Neuerscheinungen Frühling 2012

Mr A   Broer, Denise: Mr A : Alzheimer des Vaters. Oberhofen: Zytglogge, 2012

"Der Autorin gelingt etwas sehr Ungewöhnliches: sie nimmt der Demenz die Tragik und Schwere, indem sie das Sein ihres Vaters so schildert, wie sie und alle Bezugspersonen auf dieses Sein im Augenblick eingehen. Die Ich-Perspektive wird so fast zur Du-Perspektive. Damit wird klar, welch sensible Wahrnehmung des Gegenübers notwendig und wie wichtig diese ist. Ebenso gelungen finde ich, dass es eine unter die Haut gehende Liebesgeschichte gibt. Die ist nur mit wenigen Worten angedeutet, aber diese wenigen Szenen und Worte sagen unglauchlich viel. Auch der Abschied vom Vater, der Sterbeprozess, ist - ohne Pathos - einfühlsam dargestellt. Das Buch hat mich sehr berührt." Gesina Stärz, freie Journalistin, Autorin  [Aus dem Klappentext]



Nordwestbrise    Dettwiler, Monika: Nordwestbrise. Herisau: Appenzeller, 2012

Sommer 741: Ihr Dorf steht in Flammen, doch Utina überlebt schwerverletzt. Noch ahnt sie nicht, dass ihr Retter Hugo zu den Franken gehört, die Alemannien die Freiheit nehmen wollen; denn im Vorjahr haben sie Utinas Familie aus Arbon vertrieben und die Macht an sich gerissen. In St. Gallen wird Utina gesund gepflegt. Dort begegnet sie Abt Otmar, bei dem die Mächtigen beider Seiten ein und aus gehen. Sein Kloster dient als geheimer Treffpunkt für Verschwörung und Revolte, aber auch für Friedensvermittlung. Hier trifft Utina Hugo wieder, und die beiden verlieben sich. Zu spät realisiert die junge Alemannin, dass er für ihre Familie ein Feind ist...  [Aus dem Klappentext]



Ausser sich   Fricker, Ursula: Ausser sich. Zürich: Rotpunktverlag, 2012


Sommer in Berlin - und eigentlich wären Katja und Sebastian viel lieber im Bett geblieben an diesem Samstagmorgen. Endlich wieder einmal ausschlafen, endlich wieder einmal in den Tag hineinleben. Aber das Wochenende ist, wie so vieles im Leben des Architektenpaares, verplant, und sie machen sich auf den Weg, Freunde in Mecklenburg zu besuchen. Während der Fahrt passiert es: Sebastian erleidet einen Schlaganfall. Ein Helikopter bringt ihn ins Krankenhaus, und der Intensivmedizin gelingt es, Sebastian am Leben zu halten. Bald aber wird klar, dass er schwer geistig behindert bleiben wird. Katja hofft zunächst, Sebastian mit ihrer Nähe, mit ihrer Liebe zurück ins Leben holen zu können. Aber erkennt er sie überhaupt noch? Wo sind die Bilder der Erinnerung, die Pläne für die Zukunft, Wünsche und Träume? Ist das noch Sebastian?...  [Aus dem Klappentext]



Räuberleben   Hartmann, Lukas: Räuberleben. Zürich: Diogenes, 2012

Unter den Räubern, die Ende des 18. Jahrhunderts Angst und Schrecken verbreiten, ist Hannikel einer der gefürchtetsten. Vor seinem Namen zittert im Schwarzwald jedes Kind. Nun ist er auf der Flucht, mit seinen loyalsten Männern, mit Frauen und Kindern. Wo soll er für seine Sippe einen sicheren Ort finden? Jacob Schäffer, der Oberamtmann von Sulz, ist besessen von einer Mission: Räubern, Gaunern und Zigeuner das Handwerk zu legen. Nach einem Ehrenmord ist er Hannikel endlich auf der Spur - in Chur, in Graubünden, wurde er gesichtet. Wilhelm Grau, Schäffers Schreiber, ist bei der Jagd  auf die Hannikel-Bande von Anfang an dabei. Immer schwerer fällt es ihm jedoch, diese Menschen bloss als Verbrecher zu sehen - besonders Dieterle,  Hannikels elfjährigen Sohn. Ein fesselnder historischer Roman über das Räuberische im Menschen. [Aus dem Klappentext]



Spaziergänge   Hohler, Franz: Spaziergänge. München: Luchterhand, 2012

"Hochregallager!" Mittags, an einem kalten grauen Märztag, liest Franz Hohler dieses Wort zum ersten Mal. Er könnte eines dieser Regale kaufen, legt ihm das Schild nahe, doch er zieht einen kleinen Ausflug an einem Seeufer entlang vor. Ein Jahr lang hat Franz Hohler jede Woche einen Spaziergang unternommen, jede Woche gezielt einen anderen. Was er auf diesen Spaziergängen gesehen hat und was ihm beim Gehen widerfahren und aufgefallen ist, hat er in diesem aussergewöhnlichen Buch festgehalten. Ein Jahr durchleben wir mit ihm unterwegs und staunen wie er über einen hochgewirbelten Möwenschwarm oder über ein Plakat, dass Gott uns suche - warum ausgerechnet uns? Seine kurzen Erzählungen sind eine Schule des Sehens und der Achtsamkeit, und nach und nach bekommen wir eine Ahnung, was Heimat heute ist und was sie sein könnte... [Aus dem Klappentext]



Die Schwesterfrau   Loup, Douna: Die Schwesterfrau. Basel: Lenos, 2012

Seinen Alltag verbringt er am Fliessband einer Fabrik. Seine ganze Passion gehört der Jagd. Da wähnt sich der junge Erzähler frei, eingebunden nur in die Gesetzte der Natur. Unverbindliche Bettgeschichten nicht abgeneigt, will er auf keinen Fall, dass eine Frau konkret in sein Leben tritt. Als Waise bei seinen Grosseltern aufgewachsen, hat er einzig zum Grossvater, der ihm das Jagen beibrachte, eine Beziehung. Bis ein unerwarteter Vorfall auf der Pirsch und die Begegnung mit einer geheimnisvollen jungen Frau alles verändern. Sie stammt aus einer anderen Welt, trägt einen Revolver bei sich und lockt den Einzelgänger aus der Reserve. Die Geschichte von zwei verlorenen Menschen, die im Leben neu Fuss fassen : für sich selbst - und miteinander.  [Aus dem Klappentext]



Die Steuersünder   Mathys, Peter: Die Steuersünder. Zürich: Limmat, 2012

An einem schönen Frühlingsmorgen sitzt Rechtsanwalt Michael Kellenberger in seiner Kanzlei und schaut durchs Fenster auf den träge fliessenden Rhein. Post und Zeitung vor sich, hat er keine grosse Lust zu arbeiten. Da meldet sich Herbert Matter von der Basler Steuerverwaltung, sein Veranlagungsbeamter. Er hat Honorarüberweisungen einer liechtensteinischen Gesellschaft entdeckt, die in Kellerbergers Steuererklärungen fehlen. Der Beamte ist kreativ, denn er hat genug von seinem öden Büro und seiner erkalteten Ehe. Ein raffinierter Plan soll ihm und seiner Geliebten zu einem schönen neuen Leben verhelfen. Kellenberger und zwei weitere Steuersünder  müssen bloss ihre hinterzogenen Steuern mit ihm teilen. Alles läuft wie am Schnürchen. Doch dann wird sein Chef bei einer Routinekontrolle misstrauisch. Und liebt ihn die junge Tanja wirklich so, dass sie mit ihm ein neues Leben in Neuseeland beginnen will? Die Dinge überstürzen sich schon bald.... [Aus dem Klappentext]



Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse   Meyer, Thomas: Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse. Zürich: Salis, 2012

Der junge, orthodoxe Jude Mordechai Wolkenbruch, kurz Motti, hat ein Problem: Die Frauen, die ihm seine mame als Heiratskandidatinnen vorsetzt, sehe alle so aus wie sie. Ganz im Gegensatz zu Laura, seiner adretten Mitstudentin - doch die ist leider eine schikse: Sie trägt Hosen, hat einen hübschen tuches, trinkt Gin Tonic und benützt ungehörige Ausdrücke. Zweifel befallen Motti: Ist sein vorgezeichneter Weg wirklich der richtige für ihn? Sein Gehorsam gegenüber der mame mit ihren verstörenden Methoden schwindet. Dafür wächst seine Leidenschaft für Laura...          


Montagsmenschen   Moser, Milena: Montagsmenschen. München: Nagel&Kimche, 2012

Ihr Leben lang hat sich die vierunddreissigjährige Nevada auf ihren Körper verlassen können, erst als Balletttänzerin, später als Yoga-Lehrerin. Plötzlich aber lässt er sie im Stich. Anfänglich versucht sie die Anzeichen einer Krankheit zu ignorieren, als sie sich das Problem in seiner ganzen Tragweite eingesteht, stösst sie bei ihren Yoga-Kolleginnen auf Ablehnung. In der Yoga-Schule wird ihr eine Randstunde am Montag zugewiesen; dorthin kommen drei ihrer Schüler, die ihr die Treue halten. Als in ihrem Umfeld ein Mord geschieht und die Polizei ermittelt, gesteht eine der Schülerinnen die Tat - allerdings ohne sie begangen zu haben, wie Nevada zufällig herausfindet, die durch einen alten Yoga-Spruch auf die richtige Fährte geführt wird. Als sich die Wahrheit herausstellt, bewirkt das freilich zunächst keine Änderung, denn wer will schon die Wahrheit kennen?  [Aus dem Klappentext]



Fliegen, bis es schneit   Neeser, Andreas: Fliegen, bis es schneit. Innsbruck: Haymon, 2012

Isabelle Meisters Leben verläuft in geordneten Bahnen. Ihre Ehe mit Simon ist solide, ihr Job abwechslungsreich, und auch der Traum vom eigenen Haus mit Garten und Kinderschaukel scheint bald schon Wirklichkeit zu werden. Da begegnet ihr am Bahnsteig ein smarter Musiker mit graumelierten Schläfen, dessen leidenschaftliche Avancen sie zunächst faszinieren. Der Flötist aber entpuppt sich als obsessiver Erotomane, der die lebensfrohe Isabelle verfolgt und bedroht. Verletzt und verunsichert in ihrer gesamten Existenz, geht sie dennoch weiter ihren Weg auf dem schmalen Grat zwischen Selbstverlust und Autonomie, Angst und Zuversicht.   [Aus dem Klappentext]



Nilpferde unter dem Haus   Schneider, Hansjörg: Nilpferde unter dem Haus. Zürich: Diogenes, 2012

Über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg hat Hansjörg Schneider Tagebuch geführt. Er notiert Lektüren, Begegnungen, Projekte. Er hält die Glücksmomente fest, die der Tag bringt, und die Alpträume, die ihn in der Nacht heimsuchen. Und immer wieder führt die dichteste Gegenwart zurück in die Vergangenheit, die ihn nicht loslässt: seine Jugend im sinnenfeindlichen Mief der fünfziger und sechziger Jahre, das Leben mit seiner verstorbenen Frau Astrid, seine Erfolge und Niederlagen als Schriftsteller. In der direkten, klaren Sprache, die seine Leser aus den Hunkeler-Romanen schätzen, protokolliert Hansjörg Schneider sein Leben - schonungslos gegen sich und die Welt, berührend und mit lakonischem Humor.  [Aus dem Klappentext]



Asche und Blüten   Spirig, Janine: Asche und Blüten. Herisau: Appenzeller, 2012

Janine Spirig ist glücklich: Sie erwartet ihr drittes Kind. Da wird ihr Mann erschossen - vom Vater jener Schülerin, die er vor dem Suizid bewahrt hat. Die Öffentlichkeit spricht vom "Lehrermord"; Behörden ringen um Fassung, suchen nach Erklärungen, versprechen Hilfe; Politiker stellen die Integrationsfrage neu; Medien jagen nach Sensationen. Janine Spirig weint still und geht trotzdem weiter, für ihre beiden Mädchen und ihr ungeborenes Baby. Zögernd setzt sie einen Fuss vor den andern, tappt auf Neuland vor im Bewusstsein, dass sie selbst keinen Weg sieht, aber der Weg irgendwie sie. Janine Spirig hat sich nie in die Öffentlichkeit gedrängt. Nun, nach über zehn Jahren Schweigen, veröffentlicht sie ihr berührendes Buch, das sie seinerzeit für ihre Kinder geschrieben hat... [Aus dem Klappentext]



Spiel uns das LIed von Zug   Stadlin, Judith ; Orsouw, Michael van: Spiel uns das Lied von Zug. Olten: Knapp 2012

Mit liebevoll-kritischem Blick lassen die Autoren Judith Stadlin und Michael van Orsouw die Stadt Zug und die dort lebenden Menschen in ihren Geschichten aufleben. Die Akteure der vorliegenden Geschichten sind zwar frei erfunden, doch sie agieren vor einem genau recherchierten Hintergrund. Die Vorstadtkatastrophe kommt in einer Nahaufnahme ebenso zum Zug wie der Zweite Weltkrieg, die musikalische Revolution, das Attentat, die Kirschtorte und die aktuelle Zuwanderung - Fiktion und Fakten verbinden sich in spannenden und berührenden Kurzgeschichten.          

 


Die Schwiegermutter des Papstes   Stampfli, Reto: Die Schwiegermutter des Papstes. Olten: Knapp, 2012

Päpste haben in der Regel keine Schwiegermütter, dafür sind ihnen andere menschliche Schwächen nicht ganz unbekannt. Reto Stampfli, Theologe und Philosoph, wirft einen Blick über die Vatikanmauern, inspiziert die Kaserne der Schweizergarde und öffnet päpstliche Schnupftabakdosen. Rom sehen und weiterreisen, beispielsweise nach Wien in die Kaffeehäuser, durch die unzähligen Pubs von Dublin oder sogar zum Mond. Stampfli erzählt Geschichten, die nie frei erfunden sind.



            


Steinherz   Weibel, Andrea: Steinherz. Muri bei Bern: Cosmos, 2012

Vierzigjährige sind Langweiler oder Lügner oder beides gleichzeitig, findet Lilia. Ihr Vater, der Bergler Peter Sass, hat seit dem Wegzug von Lilias Mutter kein leichtes Leben mit seiner eigenwilligen Tochter. Dabei hat er doch genug Umtriebe mit seiner Alphütte, die er den Sommer über an die Zürcherin Sofie vermietet hat: Deren Schwester bleibt nach einem Besuch auf der Alp verschwunden. Ein Krimi, in dem das Blut nicht aus dem Buch spritzt. Nicht einmal eine Leiche gibt es. Die ist in den Walliser Bergen ja auch nicht so einfach zu finden. Die Polizei hat nur eine Nebenrolle. Dafür folgt man mit Vergnügen den Ermittlungen von Lilia, der Siebzehnjährigen, die eine erfrischende Sicht auf die Welt der Erwachsenen hat.        


Der Amisbühl   Zimmermann, Katharina: Der Amisbühl. Oberhofen: Zytglogge, 2012

Menschen, Zeiten, Landschaften. Diesem Dreiklang hört Katharina Zimmermann in ihrem neuen Buch zu, aufmerksam, gewissenhaft, liebevoll. "Der Amisbühl" ist eine Familiengeschichte, genauer: die Geschichte des Grossvaters mütterlicherseits der Autorin, seiner Angehörigen, seiner Umwelt, seines Alltags. Dieser Grossvater war Schullehrer auf dem Beatenberg. Zusammen mit seiner aus der Stadt stammenden Frau baut er das niedergebrannte Restaurant "Amisbühl" zum Hotel aus, ist erfolgreich damit - bis der Erste Weltkrieg ihn und die Seinen an den Rand des Ruins bringt. Was folgt, sind Jahre der finanziellen Bedrängnis, sind auch Krankheit, Leiden, Tod. Kurz: Im kleinen Leben dieser Leute vom Beatenberg spielt sich beispielhaft und beeindruckend ab, was seit je auch die Grundthematik der sogenannten grossen Leben ist. [Aus dem Klappentext]        


Räuberleben  


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