg. Berlin: Suhrkamp, 2014

Zwei junge Menschen, noch keine zwanzig: er ein Hamburger Schlaks, aus einer gutbürgerlichen Familie, musisch interessiert; sie, die Wienerin, mit den dunklen Augen und dem unbefangenen Lachen. Sie begegnen sich, sie arbeiten miteinander, sie verlieben sich - unter aussergewöhnlichen Umständen. Im Sommer 1938 bereiten sich Lissy Harb und Ron Berend auf einem Landgut in Brandenburg auf ihre Ausreise nach Palästina vor; es ist eines von mehreren jüdischen Landwerken, sogenannten Hachschara-Zentren, in denen sich, von den Nationalsozialisten nur anfangs geduldet, Jugendliche für das Leben im Kibbuz rüsten. Sie alle eint das Ziel, dem Terror zu entkommen, sie alle eint die Hoffnung auf eine Ausreiseerlaubnis.  [Aus dem Klappentext]           

 


Entgleist   Frei-Muscetta, Jolanda: Entgleist. Basel: Reinhardt, 2014

Der Journalist Alessandro führt in Locarno ein sorgenloses Leben mit seiner Familie, als seine Mutter stirbt und ihm ein handgeschriebenes Tagebuch hinterlässt. Alessandro erfährt, das er nicht das leibliche Kind seiner Mutter ist, sondern als Baby von ihr entführt wurde. Wer wäre er heute, wenn er als der aufgewachsen wäre, als er er geboren wurde? Auf der Suche nach seinen Wurzeln reist Alessandro in die Ostschweiz, wo sein leiblicher Vater inzwischen ein zurückgezogenes Leben führt, und gerät dabei mehr und mehr aus der Bahn. Er fühlt sich um seine eigentliche Lebensgeschichte betrogen und schliesslich scheint es für ihn nur noch eine Möglichkeit zu geben: ein Leben weiterzuleben, das es bislang nicht gegeben hat.  


Ins Freie   Hamm, Peter: Ins Freie! Wege, Umwege und Irrwege in der modernen Schweizer Literatur. Zürich: Limmat, 2014

Seit seiner Jugend, die er in Oberschwaben verbrachte, ist Peter Hamm mit der Schweizer Literatur verbunden, als Dichter, Schriftsteller, Kritiker, Freund reiste er über den Bodensee nach St. Gallen und Zürich, Biel und Niederbipp. Aus einer idealen Mischung von Nähe und Distanz entstanden immer wieder grossartige Texte über Schweizer Autorinnen und Autoren, kenntnisreich, tiefgehend, begeisternd. Erstmals sind diese - teilweise unpublizierten - Texte nun versammelt und ergeben in ihren Bezügen bemerkenswerte Bilder der Schweizer Literatur und vielleicht auch ein kleines Psychogramm der Schweiz. Motive von Flucht und Rückkehr, von Wegen nach aussen und nach innen oder vom Verstummen durchziehen diese Galerie von Autoren, die von Robert Walser bis S. Corinna Bille reicht, von Regina Ullmann bis Philippe Jaccottet, von Jakob Schaffner bis Adelheid Duvanel. Und immer sind es Einladungen, Autoren zu lesen oder auch - allzu oft - Vergessene neu zu entdecken.              

 


Boarding Time   Hänni, Peter: Boarding Time. Muri: Cosmos, 2014

Flughafen Kapstadt, Gate 43. Caruso, Fredi, Röbi und Steiner wollen nur eines: so schnell wie möglich zurück in die Schweiz. Doch der Zeiger an der Wand schleicht und schleicht, als hätte das Uhrwerk Rost angesetzt. Zwei Wochen zuvor sind sie nach Südafrika geflogen, um mit einer Harey-Tour ihren 55. Geburtstag zu feiern. Aber die Herrlichkeit nahm ein abruptes Ende: Seit die Kellnerin ihres Hotels tot aufgefunden worden ist, sitzt den Freunden nicht nur die Polizei im Nacken. Ist einer von ihnen ein Vergewaltiger und Mörder? Ihre langjährige Freundschaft bekommt mehr und mehr Risse...                   

 


Aus dem Leben einer Matratze bester Machart   Krohn, Tim: Aus dem Leben einer Matratze bester Machart. Berlin: Galiani, 2014

Der ewige Optimist Immanuel Wassermann erwirbt zu Ehren seiner Spontanhochzeit mit einer gerade eroberten Italienerin eine deutsche Qualitätsmatratze. Gegen den Rat seiner Freunde (er ist Jude, wir schreiben das Jahr 1935) macht er sich mit seiner Angetrauten auf nach Berlin. Das Schicksal wird sie trennen und wieder in den Süden verschlagen, ihre Matratze auch. Sie wird in den kommenden 60 Jahren durch halb Europa gereicht werden. Sie wird als Spielzeug fungieren, als wohlverdienter Ruhepol oder als Retter in der Not, und das Leben der Menschen, die mit ihr in Berührung kommen, verändern. [Aus dem Klappentext]



Panischer Frühling   Leutenegger, Gertrud: Panischer Frühling. Berlin: Suhrkamp, 2014

Ein Vulkanausbruch auf Island legt den europäischen Luftverkehr lahm, Zehntausende Menschen stranden an den Flughäfen. Während die Bilder der Aschewolke um die Welt gehen, steht über der Themse ein strahlend blauer Frühlingshimmel - die Stadt wirkt wie abgeschnitten vom Rest der Welt. Auf der London Bridge begegnet die Erzählerin einem jungen Mann mit einem Feuermal im Gesicht. Jonathan verkauft die Obdachlosenzeitung; er ist ein lausiger Verkäufer, aber ein begeisterter Erzähler. Und er hat eine abenteuerliche Reise hinter sich. Von der Südküste Englands ist er hierher geflüchtet, wie er sagt, weil sich das Meer dort unten immer mehr nimmt als ihm zusteht. Der Tod vertreibe die Menschen von überall. Jeden Tag treffen sie sich von nun an auf der Brücke der Themse, und allmählich werden die Geschichten und die Geheimnisse des einen auch die des anderen. Dann verschwindet Jonathan ebenso plötzlich, wie sie einander begegnet sind, und die Flugzeuge kehren zurück...  [Aus dem Klappentext]



Der Agent der kleinen Dinge   Micieli, Francesco: Der Agent der kleinen Dinge. Oberhofen: Zytglogge, 2014

Angelo, selbst ernannter Privatdetektiv, zweifelt. An der Welt, an sich selbst und zunehmend auch an seinem ersten Fall, der ihn in ein kleines Dorf im Emmental führt. Seine Auftraggeberin, die schöne, wenn auch etwas undurchsichtige Barbara, fühlt sich bedroht. Anlass dazu gibt ihr ein unmissverständlicher Satz, den sie in einem ausgeliehenen Buch vorfindet. Ob dieser aus der Feder des rigiden Weltverbesserers Wenger stammt? Dann fällt ein Stein durchs Gaststubenfenster und Angelo ist gefordert. Doch immer wenn es darauf ankommt, holn ihn die Bilder jener Zeit ein, in der er als Migrantenkind in die Schweiz gekommen ist und niemand wissen durfte, dass er da war... [Aus dem Klappentext]           
 


Im Erlebensfall   Muschg, Adolf: Im Erlebensfall : Essays 2003 - 2013. München: C.H. Beck, 2014

Kulturelles Gedächtnis und digitale Revolution, das Nachleben mythischer Verstrickungen in Kunst und Zivilisation, menschliche Endlichkeit und Konsumgesellschaft, Europa und das Finanzkapital, und immer wieder: die Grenze als kritische Grösse des guten Lebens - das sind Themen von Adolf Muschgs grossartigen Vorträgen und Essays, die aus Anlass seines achtzigsten Geburtstages in diesem Band versammelt sind, der mit einer luziden Lektüre des Gemäldes "Die Spinnerinnen" von Velázquez einsetzt. Das Gemälde thematisiert den Anfang der Webkunst - auch der Verfertigung von Texten. Der roten Faden, der dabei entsteht, führt allerdings nicht aus dem Labyrinth heraus, sondern auf rechte Art hinein. Er lehrt erkennen, dass die Ränder menschlicher Existenz und ihr Zentrum nicht zweierlei sind. Worauf es ankommt, ist die Erfahrung des Wegs...                      
 


Der Agent der kleinen Dinge   Neeser, Andreas: Zwischen zwei Wassern. Innsbruck: Haymon, 2014

Die Welle ist da, bevor man sie sieht - und nichts ist mehr, wie es war. Ein Paar pflückt Muscheln auf den Granitfelsen von Feunteun Aod in der Bretagne, als unvermittelt eine mächtige Brandungswelle vor den beiden aufsteigt. Véro wird unwiederbringlich ins offene Meer hinausgetragen, der Mann überlebt wie durch ein Wunder. Und genau das ist sein Problem. Die körperlichen Verletzungen lassen sich kurieren - wie aber das Schicksal des Überlebenden annehmen? Ein Jahr nach dem Unfall reist der Zurückgebliebene erneut in das kleine bretonische Küstendorf. Hier will er Abschied nehmen, sich mit dem Meer und sich selbst versöhnen. Die Dorfbewohner helfen ihm dabei ebenso wie sein Freund Max, der sich eine ganz besondere Therapie für ihn ausgedacht hat... [Aus dem Klappentext]           
 


Einsamkeit mit rollendem "r"   Rakusa, Ilma: Einsamkeit mit rollendem "r" : Erzählungen. Graz: Droschl, 2014

Da ist die aus Russland nach Berlin gekommene Marja, eine passionierte Köchin, die in der Fremde erst von den Gräueln der sowjetischen Geschichte der Dreissiger Jahre erfährt; da ist Katica aus der ungarischen Steppe, die mit Dóra zusammen irgendwo im Westen auf der Strasse Geige spielt und dann doch wieder heimkehrt nach Budapest; Lou, die sich schuldig fühlt am Tod ihrer Schwester und nie mehr ganz heil wird in der Seele; da sind die ersten Küsse mit dem geheimnisvollen 15jährigen Maurice, einem Fremden im Ort. Im Zentrum dieser vierzehn Erzählungen stehen Begegnungen mit Menschen und Orten, vorübergehende Aufhebungen der Einsamkeit , in Zürich, Nagoya und Graz, am Mont Ventoux und im slowenischen Karst... [Aus dem Klappentext]           
 


Nicht schwindelfrei   Schubiger, Jürg: Nicht schwindelfrei. Innsbruck: Haymon, 2014

Pauls Gedächtnis ist sehr fadenscheinig und unzuverlässig geworden. Namen sind ihm entfallen, seine Lebensgeschichte hat Lücken. Und manchmal weiss er auch nicht mehr, was sich gehört. Seine Umgebung behandelt ihm wie einen Kranken, sie reagiert mit Mitleid und Ungeduld, zuweilen auch mit amüsierter Verwunderung. Paul selbst dagegen empfindet seinen Zustand als durchaus angenehm: Befreit vom Ballast der Erinnerungen ist er offen für das, was der lebendige Augenblick anbietet. Mit unverstellter Freude kann er staunen über die kleinen Seltsamkeiten des Alltags, die Kunst - und nicht zuletzt auch die Liebe. [Aus dem Klappentext]           
 


Die Befragung der Zeit   Stefan, Verena: Die Befragung der Zeit. München: Nagel & Kimche, 2014

Sein Berufsleben lang hat der Dorfarzt Julius Brunner seine Aufgabe darin gesehen, anderen Menschen zu helfen. Auch etwa der jungen Beatrice Tanner, die als Kellnerin im Wirtshaus des Nachbardorfes arbeitet - und schwanger wurde von einem Mann, der längst mit einer anderen verlobt ist. Tanner wird denunziert und verrät den Namen des Arztes, der die Abreibung vorgenommen hat. Als der alte Mann vom Landjäger abgeholt wird und die Familie in Aufruhr gerät, versucht die vierjährige Rosa, die ihrem Grossvater in besonderer Liebe verbunden ist, voller Angst zu verstehen, was mit ihm und ihrer Familie geschieht...  [Aus dem Klappentext]           
 


Allmen und die verschwundene Maria   Suter, Martin: Allmen und die verschwundene Maria. Zürich: Diogenes, 2014

María Moreno gegen das Dahlienbild, hatten die Entführer auf der letzten Seite von Allmen und die Dahlien gefordert. Das millionenschwere Kunstwerk, mittlerweile wieder im Besitz von Dalia Gutbaur, ist zwar greifbar, doch es gibt ein Problem: Durch eine Laune der alten Dame ist es nicht mehr ganz unversehrt. Und mit einem beschädigten Fantin-Latour lässt sich der Deal natürlich nicht machen. Angetrieben von seinem verzweifelten Faktotum Carlos, versucht Johann Friedrich von Allmen zu retten, was zu retten ist... [Aus dem Klappentext]


Jakobs Ross   Tschui, Silvia: Jakobs Ross. München: Nagel & Kimche, 2014

Wenn Elsie bei der Arbeit zu singen beginnt, hält das Gesinde inne, um dieser traumhaft schönen Stimme zu lauschen. Auch Sophie, die Tochter des Hausherrn, ist hingerissen von dem Gesang, und sie bittet ihren Vater, das Talent der Magd zu fördern. Das tut er auf seine Weise; und als Elsie von ihm schwanger wird, erhält der Rossknecht sie zur Frau und dafür noch die Pacht beim Dorf Finstersee am Gottschalkenberg. Elsie fügt sich in ihr Schicksal - vorerst, denn als ein Fahrender auftaucht, der sich für ihre Musik begeistert, verfällt sie seinem unbekümmerten Charme. Die Liebschaft wird von Jakob und den Bauern in Finstersee entdeckt; voller Wut packen sie ihre Sensen und ermorden im Rausch die gesamte Sippe des Fahrenden. Nach dem Verbrechen geht die Angst um im Dorf, und die Bauern werden von rätselhaftem Unglück heimgesucht. [Aus dem Klappentext]


Cavrein   Tuor, Leo: Cavrein. Zürich: Limmat, 2014

Was sind die Berge? Ein Bergtal? Was ist ein Berg mit seinen Hängen, seinen Felsen, Geröllhalden, Bergnasen, Tobeln und Winkeln? Leo Tuor erzählt vom Scheitern eines Jägers und seiner Begleiter in der rauen Landschaft von Cavrein. In der feuchten, kleinen Hütte mit dem rauchenden Herd verstauen sie ihren Zweiwochenproviant, brechen morgens in der Dunkelheit auf, steigen über Alpweiden und Sümpfe, liegen speckkauend in den Felsen, spionieren mit Feldstechern die Bergflanken ab, schleichen über Geröllhalden und Felsbänder, stolpern über die Ruinen der Hütte, von der aus Placidus Spescha den Töfi oder doch besser den Piz Russein in Angriff nahm, über Tutanchamun und das Kloster Disentis, über Reminiszenzen einer umfassenden Lektüre über Berge, Tiere, Tod und Literatur von Plinius bis Wittgenstein, von Dante bis Malaparte... [Aus dem Klappentext]


Soraja   Yesilöz, Yusuf: Soraja. Zürich: Limmat, 2014

Der Mathematiker Ferhad, gegen fünfzig und unverheiratet, beschliesst, in die Türkei zurückzukehren. Vor vierundzwanzig Jahren hat er das Land im Laderaum eines Lastwagens verlassen. Seine grosse Liebe Soraja, die er einst zwei Jahre lang heimlich traf, durfte er nicht heiraten, weil er vierzehn Jahre älter war als sie und nicht fromm. Auch zu dunkelhäutig, ein Erbe seiner Mutter, die von kenianischen Sklaven abstammte. Soraja hatte überstürzt den neureichen und gläubigen Murad geheiratet, aber die Ehe wurde ihr zur Qual. Die fromme Muslimin orientiert sich an westlichen Werten, Murad bleibt den Vorstellungen seines anatolischen Heimatdorfes verhaftet. Aber sich aus der unglücklichen Ehe zu befreien, wagt sie nicht. Während Ferhad Abschiedsbesuche bei Landsleuten und Einheimischen macht, beginnt Soraja, ihren drohenden Verlust zu realisieren...  [Aus dem Klappentext]


Zufallshelden   Zai, Tom: Zuallshelden. Herisau: Appenzeller, 2014

Peter Studer wird zum Helden wider Willen. In London spürt er mit seinem hochsensiblen Gehör auf einem Themseschiff eine Bombe auf, die vom Sicherheitsdienst übersehen wurde. Als er aber, im Irrglauben, eine weitere Bombe entdeckt zu haben, an den Paralympics eine harmlose Rollstuhlfahrerin attackiert, macht er sich unmöglich. Peter wird nach Paris abgeschoben. Dort trifft er auf Valérie Bisou, die im Panthéon eine sonderbare Abweichung an Foucaults Pendel erforscht. Valéries Leben ist auch ohne Peter kompliziert genug. Mit ihm an der Seite gerät ihre schwarz-weisse Welt jedoch gehörig ins Wanken. Was ist die Verbindung zum skurilen Flugunfall mit einem Riesenrad in Kanada? Wer zieht im Hintergrund die Fäden?  [Aus dem Klappentext]


Die Welt nach dem Kino   Zehnder, Christian: Die Welt nach dem Kino. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 2014

Lorenz, einst Platzanweiser in einem Kino und Bibliothekar, Bewunderer von Dostojewski, arbeitet in einem Kopierladen. Als Jonas, ein Schweizer Diplomat, ihn bittet, fünf Exemplare seines Tagebuchs mit dem Titel "Moskau wird immer kleiner" zu binden, hält er eines für sich zurück. Jonas hatte darin seine gescheiterte Liebe zu der jungen Alina während seiner Zeit in Russland beschrieben. Lorenz schenkt das Exemplar, ohne es allerdings gelesen zu haben, Iris, einer Jurastudentin, in die er sich verliebt hat. Als Jonas überraschend wieder auftaucht, werden die drei zu Freunden - bis Jonas die bislang verloren geglaubte Kopie seines Tagebuchs bei Iris entdeckt. [Aus dem Klappentext]


Die weisse Madonna   Zeindler, Peter: Die weisse Madonna. Basel: Reinhardt, 2014

Der Antiquar und ehemalige Agend in Diensten des deutschen Bundesnachrichtendienstes BND erhält zu nächtlicher Stunde einen mysteriösen Anruf eines Unbekannten. Dieser möchte sich mit ihm in der Nähe von Einsiedeln treffen, um ihm brisante Informationen weiterzugeben. Allerdings wird der Mittelsmann ermordet aufgefunden, bevor es zum Treffen kommt. In der Folge stösst Sembritzki bei seinen Recherchen in Bern, Konstanz und Berlin auf immer mehr Hinweise, die auf einen Anschlag von Neonazis hindeuten, eine Aktion, die im mutmasslichen Zusammenhang mit dem Prozess gegen die Terroristin Beate Zschäpe steht. Und welche Rolle spielt in diesem Umfeld die mysteriöse Frau mit den makellosen Gesichtszügen, der Sembritzki an verschiedenen Schauplätzen immer wieder begegnet?