Bibliomedia Mitarbeitende lesen: Unsere Hör-/Buchtipps vom 2014


Der erste Kaffee am Morgen

Buchtipp von Béatrice Aegerter
Diego Galdino: Der erste Kaffee am Morgen. München: Thiele Verlag,  2014.

Lust auf Urlaub und Sonne mit dem Duft nach Meer und Kaffee? Dann ist dieses unglaublich schöne und berührende Buch genau das Richtige. Massimo, ein Barista in Rom ist  soweit zufrieden mit seinem Leben, geniesst seinen ersten Kaffee am Morgen und hat Freude an seinen Stammkunden. Aber richtig verliebt war er noch nie. Doch das ändert sich schlagartig, als Geneviève die Bar betritt. Er ist fasziniert von der schönen, fremden Frau und kann sich ihr dennoch nicht verständlich machen. Obschon ein bisschen Kitsch in der Liebe dazugehört, fasziniert mich an diesem Buch, dass es trotzdem kein typischer, schnulziger Roman ist. Einfach zurücklehnen und geniessen. Eine absolute Leseempfehlung.

      



Über uns die Nacht

Buchtipp von Bruna Arnold
Anat Talshir: Über uns die Nacht. München: Diana Verlag, 2014.

Die Jüdin Lila begegnet dem arabischen Teehändler Elias Riani zum ersten Mal am Vorabend der israelischen Staatsgründung 1947 in Jerusalem. Die Jüdin ist fasziniert von dem Mann, der mit seinen Worten die ganze Magie des Tees zu entfalten vermag. Es ist der Beginn einer tiefen Liebe, die geheim bleiben muss. Als der Krieg ausbricht, wird die Stadt durch eine Mauer in West- und Ost-Jerusalem geteilt, die beide unüberwindbar voneinander trennt. Lila und Elias schreiben sich fortan Briefe, die das kleine Mädchen Nomi über die Grenze schmuggelt. 19 Jahre wird es dauern, bis es wieder Hoffnung für Lila und Elias gibt... Der Roman mit seinem politischen und historischen Hintergrund hat mich tief beeindruckt und bewegt. Der Autorin gelingt es, über die Stadt Jerusalem mit all ihren Einwohnern, Düften und Farben so lebendig zu erzählen, dass ich mich mittendrin in der ereignisreichen und tragischen Geschichte dieser Stadt wiederfand.

      



A fort of nine towers

Buchtipp von Sabine Hofmann
Qais Akbar Oman: A Fort of Nine Towers. New York: Picador, 2014.

Als sich die sowjetischen Truppen Ende der 80iger Jahre aus Afghanistan zurückziehen und sich die verfeindeten Mudschahedin zu bekämpfen beginnen, ist Qais noch ein Kind. Auch vor dem kleinen Paradies, dem stattlichen Anwesen des Grossvaters, wo Qais mit seinen Eltern, Geschwistern, Cousins, Tanten und Onkeln in Kabul lebt, macht der Krieg keinen halt; bald gerät das Haus in die Schusslinie von Scharfschützen und es bleibt nur noch die gefährliche Flucht in einen anderen Stadtteil. Bei einem Freund des Vaters findet die Familie in einem alten Turm Unterschlupf. Doch als die  Taliaban in den 90iger Jahren einen Gottesstaat in Afghanistan errichten, wird das Leben in Kabul zur Hölle und die Familie beschliesst, die Stadt zu verlassen.
Fast seine gesamte Kindheit und Jugend verbringt Qais in einem Land, das von Krieg, Gewalt und völliger Willkür im Namen der Religion geprägt ist. Jahrelang ist er mit seinen Eltern und Geschwistern auf der Flucht und erlebt Grausames. Aber nicht nur: Qais zeigt in seiner autobiografischen Erzählung auch eine andere, bezaubernde Seite von Afghanistan: atemberaubende Landschaften, ursprüngliche Lebensweisen und Menschen, die selbst in schlimmsten Zeiten alles, was sie haben, mit Bedürftigen teilen und ihre Würde bewahrt haben. So furchtbar die Zustände und Erlebnisse sind, die Qais schildert: die Begegnung mit Menschen, die sich in all den schweren Jahre ihre Güte, ihre Nächstenliebe und ihren Überlebenswillen erhalten haben, macht Hoffnung.

      



Heule Eule
  Buchtipp von Claudia Kovalik
Paul Friester; Philippe Goossens: Heule Eule - nein, ich lasse niemand rein! Zürich: NordSüd Verlag, 2014.

Die kleine Eule mit den grossen Augen, die in ihrem ersten Abenteuer so sehr heulte und damit alle Waldtiere aufschreckte, ist zurück.

Mit dem Satz „Lass niemanden rein, wenn ich nicht da bin!“, den Mama Eule zu ihrem Sprössling sagt, bevor sie einkaufen geht, beginnt das Abenteuer.
In Mamas Abwesenheit liest die kleine Eule ausgerechnet das Märchen vom Wolf und den sieben Geisslein - nicht gerade die beste Lektüre, um danach vertrauensvoll die Türe zu öffnen, als die Mama vom Einkaufen zurückkommt und Einlass begehrt.

So kommt es, dass die kleine Eule Mamas Stimme nicht erkennt und sie partout nicht in die Wohnung lassen will. Da hilft es auch nicht, dass nacheinander das Eichhörnchen, der Rabe und der Hirschkäfer versuchen, das heulende Eulenkind dazu zu bewegen, der Mutter doch die Türe zu öffnen.

Mit welchem Trick sich die Eulenmama dann doch noch Zutritt in die Wohnung verschafft und wie die Geschichte endet erfährt man bei der Lektüre dieses herzigen Bilderbuches, das nicht nur Kinder zum Schmunzeln anregen wird.






Der Hexer und die Henkerstochter
  Hörbuchtipp von Jacqueline Meylan
Oliver Pötzsch: Der Hexer und die Henkerstochter (Hörbuch-CD). Hörbuch Hamburg, 2012. Sprecher: Johannes Steck.

1666: Der Schongauer Medicus Simon und seine Frau Magdalena, die Tochter des Henkers, brechen zu einer Wallfahrt ins Kloster Andechs auf. Dort lernt Simon den mysteriösen Frater Virgilius kennen, der Uhrmacher und Erfinder ist. Simon ist fasziniert von den unheimlichen Automaten, die Virgilius erschaffen hat. Als der Frater verschwindet und sein Labor zerstört wird, ahnt Simon Böses und ruft Jakob Kuisl, den Schongauer Henker herbei. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einem wahnsinnigen Mörder

Beim Kochen, Backen, Autofahren oder einem entspannten Bad darf bei mir ein Hörbuch nicht fehlen. Es ist eine wunderbare alternative zum Lesen und eintauchen in eine andere Welt!







Smaragdgruen
  Buchtipp von Jacqueline Meylan
Kerstin Gier: Smaragdgrün. Würzburg: Arena, 2010.

Gwendolyn ist am Boden zerstört. War Gideons Liebesgeständnis nur eine Farce, um ihrem großen Gegenspieler, dem düsteren Graf von Saint Germain, in die Hände zu spielen? Fast sieht es für die junge Zeitreisende so aus. Doch dann geschieht etwas Unfassbares, das Gwennys Weltbild einmal mehr auf den Kopf stellt. Für sie und Gideon beginnt eine atemberaubende Flucht in die Vergangenheit. Rauschende Ballnächte und wilde Verfolgungsjagden erwarten die Heldin wider Willen und über allem steht die Frage, ob man ein gebrochenes Herz wirklich heilen kann…

Ein wunderbar fesselndes Ende einer sehr phantasievollen Jugendbuch-Trilogie!


Reihenfolge der "Edelstein-Trilogie":

1. Rubinrot - Liebe geht durch alle Zeiten
2. Saphirblau - Liebe geht durch alle Zeiten
3. Smaragdgrün - Liebe geht durch alle Zeiten






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